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Alfons im bauhof: Erinnerungen an Grand-mère

Hemmingen-Westerfeld Alfons im bauhof: Erinnerungen an Grand-mère

Die meisten kennen ihn nur als Alfons mit Puschel-Mikro, den liebenswert Deutsch mit französischem Einschlag Fragen stellenden Franzosen. Dass der Wahl-Hamburger jedoch auch ganz anders kann, bewies der Kabarettist und Kultreporter mit der Vorpremiere seines neuen Programms im Kulturzentrum bauhof.

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Musikalisch stimmungsvoll begleitet von Julia Schilinski nimmt Alfons die bauhof-Besucher mit auf eine Reise in die Geschichte seiner französischen Familie, speziell seiner Großmutter.

Quelle: Torsten Lippelt

Hemmingen-Westerfeld. Denn Alfons unterhielt die rund 100 Gäste im Saal des bauhofs in Hemmingen-Westerfeld am Donnerstagabend mit einer warmherzigen Mischung aus Theaterabend, Comedy und poetischen Momenten. Mit einer für das französische Lebensgefühl – zumindest klischeehaft von deutscher Seite - als typisch angesehenen Verspätung von etwa 15 Minuten erzählte Alfons etwas aus seiner – als authentisch angegebenen - Familiengeschichte.

Rund um seine Überlegungen, die ihm angebotene deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, reiste er nach Südfrankreich. Er wollte den Nachlass seiner verstorbenen Grand-mère, seiner geliebten Großmutter, aufzulösen. Dabei blickte er in liebevoll erzählten Bildern zurück, erinnerte sich an schief gegangene stinkbombenähnliche Chemieexperimente seines Urahnen ebenso wie ans Einritzen der eigenen Initialen von sich und seinen Freunden in eine selbst gepflanzte Pinie in seiner Kindheit.

Im Mittelpunkt der – mal lustig, mal sentimental-nachdenklichen Erinnerungen - stand jedoch seine Großmutter. Von ihr berichtete Alfons episodenhaft von der Kriegszeit und dem Konzentrationslager Auschwitz, von ihrer Aversion gegen Musik („Beethoven oder Bohrmaschine war für sie kein Unterschied“) außer dem Radetzky-Marsch, den sie bei den Amerikanern nach der Befreiung hörte. Er sprach von ihrem Spaß bis ins hohe Alter, Menschen mit einer magnetisch geleiteten Plastikfliege zu täuschen und von ihrer Vorliebe für Militärparaden und Präsident Mitterand, auf dessen VIP-Tribüne sie dann an einem Nationalfeiertag dabei sein durfte.

Ganz zum Schluss zeigte Alfons seine Grand-mère sogar im Bild. Und wiederholte völkerverbindend, was sie ihm in einem lange im Familientresor verschlossenen Brief mit auf den Weg gab: „Richte Deine Taschenlampe im Herzen auf das Gute und die Zukunft, nicht auf das Vergangene.“ Stimmungsvoll untermalt wurde der Abend am Piano und mit Gesang von der Musikerin Julia Schilinski.

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Von Torsten Lippelt

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