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Isernhagen Feuerwehr Isernhagen dreht Imagefilm
Umland Isernhagen Feuerwehr Isernhagen dreht Imagefilm
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00:16 28.02.2018
Die entscheidende Filmszene: Das Kind ist gerettet und läuft zu seiner Mutter. Quelle: Heine
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Kirchhorst

Die ehemalige Gaststätte zum Maikäfer an der Steller Straße in Kirchhorst liegt seit längerer Zeit still und verlassen da – sie soll abgerissen werden und einem Neubau Platz machen. Am Sonnabend war es mit der Ruhe allerdings erst einmal vorbei. Ein Großaufgebot der Feuerwehr war angerückt, rote Fahrzeuge und Blaulicht beherrschten das Bild. Passanten blieben stehen und betrachteten die Szenerie verwundert. Von einem Großbrand war weit und breit nicht zu sehen. Es dauerte eine Weile, bis klar wurde, dass das alte Gasthaus zum Filmschauplatz geadelt worden war.

Fünf Mitarbeiter der renommierten Hamburger Werbeagentur Jung von Matt drehten bei klirrender Kälte einen Imagefilm für die Feuerwehr Isernhagen. Andreas Wegener, neuer stellvertretender Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Isernhagen K.B., hatte den Kontakt über private Beziehungen hergestellt. Wegen dieser Verbindungen arbeiteten die Spezialisten für Onlinewerbung kostenfrei.

Film soll neue Mitglieder locken

Mit Hilfe des Films, der auf der Feuerwehr-Homepage, bei Facebook und YouTube zu sehen sein wird, soll es gelingen, neue Mitglieder zu gewinnen, vor allem Quereinsteiger. „Die Feuerwehr Isernhagen hat Nachwuchssorgen. Wir brauchen neue Leute. Die alten Hasen gehen in den Ruhestand, und die Jugendlichen verabschieden sich nach dem Eintritt ins Berufsleben aus der Feuerwehr“, sagte Wegener. „Sollte die Kampagne ins Leere laufen, haben wir wenigstens alles versucht“, betonte er.

50 Feuerwehrleute sind beim Dreh dabei

Für den Film hatten die Aktiven keine Mühen gescheut. Zwölf Einsatzfahrzeuge einschließlich der neuen Drehleiter und 50 Mitglieder der Feuerwehr waren im Einsatz. Mit viel Theaternebel wurde ein Brand simuliert, der in der Wohnung über den Gasträumen ausgebrochen war. Es galt, ein Kind aus den Flammen zu retten.

Mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet, erklommen zwei Trupps die steile dunkle Treppe zum Obergeschoss. Oben angekommen, erhielten sie Regieanweisungen von Felix Koch. Erik Höhn und Maximilian Hillmer brachten die Kamera in Stellung. Anschließend krochen die Einsatzkräfte durch den Flur und öffneten die Türen auf der Suche nach dem Kind. Diese Rolle hatte der siebenjährige Marlon, Wegeners Sohn, übernommen. „Ich musste die ganze Zeit auf dem Sofa sitzen und warten“, erzählte er nach seinem Auftritt, der mit einer dramatischen Schlussszene endete: Das gerettete Kind läuft aus dem brennenden Haus in die Arme seiner überglücklichen Mutter Claudia Wegener.

Straßensperrung für die Löscharbeiten

Bei dem folgenden Löschangriff kam schließlich auch die Drehleiter zum Einsatz. Vom Rettungskorb aus richteten die Einsatzkräfte Schläuche auf die Räume im Obergeschoss und auf das Dach und fluteten alles mit Wasser. Für diese Szene wurde sogar die Straße kurzzeitig gesperrt.

Teil des Films sind auch drei Kurzporträts von Feuerwehrmitgliedern. Ein Bäcker, ein Steuerberater und ein Biobauer werden bei ihrer täglichen Arbeit gezeigt, bis ein Alarm den Alltag unterbricht. Die drei eilen zum Feuerwehrhaus, kleiden sich um und besetzen die Fahrzeuge. Es folgt das Ausrücken aus der Halle.

Große Pläne für Ex-Maikäfer

Frank Jasiek, Betreiber des Hotel-Restaurants Amadeus in Altwarmbüchen und Eigentümer der ehemaligen Gaststätte Zum Maikäfer, hatte der Feuerwehr das Haus an der Steller Straße für den Dreh ihres Imagefilms gern überlassen. Sonderlich vorsichtig sein mussten die Ehrenamtlichen dabei nicht – Jasiek will das Gebäude ohnehin möglichst bald abreißen und durch einen Neubau ersetzen lassen. „Das ganze Haus kommt weg“, kündigte er am Sonntag an.

Nachdem sich Jasieks jahrelange Planungen zur Errichtung eines großen Tagungshotels am Kirchhorster See zerschlagen hatten, konzentrierte er sich auf das Maikäfer-Grundstück. Die mehr als 90-jährige Ära der Traditionsgaststätte war im Dezember 2015 zu Ende gegangen. Das Innere hätte modernisiert werden müssen, doch die Bausubstanz war zu marode.

Die erste Bauvoranfrage für ein neues Hotel war 2016 noch als überdimensioniert abgelehnt worden. Für eine zweite Anfrage hatte Jasiek sein Projekt abgespeckt und war damit im Ortsrat wie im Bauauschuss auf Zustimmung gestoßen: Geplant ist nun ein Hotel mit 35 Doppelzimmern in zwei Voll- und einem Dachgeschoss, die überdies ein Bistro, einen Backshop und zwei Appartements beherbergen sollen. Einige Details seien noch mit der Bauaufsicht der Region abzustimmen, so Jasiek. Sobald alles in trockenen Tüchern sei, werde der Abriss beginnen.

Von Sybille Heine und Frank Walter

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