Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Doku über Mausoleum hat Premiere
Umland Hemmingen Nachrichten Doku über Mausoleum hat Premiere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:39 20.04.2015
Von Andreas Zimmer
Ein Ringgraben umgibt das Mausoleum. Schilder weisen dem Besucher den Weg und machen darauf aufmerksam, dass es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt. Zimmer (2) Quelle: Andreas Zimmer
Hemmingen

Zum kompletten Wiederaufbau fehlt das Geld. Ziel der Sanierung war es, die Überreste zu retten. Die Schüler haben unter anderem die Arbeiten gefilmt und zeigen etwa, wie ein Bagger die alten Mauersteine aus dem umliegenden Graben herausholt. Vertreter des Mausoleumsvereins standen vor der Kamera, aber auch Bürger wurden nach ihrer Meinung gefragt und die Eröffnungsfeier mitgefilmt. So kommt hier unter anderem der Landtagspräsident a. D. Jürgen Gansäuer zu Wort. Dirk Jüchter, Vorsitzender des Mausoleums-Fördervereins, erläutert im Gespräch mit dieser Zeitung: „Der Film beleuchtet nicht nur die Geschichte des Mausoleums, sondern begründet auch, warum das Bauwerk selbst als Ruine noch erhaltenswert ist.“

Lehrer Reinhold Baaske, Leiter des Seminarfachs Film, lobt das Engagement der Schüler, die zig Termine für den Film wahrgenommen haben. „Wir hatten letztlich das Vier- bis Fünffache an Material, aber das ist meistens so.“ Der Förderverein, die KGS und die Bürgerstiftung laden alle Bürger zu der Filmvorführung ein. Sie beginnt um 19.30 Uhr im Kulturzentrum Bauhof in Hemmingen-Westerfeld. Der Eintritt ist frei. Geplant wurde das Mausoleum von dem Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves. Gebaut hat es Conrad Wilhelm Hase. Es ist das Grabmal des Grafen Carl von Alten (1764–1840), General und Staatsmann. Als es nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr zerstört wurde und verfiel, wurden die Gebeine des Grafen in der Neustädter Kirche in Hannover beigesetzt.

Das Denkmal ist mehr als 170 Jahre alt

1840 Carl von Alten stirbt.

1842 Das Mausoleum entsteht.

1946 Bislang ist das Mausoleum einigermaßen unbeschadet. In den nächsten Jahren aber wird es durch Einbruch, Raub und Vandalismus zerstört.

1987 Der Förderverein gründet sich.

2013 Der Verein lässt das Denkmal sanieren, unter anderem mithilfe der Stadt, Stiftungen und der EU.

2014 Ab Mai steht ein 3-D-Modell des Mausoleums im Hemminger Rathaus. Im Herbst erhält der Turm im Sundern den letzten Schliff.

2015 Der Dokumentarfilm hat Premiere.

Einer der Mitwirkenden am Mausoleum-Film ist Jan Wellan. Redakteur Andreas Zimmer führte das Interview mit dem 18-Jährigen, der in Hannover-Wettbergen wohnt und die KGS Hemmingen besucht. 

Herr Wellan, bitte vervollständigen Sie den Satz: Die Filmvorführung am Dienstagabend sollte man sich nicht entgehen lassen, weil ...

... es eine informative Dokumentation über einen wichtigen Teil der Hemminger Geschichte ist.

Gab es ein Ziel des Films, das vorgegeben wurde? Welches war es?

Das Ziel war, den Renovierungsfortschritt an der Ruine zu dokumentieren. Dies war eine Möglichkeit, Jugendliche in das Projekt zu integrieren, was die Bedingung eines Geldgebers war.

Hatten Sie und Ihre Mitschüler bei der Umsetzung freie Hand?

Im Rahmen unseres Studienfachs Film haben wir mit Unterstützung von Herrn Baaske versucht, eigenständig die Fortschritte des Bauvorhabens zu dokumentieren und das im Unterricht Gelernte praktisch umzusetzen.

Was genau waren Ihre Aufgaben bei dem Film?

Hauptsächlich die Filmaufnahmen und anschließend der Schnitt.

Was gestaltete sich einfacher als gedacht, was war schwierig?

Grundsätzlich waren die Außenaufnahmen einfach zu realisieren, allerdings gab es bei der Einweihungsfeier kurzzeitige Tonprobleme, die wir aber doch schnell wieder beheben konnten.

Gab es besondere Momente?

Zu Beginn der Renovierung war das Wetter ziemlich schlecht. Daher mussten wir bei den ersten Aufnahmen zum Mausoleum regelrecht durch den Schlamm waten.

Ist es eigentlich der erste Film, an dem Sie mitgewirkt haben und der öffentlich gezeigt wird?

Nein, ich habe schon vorher eine Dokumentation über die Studienfahrt des zehnten Jahrgangs der KGS nach Kreisau, Breslau, Auschwitz und Krakau erstellt. Außerdem habe ich im Rahmen meiner Seminarfacharbeit am Wettbewerb „Filmklappe Hannover“ des Medienzentrums mit zwei Beiträgen teilgenommen.

Welche waren das?

Das eine war ein Kurzfilm mit einer fiktionalen Handlung zum Thema Mobbing und das andere war ein Werbespot für die „Azubiarena“. Da Filmen auch mein Hobby ist, habe ich meine eigene kleine Firma JFC-Film gegründet und verfolge damit ähnliche Projekte.

Kannten Sie als Hannoveraner das Mausoleum überhaupt vorher? Und haben Sie nach dem Film eine andere Sicht auf das Denkmal und seine Geschichte?

Ich habe durch dieses Projekt überhaupt erst erfahren, dass es das Mausoleum gibt, dass Carl Graf von Alten in Wilkenburg begraben wurde und dass dieses Mausoleum von Laves erstellt wurde.

Jetzt können Sie wegen der Abiturprüfungen bei der Filmvorführung nicht dabei sein. Sind Sie enttäuscht?

Ich hätte gern an der Vorführung teilgenommen und die Reaktion der Zuschauer beobachtet. Da ich aber diese Woche meine erste Abi-Klausur in Chemie schreibe, muss ich leider absagen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Sportvereine in Hemmingen ärgern sich darüber, wie die Kommunalpolitiker mit ihren jüngsten Zuschussanträgen umgegangen sind. „Sie wurden lapidar vom Tisch gefegt“, sagt Harald Gries für die Arbeitsgemeinschaft Sportvereine. Die Vereine seien „frustriert“.

Andreas Zimmer 19.04.2015

Bei der Jugendsportlerehrung der Stadt Hemmingen wurden am Freitag 107 Einzelsportler von Radiomoderatorin Werner und Bürgermeister Claus Schacht in Kategorien wie Leichtathletik, Badminton oder Kunstturnen geehrt.

21.04.2015

Eine weitere Gastronomie macht keinen Sinn mehr: Das baufällige Landgasthaus am Birkenweg wird abgerissen und macht damit Platz für neuen Wohnraum.

17.04.2015