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Nachrichten Mausoleumstür nach Jahrzehnten wieder da
Umland Hemmingen Nachrichten Mausoleumstür nach Jahrzehnten wieder da
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00:16 16.12.2016
Von Andreas Zimmer
Die Tür des Mausoleums. Quelle: Förderverein
Hemmingen

Vorsitzender Dirk Jüchter erläutert, dass der Förderverein Anfang dieses Jahres von einem Hemminger Ehepaar erfahren habe, das die Tür damals "gerettet" hat. Das Paar sei später nach Gehrden gezogen, wo die Tür aufbewahrt und als Dekoration im Haus diente. Der Ehemann sei mittlerweile verstorben. "Die Tür ist noch in Gehrden vorhanden und gut erhalten", sagt Jüchter. Sie sei dort geblieben, weil erst vor wenigen Jahren damit begonnen wurde, die Ruine des Mausoleums zu retten.

Nun soll die Tür wieder nach Hemmingen zurückkehren, wo sich auch das 1842 entstandene Mausoleum befindet, die Ruhestätte von Graf Carl von Alten. Doch wohin mit der etwa 340 Kilogramm schweren Eichentür? Sie ist zudem fast 3,50 Meter hoch, 1,64 Meter breit und 9 Zentimeter dick. Konzipiert hat sie vermutlich Conrad Wilhelm Hase, der auch die Marienburg gebaut hat. Die Rosette oben in der Tür sei wegen des Glasfensters an der Rückseite des Mausoleums gewählt worden, erläutert Jüchter.

Im Mausoleum im Naturschutzgebiet Sundern wäre die Tür rund um die Uhr dem Wetter ausgesetzt, sagt Jüchter. Außerdem sei Diebstahl nicht auszuschließen. Die Wilkenburger St.-Vitus-Kirche käme auch in Frage, denn das dortige Rittergut gehörte der Familie von Alten, doch in der Kirche sei für die hohe Tür kein Platz mehr.

Der Förderverein hat sich nun an die Stadt gewandt, denn für ihn kommen, das ist bereits mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt, mehrere Standorte in Hemmingen-Westerfeld in Betracht.

Rathaus: Dort steht bereits eine Vitrine mit Exponaten zum Mausoleum, allerdings im Bereich des Treppenhauses an einem Flucht- und Rettungsweg. Wegen ihrer Höhe und ihrem Gewicht müsste die Tür besonders gut gesichert werden.

Friedhofskapelle: Auf dem Friedhof befinden sich die letzten Ruhestätten der Familie von Alten. Weil der frühere Aufbewahrungs- und Geräteraum zu niedrig ist, passt die Tür nur in die Kapelle. „Die allgemein nüchtern, sachlich-dezente Gestaltung des Trauerraums steht aber im Widerspruch zu der Tür“, gibt die Stadtverwaltung zu bedenken. Die Kosten schätzt sie auf bis zu 2500 Euro.

Kapelle im Alten Dorf: Der Standort ist laut Verwaltung noch zu prüfen. Die Denkmalschutzbehörde warnt unter anderem vor dem Befall von Holzwurm. Außerdem müsste deutlich gekennzeichnet werden, dass die Tür gar nichts mit der Kapelle zu tun hat.

Die Stadtverwaltung bringt auch eine Freiluftinstallation ins Gespräch. Mit entsprechendem Fundament und einer durchsichtigen Verkleidung wäre die Tür vor Witterungseinflüssen geschützt und könnte auch näher am Mausoleum aufgestellt werden. Dirk Jüchter sagte, der Verein würde das sehr begrüßen, gibt aber die vermutlich hohen Kosten zu bedenken. Die Verwaltung betont, grundsätzlich sei der Standort nicht nur eine technische, sondern ebenfalls eine kulturelle Frage: „Es ist immer auch zu entscheiden, ob ein bestimmter Bereich oder ein bestimmtes Objekt mit der Deutung des Mausoleums verknüpft werden soll.“

Fachgremium tagt: Der Ausschuss für Soziales, Kultur, Sport und Verkehr berät am Mittwoch, 14. Dezember, über den Standort für die Tür. Vorsitzender Dirk Jüchter nimmt an der öffentlichen Sitzung teil, die um 19 Uhr im Rathaus in Hemmingen-Westerfeld beginnt.

Beim Bau einer Mehrzweckhalle hofft der Sportclub (SC) Hemmingen-Westerfeld auf die Unterstützung der Stadt. Jeweils 75.000 Euro soll der Zuschuss im nächsten Jahr und im Jahr 2018 betragen. Die Gesamtkosten des Vorhabens auf dem Sportgelände an der Hohen Bünte belaufen sich auf rund 400.000 Euro.

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