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Nachrichten Deichbau: Die Meinungen sind geteilt
Umland Hemmingen Nachrichten Deichbau: Die Meinungen sind geteilt
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00:45 19.05.2018
Großes Interesse: Rund 40 Gäste kommen zu dem Abend in der Stadtgespräch der Bündnisgrünen zum Thema Hochwasserschutz. Quelle: Tobias Lehmann
Hemmingen

 Das Thema Hochwasserschutz spaltet in Hemmingen die Meinungen der Bürger. Das zeigte sich in der Reihe Stadtgespräch der Bündnisgrünen am Dienstagabend in der Vereinsgaststätte des SV Wilkenburg.

Rund 40 Gäste waren zu dieser ersten öffentlichen Diskussionsrunde zu dem Thema nach der Präsentation der neuen Erkenntnisse im städtischen Fachausschuss im April gekommen. Diese belegen unter anderem, dass Wilkenburg entgegen bisheriger Annahmen bei einem HQ100 im schlimmsten Fall komplett von der Außenwelt abgeschnitten werden könnte. Der Begriff HQ100 bezeichnet ein Hochwasser, wie es einmal in 100 Jahren vorkommt. Die maximalen Kosten für einen Hochwasserschutz für Hemmingen haben sich nach Schätzungen mit mittlerweile rund 20 Millionen nahezu verdoppelt.

Ein Gast sagte, dass für ihn der Kosten-Nutzen-Effekt eines Hochwasserschutzes zweifelhaft sei. Der Investition von 20 Millionen Euro stehe eine vermutete Schadenssumme bei einem HQ100 ohne Hochwasserschutz von 31 bis 47 Millionen gegenüber. „Doch wir müssen auch an die jährliche Unterhaltung des Deichs denken. Diese soll laut der Stadt sechsstellig sein“, sagt er. Dabei sei aus seiner Sicht nicht sicher, ob die Stadt diese Kosten dauerhaft übernehmen werde. 

Doris Linkhof sagte als „CDU-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin“, dass sie über diese Äußerung entsetzt sei. „Wir müssen als Stadt doch auch solidarisch sein.“ Diskutiert werden könne jedoch über einen Kompromiss, der so aussehen könnte, dass Betroffene etwa in einem Deichverband etwas mehr zahlen müssen als die Bewohner von nicht betroffenen Gebieten. 

Ratsherr Joachim Steinmetz (Grüne) erläuterte, dass eine Förderung des Hochwasserschutzes vom Land mit rund 70 Prozent „relativ sicher“ sei. Die Fraktionsvorsitzende Ulrike Roth, die die Veranstaltung auch moderierte, wies jedoch darauf hin, dass die Förderung noch nicht beantragt sei und bisher noch keinerlei Zusagen vorliegen. 

Ein weiteres Thema war der Verlust von etwa einer Millionen Kubikmeter sogenannter Retentionsräume, wenn ein Deich gebaut werden sollte. Dabei handelt es sich um Flächen, in denen das Wasser auf natürliche Weise oder auch mit Hilfe künstlicher Anlagen ablaufen kann. Für Ulrich Schmersow, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion der Region Hannover, steht fest: Beim Hochwasserschutz sollte es eher darum gehen, diese Flächen zu erweitern und nicht zu verkleinern. Er fordert, dass das Land ein Gesamtkonzept für den Hochwasserschutz erarbeiten solle. „Das ist besser, als wenn jetzt jede Kommune einzeln losmarschiert.“ 

Ein Gast sagte, er befürchte, dass dies noch Jahrzehnte dauern könnte. „Sollten wir nicht mit aller Kraft daran arbeiten, dass schon die nächste Generation dieser Gefahr nicht mehr ausgesetzt sein wird?“, fragte er.  Roth regte an, dass sich die Kommunen untereinander abstimmen können. Sie widersprach der an dem Abend geäußerten Kritik, dass die Stadt die Sorgen der Bürger nicht ernst nehme. „Wir haben bereits mehr als 500.000 Euro in notwendige Machbarkeitsstudien investiert. Es macht keinen Sinn, übereilte Entscheidungen zu treffen.“ Der Rat der Stadt will in der Sitzung am 7. Juni darüber entscheiden, wie es weitergehen soll. 

Von Tobias Lehmann

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