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Hemmingen Von den Beatles bis zu Ed Sheeran
Umland Hemmingen Von den Beatles bis zu Ed Sheeran
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17:56 31.07.2018
Unchained rocken jede Altersklasse: Marc Wettering (von links), Andreas Weber, Manfred Otten, Silke Mainwaring und Achim Beyer. Quelle: Bernd Rother
Hemmingen

 Die Geschichte der Band The Unchained beginnt 2014 in Arnum bei einem musikalischen Workshop der Landeskirche für Männer über 50. „Es war genau das, was ich damals suchte“, sagt Gitarrist Andreas Weber, der über eine Anzeige in dieser Zeitung auf den Workshop aufmerksam geworden war. Wie die meisten Mitglieder hatte er bereits seit früher Jugend Musik gemacht. „Doch dann standen Beruf und Familie zunächst im Vordergrund. Nachdem die Kinder groß waren, haben meine Frau und ich langsam begonnen, uns auch wieder persönlichen Hobbys zu widmen“, sagt Weber.

Der Gitarrist lernte in dem Workshop Bassist Manfred Otten, Schlagzeuger Achim Beyer und den Keyboarder und technischen Leiter der Band, Marc Wettering, kennen. Keiner der vier Musiker war zuvor miteinander bekannt. Doch die Chemie stimmte von Beginn an. Seit vier Jahren probt die Band jetzt gemeinsam jeden Dienstag in einem Probenraum in Hemmingen-Westerfeld. „Wenn dieser Termin einmal ausfallen muss, fehlt einfach etwas“, sagt Wettering.

Ein Jahr nach der Bandgründung nahm die Band Silke Mainwaring aus Pattensen als Sängerin auf. Bis zu dem Zeitpunkt hatte Weber den Gesang übernommen. „Ich bin aber kein Sänger, der nebenbei auch noch Gitarre spielt. Ich bin eher ein Gitarrist, der zur Not auch mal singt“, sagt Weber. Mainwaring hatte zuvor bereits viele Jahre in einem Gospelchor in Pattensen gesungen. „Sie sagt immer, dass sie im Gosplechor eher dazu angehalten wird, etwas leiser zu singen. Bei uns ist es genau umgekehrt“, erklärt Weber augenzwinkernd. Der Gitarrist übernimmt auch jetzt noch bei einigen Stücken den Backgroundgesang. Langfristig denkt die Band darüber nach, noch einen männlichen Sänger aufzunehmen. „Dann könnten sich die beiden Haupt-Stimmen wunderbar ergänzen“, sagt Weber.

Freuen sich auf jedes Konzert: The Unchained. Quelle: Bernd Rother

Die Band covert Rocklieder aus den vergangenen fünf Jahrzehnten, von „Let It Be“ von den Beatles bis zu „Thinking Out Loud“ von Ed Sheeran. „Einige Lieder spielen wir nah am Original, bei anderen variieren wir etwas mehr“, sagt Wettering. Das Kriterium sei am Ende immer, dass alle Bandmitglieder sich mit dem Lied wohlfühlen. Das lasse sich letztlich erst im gemeinsamen Spiel herausfinden. „Wir hatten schon Lieder, bei denen wir alle dachten, die passen perfekt zu uns. Und dann haben wir beim Proben bemerkt, dass sie doch nicht das Richtige für uns sind“, sagt Wettering.

Wenn die Musiker von ihrer Band erzählen, lässt sich die große Leidenschaft für das Projekt und auch die Harmonie untereinander spüren. Musik ist eine ganz besondere Art der Kommunikation, sind sich alle einig. „Wenn wir spielen, müssen wir alle aufeinander Acht geben. Sollte sich jemand verspielen, was allen mal passieren kann, müssen die anderen das auffangen“, sagt Weber. Auch Schlagzeuger Beyer betont das besondere Teamerlebnis innerhalb einer Band. „Musik kann das Leben auf vielerlei Arten verbessern“, sagt er.

Hier tanzen sogar 80-Jährige

Die Band tritt regelmäßig auf und hat dabei auch schon einiges erlebt. Alle erinnern sich noch an den Geburtstag eines 80-Jährigen im Wisentgehege in Springe. „Wir waren uns nicht ganz sicher, ob unsere Rockmusik für diese Altersklasse geeignet ist. Doch die haben alle ganz ausgelassen getanzt“, sagt Weber. Beyer ist mit 63 Jahren der Älteste in der Band. Er weist darauf hin, dass diese Generation es in ihrer Jugend auch noch gewohnt war, zu Livemusik zu tanzen. „Später wurde dann zur Musik aus der Konserve in Discotheken getanzt und bei Live-Konzerten eher zugehört“, sagt er.

Besondere Erlebnisse sollen auch die Auftritte bei zwei Motorradgottesdiensten in der Region Hannover gewesen sein. „Dort haben wir vor 400 Bikern gespielt“, sagt Wettering. Die Herausforderung sei es gewesen, die eher auf Lautstärke ausgerichtete Rockmusik in einer Kirche bewusst etwas leiser zu spielen und trotzdem zur Geltung zu bringen. „Das hat wunderbar geklappt. Sogar die kirchliche Orgel hat uns bei einigen Stücke begleitet“, sagt Wettering.

Weber sagt, dass alle Auftritte für die Band am Ende toll gewesen seien. „Wir sind in einem Alter, in dem sich keiner von uns mehr individuell beweisen muss. Für uns geht es nur um das gemeinsame Spiel und die Freude der Zuhörer“, sagt er. Auch die nächsten Auftritte stehen schon fest: Am Sonnabend, 18. August, ab 20 Uhr beim Gemeinde- und Kulturfest in Springe und am Sonnabend, 25. August, bei einem musikalischen Workshop der Landeskirche für Männer über 50 in Hessisch-Oldendorf. „Damit hat auch für uns damals alles begonnen“, sagt Weber.

Weitere Informationen rund um die Band stehen auf www.the-unchained.de.

Von Tobias Lehmann

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