Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Hemmingen Freibad und Strandbad bleiben erhalten
Umland Hemmingen Freibad und Strandbad bleiben erhalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 30.06.2018
Die Diskussion kann beginnen: Der Fördervereinsvorsitzende Daniel Josten (Mitte) stellt die Teilnehmer des Podiums vor. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

Das Freibad Arnum und das Strandbad Hemmingen-Westerfeld sind gerettet. Politik und Verwaltung bekräftigten, Schließungen seien für sie kein Thema. Es solle alles dafür getan werden, dass die Bäder auch zur neuen Saison 2019 öffnen. Das haben die Vorsitzenden der vier Ratsfraktionen und Bürgermeister Claus Schacht am Mittwochabend betont.

Eigentlich wird bei einer Podiumsdiskussion kontrovers diskutiert. Doch bei der Veranstaltung des Fördervereins Freibadinitiative Arnum war das anders. Auf dem Podium waren sich alle einig, dass das Freibad und das Strandbad erhalten bleiben sollen. Vor den mehr als 60 Besuchern in der Arnumer Begegnungsstätte wurde aber auch deutlich gemacht, dass es sich – zumindest vorerst – nicht um eine 1:1-Lösung handeln kann. So sei es zum Beispiel schwierig geeignetes Personal zu finden. Die Stadt will zweigleisig fahren: Gibt es keinen privaten Bewerber, übernimmt die Stadt die Betriebsführung wie schon in der Zeit vor 2005. „Wir fangen nicht bei Null an“, sagte Bürgermeister Claus Schacht. Anlass für die aktuelle Diskussion ist, dass der derzeitige Betreiber, die gemeinnützige Bäder GmbH, die Betriebsführung der beiden Bäder zurückgeben will.

Diese Zeitung fasst einige der Fragen und Antworten an dem Abend zusammen.

Wird der Eintritt teurer?

Das ist noch unklar. Bürgermeister Schacht sprach von viel Klimpergeld angesichts der Eintrittspreise von 3,80 Euro beziehungsweise 1,90 Euro für Kinder und Jugendliche in Arnum sowie 2,80 beziehungsweise 1,30 Euro im Strandbad.

Wird eine Genossenschaft gebildet?

Das ist denkbar und wird geprüft.

Wie haben sich die Vorsitzenden der Ratsfraktionen geäußert?

Jens Beismann (SPD) forderte, „so kostengünstig wie möglich zu arbeiten, aber den qualitativen Standard zu erhalten“. Ulff Konze (CDU) sieht „Chancen auf Optimierungen“. Wolf Hatje (DUH) sagte, es seien „komplexe Fragen mit vielen Verästelungen“ zu lösen. Ulrike Roth (Bündnisgrüne) forderte: „Es darf keine Zäsur geben.“

Im Vorstand des Fördervereins wurden Bedenken laut, dass das Arnumer Bad, deren Kosten in der Betriebsführung höher sind als beim Strandbad, zum ungeliebten Kind der Politik werden könnte.

Die Ratsfraktionen machten deutlich, dass erst einmal im Mittelpunkt stehe, dass der Badbetrieb ohne Lücken fortgesetzt werden kann. Synergieeffekte seien zu prüfen.

Ein regelmäßiger Badbesucher in Arnum schlug vor, das Becken zu überdachen, um es auch bei schlechter Witterung nutzen zu können, sowie eine Sauna einzurichten.

Der Fördervereinsvorsitzende Daniel Josten sagte: „Mit Attraktivitätssteigerungen rennen Sie bei uns offene Türen ein.“ Bürgermeister Schacht gab zu bedenken, dass solche Investitionen mehrere Millionen Euro kosten und warnte vor einer neuen Konkurrenz zum Hallenbad. Selbst wenn dreimal so viele Besucher ins Freibad Arnum kämen wie heute, würde es immer noch nicht kostendeckend geführt. Jens Beismann (SPD) machte deutlich, dass bei hohen Investitionen der Eintrittspreis angehoben werden müsste. Vor neuen Projekten sollte aber erst einmal Bestehendes wie die Außentoiletten modernisiert werden. „Wir sind doch gesegnet mit drei Bädern in so einer kleinen Stadt“, sagte Beismann.

Warum tagt der Verwaltungsausschuss am Donnerstag, 28. Juni, also ausnahmsweise in den Sommerferien?

Bürgermeister Schacht zufolge muss der Vertrag mit der gemeinnützigen Bäder GmbH von dem Gremium aufgelöst werden.

Wie geht die Stadtverwaltung jetzt vor?

Die Daten, was es bei einer privaten und bei einer städtischen Betriebsführung kosten würde, hat sie weitgehend zusammengetragen. Nun geht es darum diese zunächst verwaltungsintern zu bewerten. Schacht erläuterte, die Chloranlage und die Heizung im Arnumer Bad müssten für eine sechsstellige Summe saniert werden.

Spielt das Büntebad in Hemmingen-Westerfeld bei der Diskussion auch eine Rolle?

Ja. Schacht sagte: „Ich betrachte alle drei Bäder zusammen, denn das ist für die Personalbewirtschaftung einfacher.“

Warum hofft der Förderverein des Arnumer Freibades auf mehr Mitglieder?

„Je stärker der Verein, desto größer ist unser Einfluss auf die Politik“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Karl Heinz Josten. Es habe zwar in den vergangenen Wochen einige Eintritte gegeben, so dass der Verein jetzt 130 Mitglieder zählt, doch das sei noch zu wenig. Der Mitgliederbeitrag betrage nur 1 Euro im Monat. Nähere Auskünfte gibt es im Internet auf freibadinitiative.de, E-Mail: kontakt@freibadinitiative.de.

Von Andreas Zimmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele freie Plätze gibt es nicht mehr: Doch für einige Aktionen im Ferienpass können sich Hemmingens Kinder und Jugendlich noch anmelden.

27.06.2018

Andreas Gonschior leitet die Hemminger KGS seit einem halben Jahr kommissarisch. Das bleibt auch vorerst so, denn es gibt noch keinen Nachfolger für Dieter Driller-van-Loo, der im Ruhestand ist.

27.06.2018
Hemmingen Hemmingen-Westerfeld - Kostenlose Smartphone-Schulung

Senioren hatten die Idee dazu: Die Stadt bietet im Juli eine kostenlose Smartphone-Schulung an. Die Finanzierung übernimmt die Bürgerstiftung Hemmingen.

27.06.2018