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Hemmingen Zehn Tiere finden ein neues Zuhause
Umland Hemmingen Zehn Tiere finden ein neues Zuhause
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11:32 19.02.2018
Clemens und Birgit Stamm haben der ehemaligen Streunerkatze Mica ein Zuhause gegeben. Quelle: Stephanie Zerm
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Arnum

 Katze Mica war eine typische Streunerin. Gemeinsam mit einer weiteren Katze lungerte sie immer an einem Imbiss herum. Die großzügigen Frikadellenspenden der Betreiberin retteten die Tiere vor dem Hungertod. Doch dann sollte der Imbiss abgerissen werden und die zweite Katze war plötzlich verschwunden. Ein Fernfahrer erbarmte sich und brachte Mica zum Arnumer Tierschutzverein Hände für Pfoten. Dort päppelte die Vorsitzende Kerstin Küster mit ihrem Team das verwahrloste Tier wieder auf. Doch bis eine neue Familie für die selbstbewusste Katze gefunden war, dauerte es noch länger als ein Jahr. Vermittelt wurde sie über diese Zeitung in der belieben Reihe „Tier des Monats“.

„Uns ist es wichtig, unsere Tiere in ein neues Zuhause zu vermitteln, wo sie auch auf Dauer bleiben können und alle Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Küster. Wichtig sei es, dass die neuen Besitzer genau wissen, worauf sie sich einlassen. „Tier und Familie sollte optimal zusammenpassen.“ Dies sei wichtiger, als die Tiere möglichst schnell in ein neues Zuhause zu vermitteln, wo es dann nicht klappt und sie wieder weg müssten.

Im März 2017 ist Katze Mica in ihr Traumzuhause bei Familie Stamm in Rethen gezogen. Dort wird sie mit all ihren Eigenarten geliebt. „Als wir Mica im Tierheim besucht haben, kam sie sofort zu uns und ist meinem Mann auf den Schoß gesprungen“, erzählt Birgit Stamm. Nachdem das Ehepaar eine Nacht über die Entscheidung geschlafen und auch seinen 19-Jährigen Sohn Clemens  befragt hatte, war klar: Mica muss es sein. Wenige Tage später brachte Kerstin Küster das etwa sechs- bis achtjährige Tier nach Rethen in sein neues Zuhause. „Mica ist sofort aus ihrer Box gekommen und alles hat von Anfang an super gut geklappt“, sagt Birgit Stamm. Das Tier sei bereits gut erzogen gewesen und habe nie etwas kaputt gemacht. „Sie ist eine richtig tolle Katze und wir sind jeden Tag froh, dass sie bei uns ist“, sagt Birgit Stamm. Zwar sei Mica die erste Katze von einem Tierschutzverein, die sie aufgenommen habe. Sie würde dies jedoch immer wieder tun. „Wir sind von Frau Küster sehr gut beraten worden. Besser geht es gar nicht.“

Neues Zuhause für verwitwetes Meerschweinchen und streitbaren Kanarienvogel

So wie Mica konnte der Verein Hände für Pfoten 2017 neun weitere der in dieser Zeitung vorgestellten Tiere in ein neues Zuhause vermitteln: das verwitwete Meerschweinchen Romeo, den schönen Kater Benny, Hansi, einen streitbaren Kanarienvogel, die zwei Chinchilladamen Lady und Lucie, das menschenbezogene Widderkaninchen Julian, den unverfrorenen Kater Oskar sowie die Meerschweinchenschwestern Tanja und Lotta. Insgesamt sind von den in dieser Zeitung vorgestellten Tieren drei Katzen, drei Meerschweinchen, ein Kanarienvogel, ein Kaninchen und zwei Chinchillas in eine neue Familie gezogen. 

„Mit der Resonanz sind wir sehr zufrieden“, sagt Kerstin Küster erfreut.  Sie stelle immer wieder fest, dass es sehr viele Leser gibt, die sich regelmäßig die Tier-des-Monats-Beiträge ansehen. Oft würde sie nach dem Verbleib der vorgestellten Tiere gefragt. Immer wieder komme es auch vor, dass sich Interessenten für ein Tier aus der Zeitung letztlich für ein anderes Tier des Vereins entschieden, wenn sie feststellten, dass dieses besser zu ihnen passe.

Das sind die Pechvögel

Kaninchendame Daisy sucht mit ihrem Lebensgefährten Goofy ein neues Heim. Quelle: Privat

Kaninchen Klopfer wurde bereits mehrmals in seinem Leben weggegeben. Nachdem seine Schwester gestorben war, soll er zwei Jahre lang alleine in einem Käfig gelebt haben und war völlig vereinsamt. Eine Tierfreundin brachte ihn schließlich zum Arnumer Verein Hände für Pfoten, in der Hoffnung, dass das neunjährige kastrierte Tier endlich ein artgerechtes Zuhause findet, wo es für immer bleiben darf. 

