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Umland Hemmingen Nachrichten Region erlaubt den Kiesabbau im Römerlager
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00:17 16.12.2016
„Sensationeller Fund“? Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf mit Illustrationen vom befestigten Marschlager. Quelle: Junker
Hannover

Die Kosten für die Ausgrabungen und die Dokumentation muss die Firma Holcim tragen, die den Antrag auf Kiesabbau gestellt hat. 

Archäologin Bartelt schätzt, dass die Kosten in die Millionen gehen. Derzeit ist unklar, ob Holcim unter diesen Bedingungen dort weiterhin plant, Kies abzubauen. Sollte das der Fall sein, würden die Funde im Landesmuseum landen.

„Zustandsstörer“ müssen zahlen

Das neue Denkmalgesetz in Niedersachsen erlaubt es der öffentlichen Hand, die Kosten etwa für archäologische Grabungen auf Investoren abzuwälzen. In Hannover war das zum Beispiel bei den Neubauten am Hohen Ufer und am Marstall der Fall. Archäologische Funde sollen im Grundsatz so lange, wie möglich im Boden bleiben, weil die Fachleute darauf hoffen, dass spätere Generationen immer bessere Methoden zur Sicherung und Konservierung entwickeln. Wenn aber das Interesse an einer Bebauung oder – wie im Fall von Wilkenburg – an Rohstoffabbau überwiegt, dann muss der Investor die Sicherung der historischen Bodenschätze im Untergrund bezahlen. Er gilt laut Gesetz als „Zustandsstörer“ und muss Fachfirmen einschalten, die dann je nach vermutetem Fund tatsächlich mit Pinsel und Spitzkelle die Bodenkrümel ausheben. Das kann Monate dauern – mit entsprechenden Kosten. Im Fall der drei Neubauten in Hannovers Altstadt traf es zunächst das Wohnungsbauunternehmen Helma am Hohen Ufer neben dem Historischen Museum und danach am Marstall die Strabag und die GBH. Weil bei Grabungen in Altstadtkernen immer Relikte vermutet werden, hatten sich alle drei Unternehmen darauf eingestellt und nicht nur die Kosten bereits vorab einkalkuliert, sondern auch die Zeit. Die archäologischen Grabungen dauerten mehrere Monate.

Die Denkmalbehörde der Region stuft das Römerlager nicht als Denkmal von „europäischer Bedeutung“ ein, stellte Bartelt am Dienstagmittag bei einem Pressegespräch klar. In Europa gebe es eine ganze Reihe weiterer ähnlicher Fundstellen. Vergleichbare Marschlager der römischen Truppen seien in Europa bereits zu Hunderten gefunden worden. Dagegen hatten Archäologen von der Landesdenkmalbehörde den Fund als „Sensation“ bezeichnet.

Nach Ansicht von Bartelt sind die römischen Funde in Wilkenburg jedoch eher „spärlich“. Die Marschlager mussten – anders als die Heereslager – von den Soldaten zum Ende der Tagesetappe immer wieder neu angelegt werden. Die Lagerfläche wurde mit einem Graben umgeben und das Aushubmaterial zum Lagerinneren hin zu einem Erdwall aufgeworfen, in den zusätzlich Pfähle eingerammt wurden. Vor dem Weiterzug planierten die Soldaten Wall und Graben wieder ein.

Funde vom Römerlager in Wilkenburg sind erstmals präsentiert worden.

Das Unternehmen habe grundsätzlich das Recht, dort Kies und Sand abzubauen, „solange dem Vorhaben keine höher zu bewertenden öffentlichen Interessen entgegenstehen“, sagte der Planungsdezernent der Region, Axel Priebs. Was das Unternehmen jetzt macht, ist unklar. Nach Angaben von Priebs soll eine Entscheidung im Februar fallen. Sollte die Firma dort wegen der hohen Kosten keinen Kiesabbau planen, würde es von der Region keine archäologischen Grabungen in Wilkenburg geben. „Es könnte natürlich sein, dass das Landesamt für Denkmalpflege dort ein Forschungsprojekt in Gang bringt“, sagte Bartelt.

Im vergangenen Jahr war bei der Neubewertung von Luftbildern aus dem Jahr 1991 erstmals eine Grabenanlage von rund 600 Metern Kantenlänge mit abgerundeten Ecken entdeckt worden. Daraufhin untersuchten Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege die Fläche genauer. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es sich um ein römisches Marschlager aus der Zeit um Christi Geburt handeln muss. Aus dieser Zeit wurden rund zwei Dutzend römische Münzen gefunden. In dieser Phase versuchten die Römer in Niedersachsen Fuß zu fassen. Mit der Varusschlacht fand das 9 n. Chr. ein vorläufiges Ende.

Auch Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic hatte den Fund vor einem Jahr als „herausragenden Erfolg der niedersächsischen Archäologie“ gepriesen. Allerdings wolle sich das Land in Wilkenburg nicht finanziell engagieren, teilte Priebs mit.

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