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Hemmingen Der Biber breitet sich aus
Umland Hemmingen Der Biber breitet sich aus
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00:19 07.12.2018
Einer der drei bei der Gewässerschau besichtigten Bereiche ist die Alte Leine mit ihren Biberbauten zwischen Harkenbleck und dem Laatzener Wiesendachhaus. Quelle: Torsten Lippelt
Hemmingen/Laatzen/Pattensen

Biber breiten sich im Bereich der Alten Leine aus. Zurzeit gibt es vier Biberdämme an der Alten Leine zwischen Koldingen und dem Wiesendachhaus Laatzen, einer davon ist neu, sowie ein Biberdamm am Fuchsbach auf Pattenser Gebiet. Es handelt sich um Biber, nicht um Nutrias, die schwimmend leicht verwechselt werden können, aber auch in dem Gebiet vorkommen. Nutria werden als Schädlinge eingestuft und bejagt, weil sie Gänge in Deiche graben und diese so gefährden.

„Der Biber hat es gerne schön nass, die Anlieger hingegen nicht“, erläuterte Verbandsingenieurin Melanie Salchow im Anschluss an die jüngste Gewässerschau in Hemmingen den Interessenkonflikt zwischen Mensch und Tier. Doch was soll geschehen, um zum einen die streng geschützte Art nicht zu gefährden und zum anderen die Interessen der An- und Oberlieger für die Wassernutzung zu berücksichtigen? Noch vor Weihnachten soll es Salchow zufolge einen Runden Tisch geben, um darüber zu diskutieren. Dieser wurde bereits vor mehreren Jahren eingerichtet, als die Biber wieder anfingen, heimisch zu werden.

Die jährliche und öffentliche Gewässerschau wird vom Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere Leine organisiert. Rund 20 Vertreter von Behörden sowie Wasser- und Bodenverbänden, Naturschutzbeauftragte und interessierte Bürger nahmen an der halbtägigen Begehung entlang Hemminger Gewässer teil. Unter der Leitung von Verbandsvorsteher Eckehardt Baumgarte und Schauführer Hans-Albert von Campe ging es morgens vom Campingplatz Arnumer See zunächst im Bus und weiter zu Fuß zum Hemminger Maschgraben und anschließend nach Harkenbleck. Anschließend nahmen einige Mitglieder der Gruppe den Weg entlang eines Stücks der Arnumer Landwehr zurück zum Arnumer See.

„Durch die starke Trockenheit ist 2018 aus hydraulischer Sicht ein sehr ruhiges Jahr gewesen“, erläuterte Salchow. „Es gab kaum Anliegerbeschwerden oder Probleme mit Abflüssen.“ Problematisch jedoch sei der Sommer für die Tier- und Pflanzenwelt gewesen. Viele Gewässer, die normalerweise ständig Wasser führen, seien in diesem Jahr zum Teil ausgetrocknet, und lebenswichtiges Wasser gebe es an einigen Stellen nur noch punktuell.

Die Teilnehmer der Gewässerschau zeigten sich erschrocken darüber, wie viel Müll in den Gewässern herumschwimmt. „Es gibt gefühlt immer mehr illegale Müllablagestellen und vermutlich vom Wind verdriftete Müllsäcke und Plastikteile, die am Ende im Graben liegen“, sagte Salchow.

Wie sieht es aus am Hemminger Maschgraben und der Arnumer Landwehr? Die Teilnehmer der Gewässerschau sehen es sich an.

Bei einer Gewässerschau können Betroffene Stellungnahmen zur Pflege und Entwicklung der Gewässer abgeben - von umgestürzten Bäumen über Entwässerungsproblemen bis hin zu Naturschutzfragen. „Die Schau bietet außerdem die Möglichkeit, vor Ort Probleme zu diskutieren, gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln und Kontakte zwischen den Akteuren herzustellen“, erläuterte Salchow.

Von Torsten Lippelt

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