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Umland Hemmingen Nachrichten Römerlager wurde über Schiffe versorgt
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00:16 11.10.2017
Römische Fluss- und Binnenschifffahrt interessiert die Besucher der Themenführung beim Wilkenburger Feldlager. Quelle: Andrea Weber
Wilkenburg

Rund ein Dutzend Interessierte hatten sich bei Regen und Wind an der Infotafel der Römer AG Leine (RAGL) eingefunden, um an der Themenführung zum Thema Römische Binnen- und Flussschifffahrt teilzunehmen. Das erst 2015 entdeckte, etwa 40 Hektar große römische Feldlager bei Wilkenburg verfügte, nach neuesten Erkenntnissen, offenbar über eine Anbindung an Wasserwege. Flüsse waren für den Transport riesiger Mengen Getreide, das als Viehfutter und zur menschlichen Ernährung gebraucht wurde, erheblich besser geeignet, als die oft schlammigen Landwege. Das typisch norddeutsche Regenwetter, dass auch diesen Herbst begleitet, veranschaulichte sehr deutlich diese These: Die Wege rund um das Römerlager sind sehr schlammig und schwer befahrbar.

Drei Mitglieder der RAGL, Experten auf unterschiedlichen Gebieten, referierten anschaulich über diesen Themenbereich.Dr. Robert Lehmann, Archäometallurg, wies in seiner Einleitung auf die große archäologische Bedeutung des nördlichsten Marschlagers in Deutschland hin. Es bot Platz für mindestens zwei Legionen, etwa 20.000 Mann mit Hilfstruppen und Pferden. Es ist zudem das einzige Lager, dass nicht zu großen Teile überbaut wurde. Und dieses Lager ist akut vom Kiesabbau bedroht. Wenn die Pläne in die Tat umgesetzt werden, wird der Bereich in einem riesigen See verschwinden.Lehmann bedauert dies sehr. Das einzige Römerlager der Niederlande, bei Ermelo, wird streng geschützt und demnächst als Weltkulturerbe eingestuft. „Nur bei uns ist die Politik noch nicht so weit“, sagte er.

Nach neuesten Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass die Dicke Riede schiffbar war und Anbindung an die Alte Leine hatte.  Historikerin Dr. Karola Hagemann stellte unterschiedliche Schiffstypen der Römer vor. Große Kriegschiffe waren hauptsächlich auf den Meeren vertreten, es gab aber auch Flotten im Binnenland, allerdings auf größeren Flüssen, weil diese Schiffe eine gewisse Flusstiefe benötigen. Es wurde ein Kanal vom Rhein zur Nordsee gebaut, um von dort mit den Flotten von bis zu 1000 Schiffen in Flüsse wie Elbe und Weser einzulaufen.

Etwas kleiner waren die sogenannten Liburnen. Sie waren etwa 10 Meter lang, schnell und wendig und wurden als Transport- und Begleitschiffe eingesetzt. Außerdem gab es noch die reinen, flusstauglichen Transportschiffe, fast ohne Tiefgang. Sie wurden für militärische Zwecke, aber auch zum Transport von Waren und Handelsgütern genutzt. Karola Hagemann erklärte, dass sich das Personal auf den Schiffen aus Soldaten und Seeleuten zusammensetzte.

Grafiker Werner Pollak, der bei Veranstaltungen gelegentlich in die Rolle eines römischen Legionärs schlüpft, beschrieb den Zuhörern die Bedeutung der Binnenschifffahrt. Über die Leine als Versorgungsfluss ist noch nicht viel bekannt. Der Uferbereich sah ganz anders aus als heute: viel wilder und unwegsamer. Näherte man sich dem Ufer wurde der Boden schlammig, war mit Schilf dicht bewachsen und voller Schlick. Pollak sagte: „Solch ein Fluss war ein übles Hindernis. Wollte man ihn nutzen, musste man den Randbereich beherrschen.“ Die Ränder wurden gerodet und Treidelpfade angelegt.

Auf einem Boot konnte die gleiche Last, die auf 20 Wagen passte, viel effektiver bewegt werden. Die Wasserwege wurden zusätzlich zum Transport von Import- und Exportwaren genutzt. Die Römer interessierten sich für Honig, Holz, Daunen und Vieh, wie Schweine, Kühe und Pferde.

Die nächste Themenführung am römischen Feldlager findet am 04. November, um 14 Uhr zum Thema Kult und Mythos statt. Eine weitere beschäftigt sich mit Legionen im Winter und findet am 02. Dezember statt.

Fotostrecke Hemmingen: Römerlager wurde über Schiffe versorgt

Von Andrea Weber

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