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Hemmingen Hunde müssen ab Ostersonntag an der Leine bleiben
Umland Hemmingen Hunde müssen ab Ostersonntag an der Leine bleiben
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00:30 31.03.2018
Auch Mops Karlchen muss ab 1. April in der freien Landschaft an die Leine - auch wenn er keinerlei Jagdtrieb hat und kaum größer als ein Huhn ist. Quelle: Stephanie Zerm
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Laatzen

 Noch drei Tage lang dürfen Hunde auf Wald- und Feldwegen ihren Auslauf genießen. Danach müssen sie im Wald und in der freien Landschaft für dreieinhalb Monate an der Leine bleiben. Von  Ostersonntag, 1. April, bis einschließlich 15. Juli ist wieder die Brut- und Setzzeit. In diesem Zeitraum soll das Wild vor der Beunruhigung durch freilaufende Hunde geschützt werden, um ungestört der Brut und Aufzucht seiner Jungen nachgehen zu können.

„Bodenbrüter wie Kibitze, Fasane, Zaunkönige oder Heckenbraunellen verlassen bei einer Störung sofort ihr Gelege“, sagt Laatzens Jagdpächter und Feld- und Forsthüter Siegfried Guder. „Dann kühlt das Gelege aus und die Küken sterben.“ Oft bemerkten es Besitzer gar nicht, wenn ihr Hund ein Gelege zerstöre. Daher sei der Leinenzwang auch ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Aber auch neu geborene Feldhasen und Kaninchen sowie Rehkitze seien durch freilaufende Hunde gefährdet. Denn diese liefen nicht weg, sondern blieben bei Gefahr nur ruhig liegen.

„Die Wildtiere wollen auch nur leben“, sagt Guder. Daher appelliert er an Hundehalter, den Leinenzwang in der Brut- und Setzzeit einzuhalten.

Wer gegen die Anleinpflicht verstößt, kann mit Geldbußen bestraft werden. Um diese einzuhalten, reicht es allerdings nicht, seinen Hund an eine lange Suchleine zu nehmen. „Auch Halter von angeleinten Hunden können unter Umständen rechtswidrig handeln“, teilt die Stadt Laatzen mit. „Nämlich dann, wenn die Leine zu lang ist und sich der Hund nicht hinreichend im Einflussbereich seines Halters befindet.“ So hat ein Hund, der an einer fünf Meter langen Leine war, vor einigen Jahren ein im Gras liegendes Reh so schwer verletzt, dass es starb. Die Stadt Laatzen empfiehlt daher eine Hundeleinen von maximal zwei Metern Länge.

Anleinpflicht stellt Hundehalter vor Probleme

Für Hundhalter stellt die 15 Wochen lange Anleinpflicht zur Brut- und Setzzeit oft ein großes Problem dar. „Es ist sehr schwierig, weil die Hunde dann nicht richtig ausgelastet werden können“, sagt Veronika Jüstel, Vorsitzende der Gruppe 53 des Internationalen Rassehundverbands in Rethen. „Manchen Hunden reicht es zwar, nur an der Leine geführt zu werden. Aber viele andere wollen sich auslaufen und toben.“ Besitzern empfiehlt sie, in dieser Zeit mit ihren Hunden lange Spaziergänge an der Leine zu machen, zu joggen oder Rad zu fahren und die Tiere durch Kopfarbeit wie Suchspiele zu beschäftigen. Eine gute Idee sei es auch, öfter gesicherte Hundefreilaufflächen aufzusuchen.

„Wir raten Hundebesitzern immer, sich an die Anleinpflicht zu halten“, sagt Jüstel. Sie wisse aber auch, dass diese bei vielen auf Unverständnis stoße. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Gelege und Tierkinder oft auch von Reitern und Katzen sowie durch landwirtschaftliche Maschinen in Gefahr gebracht würden.

Bereits vor vier Jahren hatte eine Initiative gegen den allgemeinen Leinenzwang von Hunden in der Brut- und Setzzeit 15 000 Unterschriften gesammelt und an den Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums übergeben. Denn Niedersachsen ist eines der letzten Bundesländer, in denen Hunde vom 1. April bis zum 15. Juli zum Schutz von Wildtieren angeleint werden müssen. Die Unterschriftenliste blieb bislang allerdings erfolglos. 

Von Stephanie Zerm

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