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Hemmingen War Kaiser Tiberius zu Gast in Hemmingen?
Umland Hemmingen War Kaiser Tiberius zu Gast in Hemmingen?
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00:15 11.07.2018
Robert Lehmann und Karola Hagemann beschreiben das Leben des römischen Kaisers Tiberius. Quelle: Tobias Lehmann
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Wilkenburg

Anhand welcher Details lassen sich römische Büsten häufig bereits nach einem kurzen Blick bis auf das Jahrzehnt genau datieren? „Es sind die dargestellten Locken auf den Köpfen“, erläuterte Robert Lehmann, Mitglied der Römer AG Leine, am Sonnabend beim Römerlager in Wilkenburg. Die römische Haarmode sei sehr genau dokumentiert. Er verdeutlichte das an an zwei Büsten des Kaisers Tiberius. „Diese wird wahrscheinlich nach dem Tod des Kaisers erstellt worden sein. Denn sie zeigt das klassische Idealbild der damaligen Mode“, sagte Lehmann.

Gemeinsam mit der Historikerin Karola Hagemann stellte Lehmann vor rund 20 Gästen das Leben des Kaisers Tiberius vor, Adoptivsohn von Augustus. „Es spricht vieles dafür, dass Tiberius vor seiner Kaiserzeit als Feldherr hier in dem römischen Lager bei Hemmingen war“, sagte Lehmann. Bekannt ist, dass Tiberius mit einer großen römischen Armee zur Zeit des Immensum Bellum (“gewaltiger Krieg“) zwischen 1 und 5 nach Christus in Germanien unterwegs war. Eine Armee in ähnlicher Größe, 15.000 bis 20.000 Mann, führte zu der Zeit nur Varus durch Germanien.

Die Römer AG Leine will ihr Informationscenter am Römerlager ausbauen. Die kleine Hütte an der Dicken Riede soll in den römischen Farben rot-weiß gestrichen werden. Quelle: Tobias Lehmann

„Die Größe des Wilkenburger Lagers von mehr als 40 Hektar deutet auf eine Armee in dieser Größe hin“, sagte Lehmann. Auch Funde von hochwertigen Rüstungen lassen vermuten, dass dort ein hochrangiger Feldherr vor Ort war. „Was wir in dem Lager noch nicht gefunden haben, sind Waffen. Möglicherweise wurde es auch als Stützpunkt für diplomatische Verhandlungen genutzt“, sagte Lehmann. Es sei durchaus möglich, dass das Lager Wochen und nicht nur wenige Tage bestanden habe. Er wies aber auch darauf hin, dass das Lager erst zu etwa einem Prozent archäologisch erschlossen sei. „Die Funde, die hier möglicherweise noch liegen, könnten möglicherweise die Geschichte der Region umschreiben“, sagte er.

Doch noch ist nicht sicher, ob das Lager nicht von der Region Hannover für die beantragte Auskiesung der Firma Holcim freigegeben wird. Noch vor der Entscheidung will die Römer AG Leine ein kleines Informationscenter für die Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Dieses soll auf der kleinen Gartenparzelle an der Dicken Riede entstehen, die die Römer AG Leine nutzen darf. Hagemann sagte, dass die kleine Hütte auf dem Grundstück in den nächsten Wochen in den römischen Farben Rot-Weiß gestrichen werden soll. In der Hütte sollen zahlreiche Informationen rund um das Römerlager und die Zeit um das Jahr Null angeboten werden. Unter anderem soll zudem ein Ofen im römischen Stil auf dem Grundstück aufgebaut werden, in dem richtig gebacken werden kann. „Uns erreichen immer wieder auch Anfragen von Schulklassen, die sich eine Führung wünschen. Die können wir dann hier empfangen“, sagte Hagemann.

Von Tobias Lehmann

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