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Nachrichten Verkehrsberuhigung ist Streitthema
Umland Hemmingen Nachrichten Verkehrsberuhigung ist Streitthema
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17:06 24.02.2018
In der scharfen Kurve Grevenbleck und Fuchsbachweg müssen Autofahrer mit vielen spielenden Kindern rechnen. Quelle: Torsten Lippelt
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Hemmingen-Westerfeld

 Wie soll Verkehrsberuhigung in einem Wohngebiet mit vielen Kindern aussehen? Seit fast einem halben Jahr wird darüber in Hemmingen diskutiert – konkret über die Straße Grevenbleck in Hemmingen-Westerfeld. Am Donnerstag, 22. Februar, wird der Rat entscheiden. Bislang sieht es so aus, als ob alles bleibt, wie es ist. Eine Chronik:

Oktober 2017: Die DUH beantragt, dass Fahrbahnschwellen oder ähnliches die Verkehrssituation an den Einfahrten vom Fuchsbachweg und der Straße Börie zur Straße Grevenbleck in Hemmingen-Westerfeld verbessern sollen. Die Unabhängigen begründen dies damit, dass durch einen Generationenwechsel die Zahl der Kinder in dem Wohngebiet gestiegen sei. „Dies führt immer wieder zu brenzligen Situationen“, warnt die DUH. 

November 2017: Im Verkehrsausschuss wird das Thema zurückgestellt. Das Gremium fordert mehr Informationen, um es beurteilen zu können. Joachim Steinmetz (Bündnisgrüne) gibt zu bedenken, dass weitere Forderungen aus anderen Wohnquartieren, in denen viele Kinder leben, folgen könnten. Jan Dingeldey (CDU) weist darauf hin, dass es sich hierbei um eine Anliegerstraße mit entsprechend geringerer Verkehrsbelastung handelt. Kathrin Heise (DUH) hält dem entgegen, dass die Straße wegen der Hecken schlecht einsehbar sei. „Manche Fahrer denken, man darf dort Tempo 50 fahren“, sagte sie. Erlaubt sei Tempo 30. Fachbereichsleiter Sven Bertram erläutert, Aufplasterungen seien immer auch eine Lärmquelle für Anwohner. Zudem betragen die Kosten dafür rund 10.000 Euro. Er rät, zunächst über Alternativen nachzudenken. So könnten eventuell die Hecken gekürzt oder die Fahrradstraße ausgeweitet werden.

Dezember 2017: Die Stadtverwaltung teilt mit, dass an der Straße Grevenbleck 23 Kinder bis zu zwölf Jahren Jahren gemeldet sind, darunter 15 zwischen fünf und zwölf Jahren. Am Fuchsbachweg sei es eins. Zur beeinträchtigten Sicht durch Hecken am Fuchsbachweg, Grevenbleck und an den Einmündungen heißt es: „In allen Bereichen besteht keine Notwendigkeit, einen Rückschnitt zu veranlassen.“ Die Verwaltung schlägt vor, bei „vermehrt auftretenden Gefahrensituationen“ die Fahrradstraße Im Dorffeld/Börie auf den Fuchsbachweg und die Straße Grevenbleck auszuweiten. Die Kosten für Schilder und Piktogramme beziffert sie auf rund 5000 Euro. In einem Leserbrief rät ein Hemminger von Fahrbahnschwellen und ähnlichem ab und fordert: „Es müsste mehr kontrolliert werden.“

Januar 2018: Der Stadt wird eine Unterschriftenliste übergeben, deren Unterzeichner, darunter auch Kinder, die Verkehrsberuhigung fordern. Im Verkehrsausschuss lehnt die Ratskoalition aus SPD und CDU den DUH-Antrag ab. Die Bündnisgrünen enthalten sich bei der Abstimmung. Jens Beismann (SPD) erklärt, Fahrbahnschwellen und ähnliches sei „auch bei der gutmütigsten Betrachtung nicht das, was verkehrstechnisch erforderlich ist“. Die Fraktion wolle sich die Unterschriftenliste ansehen. „Aber wenn später doch nichts Anderes herauskommt, stehen wir dem ablehnend gegenüber.“ Jan Dingeldey (CDU) macht deutlich: „Wir sind nicht gegen eine Verkehrsberuhigung.“ Eine Fahrradstraße sei jedoch nicht die richtige Lösung. Wolf Hatje (DUH) gibt zu bedenken, dass der Lieferverkehr in dem Gebiet zugenommen habe. Auch Poller seien als „verkehrsberuhigte Maßnahmen“ denkbar.

Februar 2018: Der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss lehnt den DUH-Antrag ab. Das letzte Wort hat der Rat, der am 22. Februar ab 19 Uhr öffentlich im Rathaus tagt.

Von Andreas Zimmer

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