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Nachrichten Hoher Holzweg: Anwohner für einfachste Lösung
Umland Hemmingen Nachrichten Hoher Holzweg: Anwohner für einfachste Lösung
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00:32 03.06.2018
Holperstrecke: Die Fahrbahn muss saniert werden. Quelle: Andreas Zimmer
Arnum

Noch ist er eine Sackgasse, doch Ende 2019 wird der Hohe Holzweg in Arnum einer der wichtigsten Zubringer zur B3-Ortsumgehung im Hemminger Stadtgebiet. So wie die Straße heute ist, kann sie aber nicht bleiben, da der Verkehr darauf deutlich zunehmen wird. Reicht eine neue Fahrbahnschicht oder soll sie ausgebaut und umgestaltet werden?

Die Mehrheit der rund 70 Teilnehmer der nicht öffentlichen Anliegerversammlung am Mittwochabend in Arnum hat sich für die einfachste Variante mit einer neuen Deckschicht ausgesprochen. Vor weiteren Arbeiten solle erst einmal abgewartet werden, wie sich die Verkehrssituation am Hohen Holzweg entwickelt. Das teilte Bürgermeister Claus Schacht auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Stadt hatte etwa 90 Teilnehmer eingeladen. Die rund 90 Minuten Versammlung war in den Räumen der B.A.S. Verkehrstechnik, die selbst Anlieger ist.

Kurz vor der Fertigstellung der Umgehungsstraße will die Stadt zu einem weiteren Termin einladen, dabei den gesamten Hohen Holzweg abgehen und mit den Eigentümern deren individuellen Probleme besprechen. Dieser Vorschlag sei am Mittwochabend „dankbar aufgenommen worden“, sagte Schacht. „Uns war es wichtig ein Stimmungsbild der Anwohner zu erhalten.“ Schacht kündigte zudem an, dass die Stadt mögliche Verkehrsverstöße am Hohen Holzweg stärker überwachen will. Viele Fahrzeuge seien dauerhaft auf der Straße geparkt. Wie bisher soll es auch bei Tempo 30 bleiben, wenn die B3-Ortsumgehung freigegeben ist. Bei einem möglichen Ausbau des Hohen Holzweges befürchten etliche Anlieger, dass nicht nur Tempo 50, sondern deutlich schneller gefahren werde, erläuterte Schacht.

Dem Vernehmen nach haben viele Anlieger für die einfachste Variante gestimmt, weil sie keine Straßenausbaubeiträge zahlen wollen. Einige Teilnehmer schienen offenbar mit den insgesamt vier Varianten, die das Büro SHP Ingenieure Hannover vorstellte, überfordert. Die Varianten sind vergleichsweise kompliziert und unterscheiden sich vor allem durch die Radverkehrsführung sowie die Zahl und Anordnung der Parkplätze. Das Büro SHP befürwortet zusammen mit der Stadtverwaltung die Variante 4 mit Kosten von schätzungsweise 490.000 Euro oder eine Kombination der Varianten 1 und 2 mit Kosten von schätzungsweise 322.000 Euro. Beide Möglichkeiten hätten wiederum Auswirkungen auf die Kreuzung Hoher Holzweg/B3, wo zum Beispiel ein sogenannter Aufstellstreifen für Radfahrer angelegt werden müsste, also eine rot markierte Fläche vor der Ampel für Radfahrer.

Die vier Varianten in Kurzform:

Variante 1: Es muss nichts umgebaut werden. Der Radverkehr bleibt auf der Straße. Das Parken ist nur noch an einer Seite erlaubt. Westlich der Beethovenstraße entfallen daher 34 Parkplätze und östlich davon 33, das ist zusammen mehr als die Hälfte der heutigen Parkplätze.

Variante 2: Bestimmte Abschnitte müssen umgebaut werden. Die Radfahrer sind auf einem Schutzstreifen unterwegs. Bei den Abstellflächen ist unter anderem geplant, jene zwischen Beethovenstraße und der heutigen B3 in den südlichen Seitenraum zu verlegen. Westlich der Beethovenstraße entfallen daher 34 Parkplätze und östlich davon 33, das ist zusammen mehr als die Hälfte der heutigen Parkplätze.

Variante 3: Bestimmte Abschnitte müssen umgebaut werden. Eine Strecke soll für den Radverkehr in beide Richtungen frei sein. Das Fahren auf der Straße ist aber weiterhin auch erlaubt. Westlich der Beethovenstraße entfallen 42 Parkplätze und östlich davon 33, das ist zusammen mehr als die Hälfte der heutigen Parkplätze.

Variante 4: Der Umbau erstreckt sich über die gesamte Straße. Östlich von der Einmündung in die Beethovenstraße soll ein Schutzstreifen für Radfahrer angelegt werden. Westlich der Beethovenstraße fahren Radfahrer wie bisher auf der Straße. Bei dieser Variante entfallen nur östlich der Beethovenstraße 33 Parkplätze.

Das ist der Hohe Holzweg heute

Wer heute in den Hohen Holzweg in Arnum fährt, hat meist das dortige Gewerbegebiet als Ziel. Etliche Unternehmen haben sich dort niedergelassen. Östlich der Beethovenstraße stehen aber nur Wohnhäuser. Die Stadt ist mit dem Betriebshof selbst Anlieger. Auch der Tierschutzverein Hände für Pfoten hat dort seinen Sitz. Anfang und Ende der etwa einen Kilometer langen Straße könnten kontrastreicher nicht sein: Hier die stark frequentierte B3-Kreuzung mit Ampeln, dort ein Feldweg mit Pferdekoppel.

2600 Fahrzeuge, davon sind etwa 8 Prozent Lastwagen, rollen laut Planungsbüro SHP täglich auf dem Hohen Holzweg östlich der Beethovenstraße. Westlich davon sind es 1900, davon etwa 11 Prozent Lastwagen. Radfahrer fahren auf der Straße. Wegen der vielen parkenden Fahrzeuge müssen sie häufig ausweichen.

Im Entwurf des Verkehrsentwicklungsplans 2030 der Stadt Hemmingen macht SHP deutlich: „Seiner neuen Aufgabe ist der Hohe Holzweg nur bedingt gewachsen, da wegen des beidseitigen Parkens auf der Fahrbahn derzeit keine durchgängig zweistreifige Verkehrsführung möglich ist.“ Die Fahrbahn sei etwa 9 Meter breit, tatsächlich aber wegen der vielen parkenden Fahrzeuge weniger als fünf Meter. Fahrbahn und Gehwege seien stellenweise „stark sanierungsbedürftig“. Abschnittsweise gelten bereits Halteverbote, einige Bereiche sind durch Zick-Zack-Linien gesperrt. Hinzu kommen etliche Grundstücksein- und ausfahrten. zi

Von Andreas Zimmer

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