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Umland Hemmingen Nachrichten Römerlager: Ideensuche auf matschigem Boden
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00:16 05.11.2017
Von Tobias Lehmann
Robert Lehmann (links) erläutert den Studenten die Details des Projektes. Im Hintergrund ist der Rundturm zu sehen, den die Römer AG bereits gebaut hat. Quelle: Tobias Lehmann
Wilkenburg

Ursprünglich war geplant, dass die Studenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe auch die Ruine des von Alten-Mausoleums im Naturschutzgebiet Sundern in Hemmingen-Westerfeld besichtigen. Doch die leitende Professorin Bettina Georg stellte das den Studenten frei. "Ich will nicht, dass Sie in den nächsten Tagen alle krank im Bett liegen", sagte sie. Die Studenten beschränkten sich auf Wilkenburg und wateten dort durch den matschigen Boden. Schließlich geht es dort um ein großes Projekt - und es eilt. Das Römerlager ist vom Kiesabbau bedroht.

Die Studenten sollen als Semesterarbeit Entwürfe für ein mögliches Informationszentrum erstellen. Diese werden anschließend im Hemminger Rathaus und möglicherweise auch noch im Niedersächsischen Landtag ausgestellt, sagte Robert Lehmann von der Römer AG Leine, die das Vorhaben unterstützt. Kostengünstige Ideen könnten auf einer Kleingartenparzelle an der Straße Dicken Riede in Wilkenburg auch "relativ problemlos" umgesetzt werden. Die Römer AG hat diese Parzelle gepachtet. Sie könnte der Ausgangspunkt für künftige Besichtigungen des früheren Lagers werden.

Dort ist bereits ein römischer Rundturm gebaut worden, wie er für die damalige Zeit typisch war. Zusätzlich könnte noch ein Brotbackofen und eine Münzprägestation eingerichtet werden, an denen Besucher auch selbst aktiv werden können. "Solche Angebote zum Mitmachen sind besonders für Kinder immer interessant", sagte Lehmann. Werner Pollak, Mitglied der Römer AG, wies darauf hin, dass an einer Stelle im Römerlager besonders viele Münzen gefunden wurden. "Das Glücksspiel war für die Römer damals eine der Hauptbeschäftigungen am Abend", sagte er. 

Für die Architektin Bettina Georg ist es das erste große Projekt an der Hochschule. Sie wurde dieses Semester zu einer Professur dort berufen. Georg hat selbst bereits viel im archäologischen Bereich gearbeitet, war unter anderem auch schon einmal bei Ausgrabungen in Ägypten dabei. "Ich glaube, dass die Verbindung zwischen Archäologie und Architektur für die Studenten eine spannende Sache wird", sagte sie.

Eine Herausforderung bestehe darin, "quasi aus Nichts etwas zu erschaffen". Denn das Römerlager ist zurzeit nur eine Ackerfläche, auf der noch nichts zu sehen ist. Die 50 angehenden Architekten, die sich alle am Ende ihres Bachelorstudiums befinden, haben jetzt bis Ende Februar 2018 Zeit, ihre Entwürfe zu entwickeln. "Eine zusätzliche Motivation ist auch das große öffentliche Interesse an diesem Projekt", sagte Georg.

Robert Lehmann (rechts) erläutert den Studenten die Details des Projektes. Quelle: Tobias Lehmann

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