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Hemmingen Wohngruppe für Behinderte: Erster Elterntreff
Umland Hemmingen Wohngruppe für Behinderte: Erster Elterntreff
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16:27 06.02.2019
Bettina und Jens Redeker mit ihrer Tochter Paula im heimischen Wohnzimmer in Hemmingen. Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

Die sechs Mütter und zwei Väter, die sich am Dienstagnachmittag in Arnum getroffen haben, waren sich einig: Eine in Hemmingen angesiedelte Wohngruppe würde ihren schwerbehinderten Kindern die beste Perspektive auf ein weitestgehend selbstbestimmtes, eigenständiges Leben ermöglichen. Sie wissen, dass es bis dahin noch ein langer Weg sein wird. „Schwieriger in den Griff zu bekommen wird sicher der Prozess des gegenseitigen Loslassens sein, der aber nun einmal absolut notwendig ist - gleichermaßen zum Wohl der Kinder wie auch der Eltern“, fasst Hemmingens Behindertenbeauftragter Lutz Worat das Treffen zusammen. Auch er gehörte zu den Teilnehmern im Restaurant Stromboli.

Das Hemminger Ehepaar Bettina und Jens Redeker hatte die Initiative für das Vorhaben im Dezember 2018 gestartet. Das Treffen der Eltern am Dienstag, alle wohnen im Hemminger Stadtgebiet, war das erste. Der Antrieb von Bettina und Jens Redeker kommt nicht von ungefähr: Ihre 16-jährige Tochter Paula hat von Geburt an einen Gendefekt und ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Bürgermeister Claus Schacht unterstützt die Initiative. „Durch das Mehrgenerationenwohngebiet in Arnum wurde zwar eine große Lücke geschlossen, aber eine solche Wohngruppe fehlt in Hemmingen“, sagte er am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung. „Ich stehe dem positiv gegenüber.“ Offen ist, wo das Haus mit der Wohngruppe entstehen soll. Nach Ansicht der Eltern ist die sogenannte Fläche 60 beim Pflanzenparadies Glende an der B3 in Hemmingen-Westerfeld ein guter Standort, unter anderem wegen der Nähe zur künftigen Stadtbahn-Haltestelle. In dem Gebiet soll laut Stadtverwaltung in einigen Jahren Wohnraum für 300 bis 400 Menschen entstehen. Schacht sagte: „Auch wir haben die Fläche 60 dafür im Visier.“ Wenn es zurzeit Anfragen für Bauvorhaben an anderen Stellen in der Stadt gibt, bringe die Verwaltung das Projekt Wohnheim bereits ins Gespräch.

Lutz Worat erläuterte: „Eine nach Geschlecht und Alter gemischte Wohngruppe böte optimale Voraussetzungen, dass die jungen Erwachsenen voneinander lernen und neue Fähigkeiten zur eigenständigen Alltagsbewältigung und Lebensgestaltung sowie mehr Selbstbewusstsein entwickeln können.“ Die Eltern zeigen sich zuversichtlich in der Region Hannover einen qualifizierten Anbieter für Pflege und Betreuung der Kinder zu finden. Und die Finanzierung? Worat zufolge sind unterschiedliche Modelle denkbar: vom genossenschaftlichen Modell bis zu einem Investor.

Wie geht es nun weiter? Die Eltern wollen eine Informationsveranstaltung mit einem Vertreter der GIS organisieren, der gemeinnützigen Gesellschaft für inklusive Serviceleistungen mbH in Hannover. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Ein Termin steht aber noch nicht fest. Dann sollen beispielsweise rechtliche Fragen geklärt werden. Darüber hinaus wollen die Eltern ihre Wünsche und Ideen in einem Konzept zusammenfassen, dass sie Rat und Verwaltung vorstellen möchten.

 Weitere Mitstreiter werden weiterhin gesucht, nicht nur aus dem Hemminger Stadtgebiet, sondern auch aus den umliegenden Kommunen. Wer interessiert ist, schickt eine E-Mail an die vom Ehepaar Redeker eingerichtete Adresse projekt-wohnheim@t-online.de. Mittlerweile gibt es im sozialen Netzwerk Facebook auch eine Gruppe „Projekt Wohnheim Hemmingen“.

Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Von Andreas Zimmer

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