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Grundschulklasse soll in Container ziehen

Hemmingen Grundschulklasse soll in Container ziehen

Nur noch ein halbes Jahr, dann soll in Hemmingen die offene Ganztagsgrundschule eingeführt werden. Es zeigt sich: In jeder der drei Grundschulen sind dafür unterschiedliche Um- oder Anbauten notwendig. In Hiddestorf wird sogar überlegt vorübergehend eine Klasse in einem Container zu unterrichten.

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Auf dem Lehrerparkplatz der Grundschule Hiddestorf soll ein Container aufgestellt werden.

Quelle: Andreas Zimmer

Hemmingen.  Nur noch ein halbes Jahr, dann soll in Hemmingen die offene Ganztagsgrundschule eingeführt werden. Es zeigt sich: In jeder der drei Grundschulen sind dafür unterschiedliche Um- oder Anbauten notwendig. In Hiddestorf wird sogar überlegt vorübergehend eine Klasse in einem Container zu unterrichten.

Die gesamte Koordination soll zunächst mit dem vorhandenen Personal erledigt werden, schlägt die Stadtverwaltung vor. „Eine Angliederung ans städtische Familienservicebüro oder an die Schulabteilung wird gerade geprüft“, heißt es in einer Drucksache für den Fachausschuss, der am Mittwoch, 31. Januar, 19 Uhr, öffentlich im Rathaus tagt. 

Wenn im Februar alle Anmeldungen fürs Ganztagsangebot vorliegen, sieht die Stadt klarer, zum Beispiel bei den zusätzlichen Lehrerstunden, die das Land gewährt. Nach einem Umrechnungsschlüssel werden es laut Stadtverwaltung voraussichtlich 35 bis 45 Stunden sein – vorausgesetzt, die Lehrerversorgung liegt bei 100 Prozent. „In den vergangenen beiden Jahren lag sie darunter. Eine Verbesserung ist aktuell nicht absehbar“, heißt es in der Drucksache weiter. Die Höhe der weiteren Kosten in den Jahren 2019 und 2020 steht noch nicht fest. Sie hängen unter anderem von den Machbarkeitsstudien ab, die noch ausstehen. 

So sieht es im Detail in den drei Grundschulen aus:

Arnum 

In der vierzügigen Grundschule werden im Schuljahr 2018/19 voraussichtlich 331 Kinder in 15 Klassen unterrichtet, also durchschnittlich 22 Kinder pro Klasse. Laut Elternbefragung nehmen voraussichtlich 160 bis 200 Jungen und Mädchen am Ganztagsangebot teil. Mittags sollen sie im rund 90 Quadratmeter großen Computerraum essen, der als Mensa umgestaltet werden soll, aber auch als Multifunktionsraum, unter anderem für Unterricht und Betreuung. Da in dem Raum nur Platz für etwa 40 Kinder ist, müssen sie in vier bis fünf Schichten essen. Für Mensa und Mehrzweckraum soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, schlägt die Stadtverwaltung vor. Es sollen zudem mehrere Einrichtungsgegenstände gekauft werden. Die Kosten für 2018 betragen insgesamt etwa 50.000 Euro. Hinzu kommen Personalkosten für eine Küchenkraft und Ausgaben für die Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag. Das Personal der Hortgruppen – zwölf Mitarbeiterinnen mit insgesamt etwa 300 Stunden - übernimmt die pädagogische Betreuung des Ganztagsangebotes sowie Leitungs- und Verwaltungsaufgaben sowie die Früh-, Spät- und Ferienbetreuung. 

Hemmingen-Westerfeld 

An der vierzügigen Grundschule werden im Schuljahr 2018/19 voraussichtlich 286 Kinder in 13 Klassen unterrichtet, also durchschnittlich 22 Kinder pro Klasse. Eine Elternbefragung hat ergeben, dass etwa 130 Kinder das neue Angebot nutzen würden. Dann müssten mittags in zwei oder drei Schichten mindestens 120 Essen ausgegeben werden. Doch wo? Es gibt keine Ausgabeküche oder einen entsprechend großen Speiseraum. Übergangsweise ist dies laut Stadtverwaltung im jetzigen Mehrzweckraum und der angrenzenden Küche möglich. Ein Konzept für einen Anbau und Multifunktionsraum sei in einer Machbarkeitsstudie zu prüfen. Geplant ist den ehemaligen Hortraum umzubauen. Die Schule wünscht sich „mehr Differenzierungsräume, um mehr konzeptionelle Möglichkeiten zu haben, pädagogisch auf die Kinder einzugehen“. Es sollen mehrere Einrichtungsgegenstände und eine Spülmaschine gekauft werden. Die Kosten für 2018 betragen insgesamt etwa 43.000 Euro. In der Schule ist bereits eine Küchenkraft beschäftigt. Es kommen aber Ausgaben für die Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag hinzu. Das Personal der Hortgruppen – elf Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit insgesamt etwa 310 Stunden - übernimmt die pädagogische Betreuung des Ganztagsangebotes sowie Leitungs- und Verwaltungsaufgaben sowie die Früh-, Spät- und Ferienbetreuung. 

Hiddestorf

In der einzügigen Grundschule werden im Schuljahr 2018/19 voraussichtlich 93 Kinder unterrichtet, also durchschnittlich 23 Kinder pro Klasse. Laut Elternbefragung werden 64 Kinder das Ganztagsangebot nutzen. Übergangsweise essen die Kinder in mehreren Schichten und unterschiedlichen, benachbarten Räumen wie im Gemeindezentrum und im Feuerwehrgerätehaus. Weil es voraussichtlich zwei erste Klassen gibt, muss ein Container her. Er soll auf dem Lehrerparkplatz aufgestellt werden. Die Verwaltung rät aus wirtschaftlichen Gründen eher zum Kauf als zur Miete. Später könnte der Container verkauft werden. Als kleinste der drei Grundschulen im Stadtgebiet gibt es in Hiddestorf nur vier Klassenräume und einen Werkraum. Mehr Platz wäre, wenn die benachbarte Sporthalle umgebaut würde. Dort könnten eine Küche mit Mensa und Multifunktionsraum, ein Gruppenraum und ein Mitarbeiterbüro entstehen. Die Kosten mit Einrichtung betragen etwa 92.000 Euro. Hinzu kommen Personalkosten für eine Küchenkraft und Kosten für die Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag. Das Personal der Hortgruppen – zwei pädagogische Fachkräfte mit insgesamt 49 Stunden - übernimmt die pädagogische Betreuung des Ganztagsangebotes sowie Leitungs- und Verwaltungsaufgaben sowie die Früh-, Spät- und Ferienbetreuung. 

Von Andreas Zimmer

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