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Nachrichten AG wirbt für Erhalt des Römerlagers
Umland Hemmingen Nachrichten AG wirbt für Erhalt des Römerlagers
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00:16 12.07.2017
Mehr als 30 Veranstaltungsteilnehmer lassen sich am Sonnabend Nachmittag in Wilkenburg über das einstige Römerlager informieren und können Fragen dazu stellen. Quelle: Torsten Lippelt
Wilkenburg

Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen wie diesen wirbt die Arbeitsgemeinschaft um den Erhalt der aktuell noch als Ackerland genutzten Fläche zwischen Wilkenburg und Arnum. Denn, wie man bei Stichgrabungen 2015 entdeckt hat, haben hier vor etwas mehr als 2000 Jahren für einige Tage und Nächte wohl mehrere römische Legionen auf einem Feldzug durch Germanien gelagert und dabei ein rund 30 Hektar großes Marschlager aufgeschlagen.

Nun ist die Frage, ob diese für Norddeutschland historische Besonderheit als Bodendenkmal erhalten und eventuell zu einem geschichtspädagogischen Treffpunkt ausgebaut wird. Oder aber, ob die Firma Holcim, wie eigentlich vorgesehen, hier in den nächsten Jahren Kies abbaut.

„Wir wollen die Menschen vor Ort dafür sensibilisieren, dass das hier ein einzigartiger, europaweit bedeutsamer Fundort ist“, betonte Robert Lehmann, vom Arbeitskreis Archäometrie der Leibniz-Universität Hannover, gegenüber den Veranstaltungsteilnehmern. Gemeinsam mit der Autorin und Pädagogin Karola Hagemann, vom Freundeskreis für Archäologie in Niedersachsen, dem Altertumswissenschaftler und Numismatiker Ulrich Werz sowie dem Grafikdesigner und Freitzeit-Legionär Werner Pollak informierten sie anschaulich über das historisch- politische Umfeld von Germanien zu Zeiten von Kaiser Augustus beziehungsweise Tiberius und erzählten von den ständigen Unruhen hier, die die Römer immer wieder zu Feldzügen veranlassten. „Da wir hier im Ackerboden keine römischen Münzen aus der Zeit von 1 nach Christi gefunden haben, spricht vieles dafür, dass das Lager wohl zwischen 1 und 6 nach Christi angelegt worden ist“, so Münzexperte Ulrich Werz.

Insgesamt rund 2000 Funde habe man bei den Probegrabungen von Herbst 2015 bis vergangenes Jahr auf dem aktuell vom Landwirt als Salatfeld genutzten Acker gefunden, darunter allein mehr als 50 Münzen. „Wenn sie in der freien Natur im Feld eine Centmünze verlieren, finden sie die – zudem auf schlammigem Grund – auch heute noch kaum wieder“, begründete Werz die Vielzahl des in den wenigen Tagen damals verlorenen Kleingeldes vom Sold der damals wohl rund 20.000 Legionäre.

„Insgesamt haben wir bisher über 2000 Funde auf der 30 Hektar großen Römerlagerfläche gehabt – Münzen und Sandalennägel, ein Pferdegeschirranhänger, eine Pinzette, Fibel und Teile eines römischen Armreifens, der als soldatischer Orden verliehen wurde.

Um dieses Areal – „ein Ort der geronnenen Zeit“, so Werner Pollak - für die geschichtsinteressierte Öffentlichkeit zu erhalten und auszubauen, wirbt die Römer ASG Leine nun verstärkt um Unterstützung für „das einzige bekannte, nicht überbaute römische Marschlager nördlich des Limes und größte römische Bodendenkmal Niedersachsens“, so Robert Lehmann. Damit der behördenseits noch zu bewilligende Kiesabbau verhindert werden kann.

Unterstützung hat man sich nun mit Michael Fürst, dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, als Schirmherr geholt. Unter dem Titel „Hannover, Aleppo, Rom – verbunden durch die Römer“, möchte man, dass sich Menschen aus verschiedenen Ländern für den Erhalt des Lagers einsetzen. „Wir alle haben römische Wurzeln“, so die RAGL.

Wer sich persönlich vor Ort (Ortsende Wilkenburg, Dicke Riede) über das Römerlager informieren möchte, kann dies bei der nächsten Führung am Sonnabend, 5. August, von 14 bis 15 Uhr, oder aber beim „Tag des offenen Denkmals“, am Sonntag, 10. September, von 10 bis 15 Uhr, im Römerlager. Dort kann man dann auch bei Mitmachaktionen unter anderem selbst römische Münzen schlagen. Ein Drohnenflug zeigt die am Bewuchs des Feldes noch sichtbaren Ränder des Feldlagers und die Landesarchäologie informiert über das einstige kleine „Rom an der Leine“ vor 2000 Jahren.

Fotostrecke Hemmingen: AG wirbt für Erhalt des Römerlagers

Von Torsten Lippelt

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