„Als Klopfer zu uns kam, hatte er leere und unendlich traurige Augen“, sagt Vereinsvorsitzende Kerstin Küster. Das hat sich jetzt jedoch geändert. Denn mittlerweile ist er nicht mehr alleine. Er lebt nun mit Benny zusammen. Das  siebenjährige schwarze Kaninchen wurde schon einmal über den Verein Hände für Pfoten vermittelt und zog dort wieder ein, nachdem sein Partnertier verstorben war.

Klopfer und Benny sind mittlerweile unzertrennlich und werden nur gemeinsam vermittelt. „Sie sind freundlich und zahm, aber keine Tiere für kleine Kinder“, sagt Kerstin Küster. Viel Platz und täglicher Auslauf sind die Bedingung für ihre Vermittlung. „Da beide Tiere schon recht alt sind, wird es eine Art Hospitzplatz sein“, sagt Kerstin Küster. „Darauf sollten sich die neuen Halter einlassen wollen.“

Diese Tiere konnten 2017 nicht vermittelt werden. Sie suchen immer noch ein Zuhause. Im Tierheim des Tierschutzvereins Hände für Pfoten in Arnum warten sie auf ihre neuen Besitzer. 

Die vier schwarzen Kätzchen Schoko, Coffee, Cappuchino und Sambuca wurden etwa Ende April oder Anfang Mai 2016 auf einem Bauernhof geboren und sind noch kein Jahr alt. Wie alle jungen Katzen sind sie sehr verspielt und abenteuerlustig. Die vier sind sehr verschmust und menschenbezogen. In ihrem neuen Zuhause sollten sie Freigang genießen dürfen. „Ruhigere Kinder oder andere gelassene Tiere dürfen gerne mit zum Haushalt gehören“, sagt Kerstin Küster. 

Für die Katze Tinka sucht der Verein Hände für Pfoten Menschen mit viel Verständnis. Das hübsche schwarz-weiße Tier kam als Fundkatze im April 2016 in die Obhut des Vereins. Es trug keine Markierung, und als vermisst wurde es auch nirgends gemeldet. Tinka hat vermutlich nicht viel Gutes erlebt und ist immer noch sehr vorsichtig. „Ein Mensch mit dem besonderen Händchen für sie, der ihr genügend Zeit lässt, wäre für sie optimal“, sagt Küster. „Dann lässt sie sich auch ausgiebig streicheln.“ In Tinkas neuem Zuhause sollten keine anderen Katzen, Hunde oder Kinder wohnen.

Das Kaninchenpaar Goofy und Daisy ist gemeinsam auf der Suche nach einem neuen Heim. Das hellgraue Zwerg-Widderkaninchen mit den langen Schlappohren und die schöne Kaninchendame Daisy sind unzertrennlich. Während Daisy sehr zahm ist und sich gerne streicheln lässt, ist Goofy etwas schüchtern und hält lieber Abstand vom Menschen. Vor ihrem Umzug ins Tierheim lebten beide Tiere sehr beengt in einem Käfig mit wenig Auslauf. In einem neuen Zuhause könnten sie, wenn es draußen wieder wärmer ist, auch ein Quartier im Garten beziehen. Laut Kerstin Küster wären die Kaninchen auch in einer Familie mit größeren, verantwortungsvollen Kindern gut aufgehoben, deren Eltern ein Auge auf Tiere und Kinder haben. „Aber die Verantwortung sollte immer bei den Erwachsenen bleiben“, betont sie.

Wer einem der Pechvögel ein Zuhause geben möchte, kann sich beim Verein Hände für Pfoten unter Telefon (0 51 01) 5 83 62 melden. Weitere Informationen gibt es im Internet auf haende-fuer-pfoten.net.

Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich

Der Verein Hände für Pfoten in Arnum wurde 2007 gegründet und betreibt aktiven Tierschutz in Hemmingen und im südlichen Hannover. Die Vereinsvorsitzende Kerstin Küster ist ausgebildete Tierpflegerin. Schwerpunkt des Vereins sind Katzen, doch auch andere Tiere können in der Einrichtung vorübergehend aufgenommen werden. Die Tiere kommen nach ihrer Ankunft zunächst auf die Quarantänestation, wo sie medizinisch betreut werden. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich. Der Verein Hände für Pfoten finanziert sich ausschließlich durch Spenden sowie durch die Mitgliedsbeiträge. zer

Von Stephanie Zerm

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