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So bewerten die Parteien die Hemminger Ergebnisse

Hemmingen So bewerten die Parteien die Hemminger Ergebnisse

Freude bei den Liberalen und Grünen, die CDU feiert sich als Wahlsieger und eher gedrückte Stimmung bei den Sozialdemokraten: Das sind die Reaktionen auf die Hemminger Ergebnisse der Bundestagswahl am Sonntag.

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Für Verwaltungsmitarbeiterinnen Patricia Tiemann (links) und Daniela Anders-Wongel geht die Arbeit mit der Briefwahl für die Landtagswahl direkt weiter.

Quelle: Tobias Lehmann

Hemmingen. CDU: „Wir haben die Wahl bei den Erst- und den Zweitstimmen klar gewonnen“, sagt Hemmingens CDU-Parteichefin Barbara Konze. „Wir freuen uns sehr, dass Maria Flachsbarth den Wahlkreis weiterhin in Berlin vertreten wird.“ Konze fügt hinzu: „Das Abschneiden der AfD in Hemmingen macht uns allerdings Sorgen. Wir müssen die Sorgen und Ängste der Menschen, die aus Protest nicht die Union gewählt haben, ernst nehmen und ihnen vielleicht noch besser als bisher zuhören. Pauschale Wählerbeschimpfung kann meines Erachtens jedenfalls nicht die Lösung sein.“ Konze sagt, die CDU habe einen „guten und fleißigen Wahlkampf“ gemacht, darunter viele Hausbesuche. Diese werden im Landtagswahlkampf fortgesetzt. „Man muss gleichwohl zur Kenntnis nehmen, dass man den Bundestrend vor Ort nicht vollständig ausschalten oder gar kippen kann.“ Dennoch: „Die CDU in Niedersachsen hat bundesweit nach Rheinland-Pfalz das zweitbeste Zweitstimmenergebnis der CDU erreicht – das gibt Motivation für die kommenden drei Wochen.“

SPD: Auf Hausbesuche setzt auch die SPD in Hemmingen. „Die Stimmung nach der Bundestagswahl ist nicht prickelnd“, sagt die Parteivorsitzende Kerstin Liebelt. „Wir haben verloren und es war abzusehen, dass wir als Verlierer aus der Koalition gehen. Doch man hat an der Kommunalwahl gesehen: Wir haben mehr Potenzial.“ Matthias Miersch (SPD) habe jedoch den Wahlkreis 47 erneut verteidigen können. Die Stimmung an den SPD-Informationsständen und bei den Hausbesuchen bezeichnete Liebelt als positiv. „Es hatten aber schon einige angekündigt, dass sie diesmal taktisch wählen wollen.“ Mit Sorge blicke sie auf das AfD-Ergebnis. Bei den Zweitstimmen erreicht die AfD in Hemmingen den fünften Platz. Vor ihr liegen die FDP auf Rang drei, gefolgt von den Grünen. Bei der Kommunalwahl trat die FDP in Hemmingen nicht an, holte jetzt aber fast zwölf Prozent der Zweitstimmen. „Die Liberalen haben einen reinen Christian-Lindner-Wahlkampf geführt“, sagt Liebelt. Für die Landtagswahl am 15. Oktober zeigt sie sich zuversichtlich. „Die Menschen wissen zu differenzieren.“ Außerdem habe es am Montagmorgen bereits einen Neueintritt in die Partei übers Internet gegeben.

FDP: „Einige Neuzugänge“ und „viel Interesse an unserer Arbeit“ verbessern zurzeit die Stimmung in der FDP. „An der Wahlparty in Springe haben rund 40 Mitglieder der umliegenden Ortsverbände teilgenommen“, erläutert Ulrich Petersen, stellvertretender Parteivorsitzender der Hemminger Liberalen. „In Hemmingen liegen wir mit fast zwölf Prozent über dem Bundesdurchschnitt der FDP. Das ist eine gute Ausgangsposition für die Landtagswahl.“ Den Wiedereinzug der Liberalen in den Bundestag erklärt sich Petersen damit, dass viele Wähler „die sachorientierte und gradlinige Politik der FDP vermisst haben“. Selbstbewusst formuliert er: „Die FDP wird eben gebraucht. Mit einer starken FDP im Parlament können auch radikale Parteien – rechts wie links – in ihrer Bedeutung relativiert werden.“

Bündnisgrüne: Die Hemminger Grünen besprechen das Wahlergebnis und das weitere Vorgehen im Landtagswahlkampf in einer Sitzung am Montagabend. In einer gemeinsamen Stellungnahme erläutern die beiden Parteivorsitzenden Petra Nolte-Porteous und Joachim Steinmetz: „Wir freuen uns darüber, dass die Grünen bei der Bundestagswahl leichte Zugewinne erzielen konnten und nicht so schlecht abgeschnitten haben, wie es die Meinungsumfragen zwischenzeitlich erwarten ließen. Schwerer wiegt aber, dass die AfD als drittstärkste Fraktion in den Bundestag einziehen wird.“ Bei den Erststimmen habe die AfD in Hemmingen die Grünen überholt. „Für uns Grüne wird es in einem breiter werdenden Spektrum an Parteien und Fraktionen zunehmend wichtig, uns auf unsere Kernthemen zu konzentrieren, die uns unverwechselbar machen wie Klimaschutz, Verkehrswende, globale Gerechtigkeit oder Integration.“

Linke: Die Linke will die Detail-Wahlergebnisse erst in einer Sitzung am Montagabend auswerten.

AfD: Die angeforderte Stellungnahme der AfD lag bis Montagabend nicht vor.

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