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Gehrden Schüler gestalten Spanischdorf im MCG
Umland Gehrden Schüler gestalten Spanischdorf im MCG
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00:17 26.10.2018
Gruppenbild mit Fahne: Die Schüler hatten im Spanischdorf viel Spaß - und dabei sogar noch etwas gelernt. Quelle: Heidi Rabenhorst
Gehrden

Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums haben am Dienstag im spanischen Sprachendorf ihre Fremdsprachenkenntnisse erprobt. Dabei kamen die 33 Achtklässler im Südbau der Schule an verschiedenen Ständen wie beim Arzt, in der Apotheke, auf dem Markt, im Hotel, bei der Touristeninformation oder bei der Polizeistation auf Spanisch mit den rund 20 als Muttersprachler auftretenden Oberstufenschülern ins Gespräch.

Bereits zum dritten Mal hat MCG-Pädagoge Axel Hammerl gemeinsam mit seinen Kollegen Martin Warnke und Friederike Schoppe den Praxistest vorbereitet. „Es wird ausnahmslos Spanisch gesprochen“, verrät Hammerl. „Nur im Vorbereitungsraum können die Schüler noch schnell ein paar Vokabeln nachschlagen und sich kleine Notizen machen“, fügt der Fachobmann hinzu.

Die Schüler haben im Spanischdorf in spielerischer Form das Anwenden der Fremdsprache in Alltagssituationen geübt – und dabei viel Spaß gehabt.

„Que te pasa?“, fragt die als Ärztin verkleidete Marlene (18) die krank aussehende Jara (13) nach ihrem Befinden. „No me siento bien“, antwortet die Achtklässlerin – was übersetzt bedeutet: „Ich fühle mich nicht gut.“. Im Warteraum nebenan überbrücken Kira-Marie und Lukas (beide 13) die Zeit mit dem Lesen in spanischen Magazinen. Auch in den anderen Räumen herrscht reges Treiben. Und natürlich können die Achtklässler im Restaurant nur auf Spanisch bestellen.

Dort werden sie sogar von der spanischen Austauschschülerin nach ihren Wünschen gefragt. Lucia aus Valencia weilt drei Monate in der Burgbergstadt und nimmt am regulären Unterricht teil. „Ich lerne seit fast fünf Jahren an meiner Schule die deutsche Sprache, doch habe ich jede Woche zwei Stunden Unterricht“, erzählt die Fünfzehnjährige. Gelobt für die sehr guten Deutschkenntnisse wird das Mädchen auch von Schulleiterin Monika Schulte, die zugleich die Gunst der Stunde nutzen möchte. „Wir suchen schon seit langem eine spanische Austauschschule. Vielleicht kann Lucia uns den Kontakt vermitteln“, hofft Schulte.

Das Sprachendorf kommt in seiner dritten Auflage bei allen Beteiligten wieder sehr gut an. „Das macht Spaß und ich finde das wichtig“, sagt die dreizehnjährige Sophie. „Wenn man ins Ausland reisen will, kann man schließlich auch nicht einfach etwas auf Deutsch fragen.“ Mitschülerin Jara sieht das genauso: „Wenn man das übt, kann man sich viel besser verständigen.“ Dem stimmt auch der 14-jährige Felix zu: „Ich finde das viel besser als einen Test zu schreiben. Man lernt viel mehr.“

Lob gab es auch von den Oberstufenschülern aus dem Spanisch-Prüfungskurs: „Die Achtklässler können sich gut verständigen“, sagt die Zwölftklässlerin Laetitia (17), die am Marktstand eine Verkäuferin mimt. Bei einigen fehle zwar noch Vokabular, „aber die Schüler lernen ja auch erst seit zwei Jahren Spanisch“. Die künftige Abiturientin Celina (17) hat festgestellt, dass manche Mitschüler es sich etwas einfacher machen wollen. „Sie fragen eher nach leichten Dingen wie Bananen oder Orangen“, sagt sie.

„Wir versuchen, möglichst authentische Situationen aus dem Alltag herzustellen“, erklärt Hammerl. Damit steige bei den Schülern die Motivation, eine Fremdsprache zu lernen. „Das Sprachendorf soll das freie Sprechen fördern“, betont der Fachobmann. Zugleich solle es die Achtklässler auf die Sprechprüfung vorbereiten, die für die Jahrgangsstufen sieben und neun verpflichtend sind. Noten werden im Spanischdorf nicht verteilt „Es soll schließlich Spaß machen. Aber auf den Laufzetteln gibt es lachende und traurige Smileys“, erklärt er. Und bei einem ganz traurigen Smiley müsse die Station wiederholt werden.

Positiv bewertet auch Schulte die Aktion. „In dieser motivierten Umgebung können die Schüler spielerisch und anspruchsvoll lernen, Alltagssituationen in einer fremden Sprache zu meistern“, lobt die Schulleiterin das Angebot.

Von Heidi Rabenhorst

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