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Hemmingen Medien: 20 Tipps, die den Familienfrieden retten
Umland Hemmingen Medien: 20 Tipps, die den Familienfrieden retten
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18:32 13.12.2018
Faszination Smartphone: Doch wann ist es für Kinder genug? Quelle: Archiv
Hemmingen

Wie viel Internetkonsum ist gut für mein Kind? Soll ich Chats heimlich mitlesen? Wer Kinder groß zieht, hat, was neue Medien angeht, viele Fragen. Mehr als 30 Mütter und Väter, aber auch Großeltern haben am Mittwochabend in der Mensa der Hemminger KGS einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrag zur heutigen Mediennutzung gehört.

Ralf Willius, Referent bei Smiley, beim Elternabend in der KGS. Quelle: Andreas Zimmer

Referent Ralf Willius von Smiley, Verein zur Förderung der Medienkompetenz, beantwortete bei der zweistündigen Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Präventionsrat Hemmingen auch viele Fragen der vorwiegend weiblichen Zuhörer. Der Verein aus Hannover hat zudem im November und Dezember insgesamt 16 Workshops mit Schülern der Hemminger KGS gemacht oder macht sie noch. Diese Zeitung fasst den Vortrag und die Fragen in 20 Tipps zur Mediennutzung zusammen.

1. Eltern sollten sich eingestehen, dass sie ihre Kinder beim Thema Medien weder einholen noch überholen können. Die Eltern können sich aber in vielen Fällen auf ihr Bauchgefühl verlassen.

2. Für Erwachsene ist der Computer ein Werkzeug, mit dem sie arbeiten, für Kinder hingegen eine riesengroße Spielwiese.

3. Das Smartphone beim Essen wie Frühstück oder Abendbrot in einem anderen Raum lassen.

4. Das Smartphone nachts nicht in Bettnähe mitnehmen, sondern zum Beispiel an eine gemeinsame Ladestation im Flur anschließen.

5. Das Smartphone wegzunehmen ist der allerletzte Schritt.

6. Die Kinder bei Problemen selbst nach möglichen Lösungen fragen. Sie haben viele gute Ideen wie zum Beispiel auf WhatsApp eine Laber-Gruppe einzurichten, in der – wie es der Name schon sagt – gelabert wird, und eine Wichtig-Gruppe, in der nur wirklich Wichtiges mitgeteilt wird, was der Gruppenadministrator überwacht.

7. Auch wenn Eltern verbieten, dass ihre Kinder zuhause ins Internet gehen, tun es doch beim Freund oder der Freundin, auf einem Platz draußen durch jemanden, der mit ihnen einen Hotspot teilt, oder in Einrichtungen, die freies WLAN anbieten wie im Hemminger Rathaus.

8. Eltern sollten sich zum Beispiel Filme von Bloggern auf YouTube gemeinsam mit ihren Kindern anschauen. Es lässt sich danach ganz anders diskutieren, weil die Kinder merken, dass sich ihre Eltern dafür interessieren.

9. Schüler sagen häufig: „Was soll an dieser und jener App schlecht sein, sie nutzen doch alle.“ Eltern sollten ihren Kindern bewusst machen, dass es sich zum Beispiel bei WhatsApp um das Produkt einer Firma handelt, die Daten auswertet.

10. Eltern sollten sich an die eigene Kindheit erinnern: Was früher der Bravo-Starschnitt war, den man sammelte, ist heute Bilou, der Duschschaum von Bloggerin Bibi alias Bianca Heinke.

11. Eltern sollten sich nicht wundern, dass manche Kinder mehrere hundert Videos von Gronkh auf YouTube gesehen haben, der durch sogenannte Let‘s-Play-Videos bekannt geworden ist. Kinder wundern sich schließlich auch, dass Eltern schon hunderte Folgen der ARD-Serie Lindenstraße gesehen haben.

12. Eltern sollten ihre Kinder bei Multi-Player-Spielen nicht unterbrechen. Die klassische Situation: Der Vater kommt ins Zimmer und ermahnt den Sohn das Zimmer sofort aufzuräumen, doch der ist gerade mit anderen Spielern online beschäftigt und kann sich dort nicht entfernen, ohne den Groll der Mitspieler auf sich zu ziehen. Besser ist es, wenn der Vater in diesem Fall frühzeitig ein Zeitlimit vorgibt, bis wann das Zimmer aufzuräumen ist.

13. Wenn Kinder etwas fragen, sollten ihre Eltern eine Antwort geben. Wer dies aufschiebt, überlässt den Akteuren im Internet das Feld. „Das Internet hat immer Zeit“, sagte Willius. „Und irgendwann hat dann Bibi recht.“

14. Wenn Eltern mit den Freunden ihrer Kinder nicht einverstanden sind, weil sie Spiele haben, die die eigenen Kinder nicht spielen sollen, dann sollten Eltern die Freunde trotzdem nicht verbieten. Vielmehr sollten sie erklären, was sie von den Spielen halten.

15. Ohne Absprache mit den Kindern sollten Eltern keine Fotos von sich mit ihren Kindern in sozialen Netzwerken posten.

16. Eltern sollten die Chats ihrer Kinder nicht und schon gar nicht heimlich lesen. Das sollten sie zur Überprüfung ab und an mit dem Kind zusammen machen. Die Gefahr: „Wenn Mama mitliest und andere erfahren das, fliegt das Kind aus der WhatsApp-Gruppe“, sagte Willius.

17. Eltern sollten sich mehr mit anderen Eltern austauschen, zum Beispiel im persönlichen Gespräch, aber auch auf Elternabenden in der KGS. Kinder behaupten oft gegenüber ihren Eltern, vermeintlich alle Kinder in der Klasse hätten ein bestimmtes Spiel auf dem Smartphone. „Hier sitzen heute die Eltern von ,alle‘ “, sagte Willius zu den Teilnehmern des Abends.

18. Nicht immer gleich nach dem Täter suchen, sondern nach dem Fehler, rät Willius. Als Beispiel nannte er den Satz „Du bist ein Streber“, der bei einem vergessenen Smiley dahinter eine ganz andere Wirkung hat.

19. Kinder sind unbekümmert und streben nach Erfolg und Anerkennung. Das sollten Eltern häufiger bei ihren Entscheidungen bedenken.

20. Eltern sollten ihren Einfluss nicht unterschätzen: Sie sind das größte Vorbild ihrer Kinder, auch wenn diese das ab einem bestimmten Alter nur schwer über die Lippen bringen.

Von Andreas Zimmer

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