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Umland Hemmingen Nachrichten Turmuhr soll Zeit wieder korrekt anzeigen
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00:25 25.03.2018
Von Thomas Böger
Rost hat dem Zifferblatt der Turmuhr auf der Harkenblecker Kapelle arg zugesetzt. Quelle: Thomas Böger
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Harkenbleck

Wenn die Harkenblecker in jüngster Zeit mal einen Blick auf die Turmuhr ihrer mehr als 600 Jahre alten Kapelle warfen, fühlten sie sich oft irritiert: Sie zeigte meist eine falsche Zeit an. Mal ging sie ein paar Minuten vor, mal ein paar Stunden nach, obwohl sie eigentlich per Funk von der Cäsium-Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig  ferngesteuert wird. "Irgendwie klappt die Kommunikation zwischen dem Funkempfänger und dem Antriebsmotor nicht mehr", sagt Wolf Hatje, Vorsitzender des Fördervereins der Kapelle. Jetzt soll nicht nur ein neuer Motor eingebaut, sondern auch gleich das Zifferblatt restauriert werden.

Erstmals wurde 1886 eine Uhr in der 1412 errichteten Kapelle installiert. "Die Thurmuhrenfabrik J.F. Weule aus Bockenem setzte die Turmuhr mit drei Schlagwerken auf den Turm und das Uhrwerk in den Dachboden", heißt es dazu in einem Flyer des Fördervereins. Das technische Meisterwerk steht heute noch auf dem Dachboden, hat aber keine Funktion mehr.

Die übernahmen 2001 zwei Elektromotoren: einer für die Uhr und einer für das Läutwerk der Glocke. Letzterer funktioniert auch noch einwandfrei und soll weiterhin genutzt werden. Aber der Antrieb für die Uhr wird ausgetauscht. Anstelle des defekten Geräts mit seinem mehrere Meter nach oben führenden Gestänge wird ein neuer Motor installiert, auf dessen Wellen die Zeiger direkt aufgesetzt werden. Gesteuert wird auch er von der Funkuhr. "Die Elektronik ist überprüft worden, sie arbeitet einwandfrei", berichtet Hatje. Das Gestänge des alten Antriebs bleibt aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten.

Doch die Turmuhr soll nicht nur wieder die Zeit korrekt anzeigen, sondern auch ein ansehnliches Zifferblatt erhalten. Es ist stark von Rost angegriffen. Davon soll es befreit werden und einen neuen schwarzen Anstrich erhalten. Zeiger und Ziffern bekommen eine neue Auflage aus Blattgold, so dass die Uhr dann in neuem Glanz erstrahlen kann.

Wann alles fertig sein wird, steht noch nicht fest. "Wir brauchen ein Gerüst", sagt Hatje, denn das Zifferblatt passt nicht durch den Turmaufgang. Die Kapelle soll aber möglichst weder zur Konfirmation noch zum Kapellenfest Mitte Juni eingerüstet sein. Ob das klappt, obwohl die Restauration mehrere Wochen dauern wird und das Ganze auch noch mit Malerarbeiten am Giebel koordiniert werden muss, ist noch offen.

Vielfältige Nutzungen

Der Förderverein hat sich 1983 gegründet. Für einen symbolischen Preis erwarb er die Kapelle von der Stadt, die sie den ursprünglichen Besitzern, der Familie von Reden, abgekauft hatte. Bevor sie wieder genutzt werden konnte, mussten die Vereinsmitglieder viel Zeit und Arbeit investieren, um die kleine Wehrkirche unter den wachsamen Augen des Denkmalschutzes instandzusetzen. Doch inzwischen finden in dem 1412 errichteten Gebäude wieder Gottesdienste beider christlicher Konfessionen statt. Außerdem steht sie für Trauungen, Taufen und Ehejubiläen zur Verfügung. Bis zu 75 Personen finden darin Platz.

Der Verein ist zum Unterhalt der Kapelle verpflichtet. Finanziert werden Reparaturen und Restaurierungen mit den Beiträgen der rund 130 Mitglieder, mit Spenden und mit den Erlösen von verschiedenen Veranstaltungen. Zum festen Programm gehören im Sommer der Kapellentag auf Schiefers Hof gleich gegenüber und im Winter das Krippenspiel mit mehr als 40 Mitwirkenden. Darüber hinaus organisiert der Verein Kulturveranstaltungen wie Lesungen oder Konzerte, bei denen der Eintritt frei ist, aber um eine Spende gebeten wird.  tb

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Rost hat dem Zifferblatt der Turmuhr auf der Harkenblecker Kapelle arg zugesetzt.

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