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Nachrichten Hemmingen: Asylantrag wird nach eineinhalb Jahren bewilligt
Umland Hemmingen Nachrichten Hemmingen: Asylantrag wird nach eineinhalb Jahren bewilligt
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00:16 19.04.2018
Den Asylantrag für sein Mündel hatte Dieter Windisch bereits im September 2016 gestellt. Quelle: Stephanie Zerm
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Harkenbleck

 Der Asylantrag für einen 13-Jährigen aus Hemmingen ist bewilligt worden – als der letzte aller in Hemmingen untergebrachten Syrer. Etwa eineinhalb Jahre lang hat der Harkenblecker Dieter Windisch gekämpft, gezittert, gebangt. Im September 2016 hatte er die Vormundschaft für den damals elfjährigen Flüchtling aus Syrien übernommen. 

Das Problem: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bewilligte trotz wiederholter Nachfragen den Asylantrag des Jungen nicht – und das, obwohl die Anträge für dessen erwachsenen Bruder und seine Familie, mit denen er zusammen über das Mittelmeer geflüchtet war, bereits vor zwei Jahren sofort anerkannt  worden waren und der Behörde alle erforderlichen Unterlagen vorlagen. Doch nun ist der Asylantrag bewilligt. „Ich bin darüber sehr erleichtert“, sagt Windisch, der seit 2016 als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer arbeitet. 

Die eineinhalb Jahre Wartezeit seien für ihn sehr nervenaufreibend gewesen. Nachdem diese Zeitung am 22. Februar 2018 über den Fall berichtete, habe er jedoch viel Unterstützung und etliche Ratschläge erhalten. „Es gab eine große Resonanz auf den Bericht“, sagt Windisch. Sogar das Büro der SPD-Landtagsabgeordneten und Landesbeauftragten für Migration in Niedersachsen, Doris Schröder-Köpf, habe Unterstützung angeboten.

Letztlich Erfolg hatte aber offenbar ein Brief an die Leiterin des Bamf, den Windisch per Einschreiben mit Rückschein abschickte. „Dann ging plötzlich alles sehr schnell“, sagt der Flüchtlingshelfer. Innerhalb von wenigen Tagen habe er einen positiven Bescheid erhalten. 

Die Eltern sind noch in Syrien

Darüber freue sich auch der 13-Jährige sehr. „Seine Eltern sind noch in Syrien, nun kann er sie nachholen“, sagt Windisch. Seinen Angaben nach waren Vater und Mutter des Jungen zuletzt in der umkämpften Region um Ost-Ghouta. „Wir hatten große Angst, ob sie überhaupt noch leben“, berichtet er. „Vor einigen Tagen konnten die Eltern das Gebiet aber verlassen und sind nun in Damaskus.“ Wann immer es möglich sei, telefoniere der 13-Jährige mit ihnen.

Nun will Windisch für den Jungen einen Antrag auf Familiennachzug stellen. Damit beginnt jedoch erneut ein langes Warten. „Die Eltern müssen zunächst einen Termin bei der Deutschen Botschaft in Beirut vereinbaren, um ein Visum zu erhalten“, erklärt der 64-Jährige. Allein die Wartezeit auf einen solchen Termin betrage etwa ein Jahr. 

Den 13-Jährigen und dessen Familie will Windisch auch weiterhin betreuen. Weitere Ehrenämter, bei denen er mit dem Bamf oder anderen Behörden zu tun haben könnte, will er jedoch nicht mehr annehmen. „Das werde ich mir auf keinen Fall nochmals antun“, sagt der Rentner.

 

Von Stephanie Zerm

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