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Isernhagen Lebensgefährten erstochen: Es war Notwehr
Umland Isernhagen Lebensgefährten erstochen: Es war Notwehr
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16:30 07.01.2019
Nach rund einem halben Jahr hat die Staatsanwaltschaft Hannover die Ermittlungen gegen die 34-Jährige eingestellt. Quelle: Peer Hellerling
Isernhagen

Die Staatsanwaltschaft Hannover stuft den tödlichen Beziehungsstreit am 18. Juli in Altwarmbüchen als Notwehr ein. Eine 34-Jährige hatte nachts ihren 39-jährigen Partner in der gemeinsamen Wohnung an der Straße An der Riehe erstochen. Seither wurde wegen Totschlags gegen die Frau ermittelt. Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, sagte nun aber auf HAZ-Anfrage, dass die Ermittlungen gegen die 34-jährige Verdächtige vor Kurzem eingestellt wurden. „Eine Notwehrsituation ist nicht auszuschließen“, sagt die Staatsanwältin.

Demnach sei es in jener Nacht gegen 3.30 Uhr zu einem heftigen Streit zwischen den beiden gekommen. Bei der Befragung habe die 34-Jährige angegeben, „dass sie vom 39-Jährigen geschlagen und gewürgt worden war“, so Söfker. Daraufhin habe die Frau zu einem Messer gegriffen und plötzlich sei ihr Lebensgefährte tot gewesen. „Aufgrund der Verletzungen an ihrem Körper waren die Angaben der 34-Jährigen nicht zu widerlegen“, sagt Söfker. Allerdings haben beide während des Streits unter Drogeneinfluss gestanden. Laut Staatsanwaltschaft fanden sich in den Blutproben unter anderem Spuren von Kokain und Cannabis. Söfker: „Womöglich kam es auch deshalb zum Übergriff.“

Mit Messer beim Nachbarn geklopft

Nach der Attacke hatte die 34-Jährige noch mit dem blutigen Messer in der Hand bei einem Nachbarn geklopft und ihn gebeten, den Notarzt zu rufen. Die Polizei nahm die Verdächtige noch in der Tatnacht widerstandslos in der Wohnung fest, anschließend kam die Frau in Untersuchungshaft. Allerdings wurde die 34-Jährige bereits im August wieder entlassen. Im weiteren Verlauf rückten die mögliche Aggressivität des Mannes sowie der Notwehraspekt in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

Nach HAZ-Informationen war der 39-Jährige polizeibekannt und wurde schon mehrfach von den Beamten mitgenommen. Auch seine Freundin war früher bereits wegen Drogendelikten in Erscheinung getreten. Anwohner berichteten zudem unmittelbar nach dem Vorfall, dass sich das Pärchen regelmäßig lautstark gestritten hat. Nur zwei Wochen vor seinem Tod soll der 39-Jährige zudem einen Kühlschrank und einen Fernseher aus seiner Wohnung im ersten Stock auf den Gehweg geworfen haben. Das Pärchen soll etwa ein halbes Jahr zusammen gewohnt haben.

Von Peer Hellerling

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