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Isernhagen 30 Senioren lauschen Tipps gegen Enkeltrick
Umland Isernhagen 30 Senioren lauschen Tipps gegen Enkeltrick
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00:16 15.07.2018
Kontaktbeamtin Antje Schneider berichtet bei einer Informationsveranstaltung im Altwarmbüchener Rathaus über aktuelle Formen des Enkeltricks. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Altwarmbüchen

„Muss ich einen Fremden, nachdem er an meiner Tür geklingelt hat, wieder aus dem Haus begleiten?“ Das wollte eine Frau, die in einem Mehrfamilienhaus wohnt, wissen, denn: „Meine Schwiegertochter meint, ich bin dazu verpflichtet.“ Kontaktbeamtin Antje Schneider vom Polizeikommissariat Großburgwedel hat am Infonachmittag über Betrugsmaschen, zu dem der Präventionsrat Isernhagen ins Rathaus eingeladen hat, viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Nein, das müsse sie nicht, konnte Schneider die Frau beruhigen. Allerdings wäre es grundsätzlich noch besser, Unbekannten erst gar nicht die Haustür zu öffnen. „Sprechen Sie mit Unbekannten durch die geschlossene Tür. Und wenn nötig, seien Sie erfinderisch und sagen zur Abschreckung, auch wenn Sie allein sind: Egon kommst bitte mal? Und bring’ die Hunde mit.“

30 Männer und Frauen, alle im Rentenalter, lauschen bei Kaffee und Kuchen, den das DRK Isernhagen serviert und die Bürgerstiftung Isernhagen spendiert hat. „Muss ich bei Dunkelheit auf der Landesstraße anhalten , wenn da einer am Straßenrand winkt?“, will eine Frau wissen. „Das kann keiner kann von Ihnen verlangen“, klärt die Kontaktbeamtin auf. „Es könnte ja ein Trick sein, Sie aus dem Auto zu locken.“ Topthema ist an diesem Nachmittag aber ein anderer Trick – der berüchtigte Enkeltrick samt seiner vielen Abwandlungen. Tatsächlich haben zwei Frauen im Ratssaal mit Kriminellen, die sich am Telefon als Enkel ausgaben und dringend Geld brauchten, schon Bekanntschaft gemacht. „Ich habe gleich aufgelegt und die Polizei informiert“, verrät eine der beiden. Als Zeitungsleserin sei sie über diese Masche ja informiert.

Aktuell, so warnt Antje Schneider, riefen die Betrüger auch gerne unter der Polizei-Notrufnummer 110 an, gäben sich als Kriminalpolizisten aus und brächten ältere Menschen um ihre Ersparnisse. Sie nutzen dabei einen technischen Trick, um die vertraute Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen zu lassen. Die Täter suggerierten immer eine Notlage. Sobald das Opfer Vertrauen gefasst habe, forderten sie hohe Summen oder Zugang zu Kontodaten. Betroffen seien meistens ältere Menschen mit alt klingenden Namen wie etwa Karl-Heinz, Otto oder Louise. „Oder die Anrufer erzählen, das Bankinstitut sei nicht sicher und fordern die älteren Menschen auf, ihr Geld abzuheben“, schilderte Schneider die aktuellste Masche. „Nehmen Sie Gespräch nur an, wenn die Nummer mit einem bekannten Namen versehen ist“, riet die Kontakbeamtin. Schon das Abheben berge Risiken, denn die Betrüger seien rhetorisch geschickt, hielten ihre Gesprächspartner lange am Draht und zermürbten sie regelrecht.

Schneider stellt klar: „Die Polizei ruft niemals unter 11o an. Die Polizei fordert auch niemals auf, Vermögensverhältnisse offenzulegen und erst recht nicht, den Beamten Wertgegenstände oder Geld zu übergeben.“ Und wer an einer Autobahn-Tankstelle als Gegenwert für eine Tankfüllung einen Goldring akzeptiere, der bekomme in der Regel „echtes Berliner Büchsenblech“.

Zu Beginn des Infonachmittags hatte Sonja Thoms von der Sparkasse Hannover das sogenannte Dialog-Center ihres Geldinstituts vorgestellt. Bei diesem Service-Angebot könnten Kunden persönlich mit einem Mitarbeiter alle Bankgeschäfte per Telefon erledigen.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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