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Isernhagen Hallenbad, Zentrum, Wietzeaue: Das kommt 2019 auf Altwarmbüchen zu
Umland Isernhagen Hallenbad, Zentrum, Wietzeaue: Das kommt 2019 auf Altwarmbüchen zu
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00:20 12.01.2019
Ortsbürgermeister Philipp Neessen liebt sein Altwarmbüchen - und ist zuversichtlich, dass 2019 endlich mit der Umgestaltung des Zentrums begonnen werden kann. Quelle: Carina Bahl
Altwarmbüchen

Es ist eine rhetorische Frage, wenn man Ortsbürgermeister Philipp Neessen bittet, einen Wunschort für ein Interview zu nennen. Für ihn gibt es nur einen Lieblingsplatz in Altwarmbüchen: das Zentrum rund ums Rathaus. Auch wenn er sich dort nicht immer wohlfühlt: „Es gibt hier nur ein Dauerthema, auf das ich ständig angesprochen werde“, sagt der 23-Jährige. „Die Zentrumssanierung.“ Der Frust bei den Bürgern sei groß, dass seit Jahren nichts von den Planungen in die Tat umgesetzt werde. Auch die drohenden Ausgleichszahlungen belasten die Anwohner. „Wir haben die Sanierung 2018 erfolgreich angeschoben“, sagt Neessen im Rückblick. „In diesem Jahr wird wohl endlich etwas passieren.“

Nicht jede Bürgerbeteiligung hatte Erfolg

Dass bei diesem Großprojekt manche Bürgerbeteiligung nicht nachvollziehbar abgelaufen ist, weiß auch der Ortsbürgermeister. Die große Online-Umfrage zu den ausgelegten Pflasterstein-Mustern auf dem Marktplatz verlief im Nichts. „Die Steine, die wir nun beschlossen haben, sehen ganz anders aus“, gibt Neessen zu. „Aber das Planungsbüro hatte da einfach die besseren Ideen.“ Ob 2019 nicht nur die östliche Bothfelder Straße, sondern vielleicht auch der nördliche Platz im Zentrum angefasst werden, da hat allerdings auch Neessen so seine Zweifel. Er werde wohl auch in diesem Jahr noch bei vielen Geburtstags- und Jubiläumsbesuchen darauf angesprochen werden.

Die Zentrumssanierung, das neue Hallenbad, die Planung für das neue Baugebiet: Altwarmbüchen wird sich 2019 weiter wandeln. Der Ortsbürgermeister blickt zuversichtlich auf die großen Aufgaben.

Neessen: Kein Hallenbad-Abriss vor dem Neubau

Nicht weniger bewegt die Altwarmbüchener das neue Hallenbad, das Eckhard Bade, Vorsitzender des Schwimmclubs Altwarmbüchen, gern auf dem TuS-Gelände am Altwarmbüchener See bauen würde. Von „Luftschlössern“ reden die Kritiker. Die Kosten seien viel zu niedrig kalkuliert. „Erst einmal vertraue ich Herrn Bade da als Fachmann“, betont Neessen. „Eine zweite und dritte Meinung, ob wir da ein Luftschloss bauen, braucht es aber.“ Auch die Frage, ob SC und Gemeinde zu einem gemeinsamen Konzept kommen, werde geklärt werden müssen. „Das wird noch spannend.“ Ganz klar ist für ihn: „Das alte Bad darf nicht abgerissen werden, bevor das neue entsteht. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Planungen für den Umzug der Grundschule beginnen

Denn direkt neben dem alten Hallenbad befindet sich aktuell noch die Grundschule, die 2021 an die Jacobistraße in die dann leerstehende Heinrich-Heller-Hauptschule umziehen wird. Der Protest aus der Elternschaft war groß. „Wir haben viele bei dieser Entscheidung nicht mitnehmen können. Vielleicht ging es zu schnell“, sagt Neessen selbstkritisch. Die Politiker hätten wenig Diskussionsbedarf gehabt, weil die Entscheidung über Jahre gereift sei und der Umzug die wirtschaftlichste Variante war. „Da hätte ich sonst schon Mario Barth hier gesehen, wenn die Gemeinde ein neues Schulgebäude abgerissen, aber eine alte Schule für Millionen Euro saniert hätte.“ An die Stelle der alten Grundschule sollen Wohnhäuser kommen – „mit bezahlbaren Mieten. Das ist wichtig.“

Neue Kitas waren die richtige Entscheidung

Bezahlbarer Wohnraum wird in diesem Jahr auch Thema werden, wenn die Politik die Detailplanung für den zweiten Bauabschnitt der Wietzeaue vorantreibt. Die Kritik, dass der erste Abschnitt städtebaulich zu unruhig geworden sei, kann der junge Ortsbürgermeister nicht teilen. „Gut, an manchen Stellen ist es etwas bunt, aber mir gefällt die Mischung.“ Der Anbau an die

Vom Ortsbürgermeister zum Fernsehstar

Das Medieninteresse an Philipp Neessen ebbt nicht ab. Mit 21 Jahren wurde er 2016 zum jüngsten Ortsbürgermeister Deutschlands gewählt. Was dieser Fakt auslösen würde, das war ihm damals nicht bewusst. Inzwischen ist er ein Profi vor der Kamera. „ARD, NDR, ProSieben, Arte. Ganz viele Fernsehsender wollten ein Interview“, erinnert sich der Altwarmbüchener an die ersten Monate. „Und auch heute rufen noch Sender an, weil sie wieder ein Format haben, in das ich hineinpassen würde.“ Die Resonanz auf all diese Auftritte in den Medien sei positiv gewesen. Im Gegensatz zu vielen älteren Kommunalpolitikern sucht Neessen auch über die sozialen Netzwerke wie Facebook den Kontakt zu den Bürgern, kündigt Veranstaltungen an, informiert über Politisches. „Oh, da gab es bei manchen Themen auch schon sehr böse, wütende Nachrichten“, gesteht er. Kommentare einfach löschen? Nein, das war nicht sein Weg. „Ich habe denjenigen angerufen und lange mit ihm gesprochen. Danach haben wir uns verstanden.“

dortige Kita und der Beschluss für die neue Kita im Birkenwäldchen seien die richtigen Antworten auf den wachsenden Betreuungsbedarf gewesen. „Auch wenn wir es alle schade finden, dass der Spielplatz dafür weichen muss.“

Die Dorfgemeinschaft wächst zusammen

Dass Altwarmbüchen stetig wachse und sich verändere, mache den Ort aus. „Und die Dorfgemeinschaft kommt immer enger zusammen,“ betont er. Das gut besuchte Moorfest und der Weihnachtsmarkt seien Beweise dafür. Dorfgemeinschaftsaktionen wie die Highland Games in Kirchhorst seien zwar „beneidenswert“, aber in Altwarmbüchen undenkbar: „Dafür gibt es hier zu viele Menschen.“ Bei Altwarmbüchen handele sich eher um ein Dorf der kleinen Dörfer. „In den Wohnsiedlungen wie dem Vogelviertel kennt immer noch jeder jeden“, sagt Neessen. Es gebe viel Lebensqualität und eine gute Nachbarschaft. Hinter „seinem“ Altwarmbüchen steht der junge Ortsbürgermeister daher nach wie vor – der „I love Altwarmbüchen“-Anhänger gehört daher fest an seinen Schlüsselbund.

Von Carina Bahl

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