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Nachrichten Archäologische Funde? Acker wird untersucht
Umland Hemmingen Nachrichten Archäologische Funde? Acker wird untersucht
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17:33 14.12.2015
Von Tobias Lehmann
Sebastian Pfnorr untersucht mit einem Gradiometer den Ackerboden nahe der KGS. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen-Westerfeld

Meter für Meter schreitet Sebastian Pfnorr den freien Acker an der KGS Hemmingen ab. Um seinen Hals hängt ein sogenannter Gradiometer. "Dieser misst die Bodenbeschaffenheit bis zu einer Tiefe von 1,50 Meter", erläutert Pfnorr, der als Prospektor von einer Firma aus Marburg beauftragt wurde, den Boden des Ackers zu untersuchen. Ute Bartelt, Archäologin der Region Hannover, ergänzt: "Die Atome im Boden richten sich gen Norden aus und bilden über Jahrtausende eine feste Formation. Der Gradiometer stellt Störungen dieser Ordnung fest." Diese Störungen lassen sich zeitlich nicht datieren. Es kann sein, dass sie auf im Mittelalter erbaute Städte hinweisen wie auch auf ein Tier, das vor einem Jahr auf dem Acker ein Loch gegraben hat. "Es gibt aber Erfahrungswerte, die uns archäologische Funde erkennen lassen", sagt Bartelt.

Darum geht es in der Untersuchung des Bodens, die am Montag begonnen hat. Dass im Bereich der KGS eine mittelalterliche Siedlung mit dem Namen Minori Hemie - Klein Hemmingen lag, ist schon länger bekannt. Bei den nötigen Ausgrabungen für den Bau der Buswendeschleife an der KGS im vergangenen Jahr wurde dies durch zahlreiche Funde von Gebäuderückständen wie auch Keramikscherben bestätigt. Die Funde bewiesen, dass die Siedlung bereits im 9. Jahrhundert bestand. Die aktuellen Untersuchungen sollen die bisherigen Forschungen unterstützen.

"Dabei geht es uns vor allem um die tatsächliche Größe der Siedlung", erläutert Bartelt. So werden zum Beispiel keine neuen Grabungen beginnen, auch wenn die Aufnahmen des Bodens archäologische Funde nahelegen. "Für die weitere Forschung brauche ich nicht noch einmal hunderte von Kartons mit Scherben", sagt Bartelt. Die Funde aus dem vergangenen Jahr werden zurzeit alle noch von Mitarbeitern der Region Hannover gesichtet, bevor sie im Landesmuseum archiviert werden. 

In Auftrag gegeben hat die Untersuchung der Heimatbund Hemmingen. "Es ist eine ureigene Aufgabe für unseren Verein", sagt der stellvertretende Vorsitzende Karl-Heinz Nowak. Es sei in erster Linie darum gegangen, den Auftrag zu erteilen. Die Kosten werden zum großen Teil von der Region Hannover übernommen. Die Arbeiten auf dem Acker werden am Dienstag bereits abgeschlossen. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet. Die Gutachten sollen in etwa vier Wochen vorliegen.

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