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Umland Hemmingen Nachrichten Neue Schutzkleidung für die Feuerwehr
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00:16 09.02.2018
Schweißtreibender Test: Hendrik Heyer (links) und Bastian Dreier probieren die neue Schutzkleidung in der Sauna des Büntebades aus. Quelle: Ortsfeuerwehr Hemmingen-Westerfeld
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Hemmingen

 Es geschah bei dem Hausbrand in Wilkenburg im Juni 2017. „Die Schutzjacken haben nicht so standgehalten wie erwartet“, sagte Anette Wnendt, Vorsitzende des Hemminger Feuerschutzausschusses. Verletzt wurde niemand, aber es zeigte sich, dass Feuerwehrleute – vor allem Atemschutzgeräteträger – in ihren Jacken nicht mehr ausreichend geschützt sind. Darin staut sich die Hitze. Längere Einsätze in der Nähe des Brandherdes sind nicht möglich. 

In Wilkenburg tauchten die Probleme bei den orangefarbenen Jacken aus den neunziger Jahren auf, aber auch die derzeitigen dunkelblau-schwarzen Jacken haben laut Stadtbrandmeister Roland Frey ihre „Wehwehchen“, wie er es nennt. Ersatz muss her: Einstimmig hat sich der Feuerschutzausschuss am Montagabend für den Kauf neuer Einsatzkleidung ausgesprochen. 

Zur Stadtfeuerwehr gehören etwa 270 Aktive. Das Kommando hätte die neue Kleidung am liebsten sofort, doch Kommunalpolitiker und Verwaltung möchten die Ausgabe angesichts des defizitären Haushalts über mehrere Jahre strecken – mit Ausnahme von je 24 Jacken und Hosen für Atemschutzgeräteträger, die noch die orangefarbenen Jacken nutzen. Sie sollen bereits in diesem Jahr die neue Kleidung erhalten. Details sollen bis zur Ratssitzung am 22. Februar geklärt werden. Bis spätestens 2021 sollen aber alle Mitglieder der Einsatzabteilungen mit der neuen beigegold-und sandfarbenen Kleidung ausgestattet sein. Ein Satz mit neuer Jacke und Hose kostet bis zu 1100 Euro. 

Die Feuerwehr hat sie bereits zur Probe getragen. So soll die ideale Jacke ihrer Meinung nach sein: atmungsaktiv, leicht, hoher Nässeschutz, mehr Bewegungsfreiheit durch eine kürzere Jacke, bessere Sichtbarkeit durch helle Farben und Funkgerätetaschen auf den Ärmeln. Welche Firma den Zuschlag erhält, wird die Ausschreibung zeigen. 

Aaron Oelker (CDU) ist Ausschuss- und Feuerwehrmitglied und hat die neue Schutzjacke auf der Trainingsanlage für Atemschutzgeräteträger in Ronnenberg angezogen. „Sie strahlt Hitze ab und durch Polster sind die Atemschutzgeräte leichter zu tragen“, berichtete er. Das sei auch für den wartenden Trupp vorteilhaft, die die Geräte bereits auf haben. „Der Trupp geht nicht so erschöpft in den Einsatz.“ Oelker machte deutlich: „Es ist eine Lebensversicherung für jeden Feuerwehrkameraden.“ Bürgermeister Claus Schacht machte deutlich: „Wir schicken aber auch mit den dunklen Jacken niemanden ins Verderben.“ 

Die Stadtfeuerwehr hat die neue Kleidung Ende Juni 2017 beantragt. Stadtbrandmeister Roland Frey erläuterte am Montagabend im Ausschuss, die neue Schutzkleidung werde von vielen Feuerwehren schon genutzt, zum Beispiel in Laatzen. In Hemmingen werden seit etwa zehn Jahren die orangefarbenen Jacken aus den neunziger Jahren gegen die dunklen Jacken ausgetauscht. 

Was macht die Feuerwehr in der Sauna?

Schwitzung Warentest: Zwei Mitglieder der Ortsfeuerwehr Hemmingen-Westerfeld haben neue Schutzkleidung in der Sauna des Büntebades in ihrem Heimatort ausprobiert. Der Anlass für das schweißtreibende Debüt: „In den bisherigen Jacken kam es zum Hitzestau. Testpersonen sollten ihre Wärmeempfindungen schildern“, sagt Ortsbrandmeister Thorsten Heitmann. 

Bastian Dreier und Hendrik Heyer durften es sich auf den Saunabänken bequem machen und hielten es zu 15 Minuten aus. Unter der Schutzkleidung hatten sie T-Shirt und kurze Hose an und sie trugen Badeschlappen. „Sie wollten nicht mit Stiefeln etwas dreckig machen. Wir waren dankbar, dass wir die Sauna überhaupt für diesen Zweck nutzen durften“, sagt Heitmann, der die konspirative Transpiration mit seinem Stellvertreter Jan Menze begleitete. Publikumsverkehr war an dem Montag nicht. 

Das Ergebnis der hitzigen Viertelstunde: „Die Wärmeempfindung war positiv, aber auch, dass sich die Kleidung nach Verlassen der Sauna schnell wieder abkühlte.“ Im Schweiße ihres Angesichts schritten Dreier und Heyer später ein zweites Mal zum Test: in voller Ausrüstung in einem speziellen Brandcontainer des Feuerwehrzentrums Potzwenden (Landkreis Göttingen). zi

Von Andreas Zimmer

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