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Hemmingen Agent Dee beweist Ausdauer bei Rock-Mission
Umland Hemmingen Agent Dee beweist Ausdauer bei Rock-Mission
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13:12 22.07.2018
Tritt meist in schwarz auf: Die Band Agent Dee. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen

 Vor jedem Auftritt gibt es einen Blubber-Lutsch. „Das ist unser Ritual“, sagt Alexander Krüger, Gitarrist und Sänger der Band Agent Dee. Wer den Namen für dieses Ritual erfunden hat, weiß niemand mehr so genau. Es handelt sich auf jeden Fall um einen Schluck Kräuterlikör. Anschließend gehen die sechs Musiker auf die Bühne und spielen gern auch mal vier Stunden lang rockige Coverversionen.

Krüger hat die Band gemeinsam mit dem Bassisten René Techt vor rund zehn Jahren gegründet. „Wir kannten uns schon zuvor aus verschiedenen Projekten“, sagt Techt. Schnell wurden Keyboarder Adrian Lesch und Sängerin Michaela Klinger als weitere Musiker gefunden. Letztere verwaltet auch die Geschäftsadresse der Band in Hemmingen. Schließlich kamen auch noch Janina Mangold aus Langenhagen und ein Schlagzeuger dazu. Lediglich dessen Posten wurde bereits zweimal neu besetzt. Seit Beginn des Jahres hält Sebastian Dehnert aus Seelze die Sticks in der Hand. Mangold sagt, dass die Band das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Art Familie habe: „Bei zehnjähriger enger Zusammenarbeit bleibt das nicht aus.“

Die Band Agent Dee probt für ihre Auftritte.

Die Sängerin erinnert sich noch daran, wie sie in einem Online-Magazin die Anzeige entdeckte, wonach die Band eine Sängerin sucht. „Ich bin dann zu dem Proberaum gefahren, der damals noch in einem dunklen Keller lag und hatte ein etwas mulmiges Gefühl“, sagt sie. Doch in dem Moment, in dem sie den Raum betrat, habe sie sich sofort wohl gefühlt.

Rockmusik mit Schwenks zu Pop und Hard-Rock

Krüger beschreibt den Stil der Band als Rockmusik „mit gelegentlichen Schwenks zu Popmusik auf der einen Seite und Hard-Rock auf der anderen Seite.“ Die Band covert Hits vergangener Jahrzehnte. „Wir sind aber keine Top-40-Band“ sagt Sängerin Klinger. Vielmehr schlägt jeder der sechs Mitglieder regelmäßig drei bis vier Lieder vor, und die anderen Musiker wählen dann eins davon aus. So kann jeder auch seinen individuellen Musikgeschmack ausleben. „Wir sind zwischen 37 und 54 Jahre alt. Jeder hat eine andere Jugend erlebt und damit auch einen anderen Musikgeschmack“, sagt Mangold.

Einige Lieder werden nah am Original gespielt, andere auch etwas verändert. So wurde zum Beispiel aus dem Pophit „The Look“ von Roxette eine Rocknummer mit Gitarrensolo. Ein selbst geschriebenes Lied hat die Band auch im Programm: „Crazy Christmas“. Die Idee für die Melodie brachte Krüger eines Tages mit in den Proberaum und die beiden Sängerinnen wurden sich sehr schnell über einen Text einig. Der neue Schlagzeuger hat das Repertoire der Band mittlerweile auch zu spielen gelernt. „Ich war zuvor schon in einer Coverband und hatte viele Lieder schon gespielt, manchmal nur in einer etwas anderen Version“, sagt Dehnert.

4-Stunden-Auftritte bei Stadtfesten

Meist tritt die Band pro Jahr bei zehn bis zwölf größeren Stadtfesten auf. Die Gigs dort können auch schon mal bis zu vier Stunden und länger sein. „Einmal haben wir diese Vier-Stunden-Auftritte an zwei Tagen hintereinander gespielt. Das machen wir nicht nochmal“, sagt Klinger. Die Band bringt ihre gesamte Technik immer selbst mit und baut die Anlagen sowohl auf- wie auch ab. „Nach so einem Auftritt tut am nächsten Tag alles weh“, sagt Mangold. Zum Anspruch der Band gehöre es schließlich auch, dass sie auf der Bühne immer eine gute Show bietet. „Wir wollen, dass die Zuschauer vor der Bühne genauso viel Spaß haben wie wir darauf“, sagt die Sängerin.

Die Musiker stecken viel Energie und Zeit in die Band. Geprobt wird zweimal die Woche in einem Raum in der Nähe des Flughafens in Langenhagen. Für den nächsten Monat hat Agent Dee einen Fotografen engagiert, der neue Bandfotos erstellt und auch ein neues Video soll demnächst geschnitten werden. „Den Traum, von der Musik leben zu können, haben wir aber wohl alle mit Mitte 20 aufgegeben“, sagt Krüger. Mangold hatte als Jugendliche sogar einmal eine Single im damals angesagte Eurodance-Stil veröffentlicht. „Doch um wirklich berühmt zu werden, brauchst du viele Kontakte und musst auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“, sagt sie.

Anektdote mit Bundesminister

Agent Dee haben jetzt ihre regelmäßigen Auftrittsorte im Bereich zwischen Aurich und Kassel gefunden. Auch in Hemmingen hat die Band schon mehrfach gespielt. Klinger erinnert sich noch an eine besondere Anekdote: Die Band hatte für eine größere Veranstaltung auf dem Rathausplatz die gesamte Technik gestellt, also auch für den Ton gesorgt. „Der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee war zu Gast und just in dem Moment, als er an das Mikrofon trat, fiel der Ton aus“, sagt Klinger. Der Minister habe dann einfach weiter gesprochen, während die Band fieberhaft nach dem Problem suchte, das schließlich lokalisiert wurde. Eine Kabeltrommel funktionierte nicht richtig. Gerade als der Minister mit seiner Rede fertig war, ging das Mikrofon wieder an.

In den zehn Jahren haben die Bandmitglieder zahlreiche Anekdoten erlebt. „Bei einem Auftritt in Barsinghausen fiel einmal das Licht aus, und wir haben im Dunkeln weiter gespielt“, sagt Techt. Zurzeit bereitet sich die Band auf ihren Auftritt bei der Veranstaltung „Steinhuder Meer in Flammen“ vom 24. bis 26. August vor. Keyboarder Lesch sagt: „Wir hoffen aber, dass wir bald auch mal wieder in Hemmingen spielen können.“

Von Tobias Lehmann

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