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Isernhagen Abend im Restaurant endet auf der Anklagebank
Umland Isernhagen Abend im Restaurant endet auf der Anklagebank
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00:29 21.05.2018
Ein gemütlicher Abend führte eine 48-jährige Hannoveranerin schlussendlich auf die Anklagebank. Dort musste sie sich wegen Beleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt verantworten. Quelle: Archiv
Isernhagen

Mit einer Geldstrafe für die Angeklagte endete jetzt ein Verfahren vor dem Amtsgericht Burgwedel. Die 48-jährige Hannoveranerin hatte sich bei einem Polizeieinsatz in Isernhagen den Anordnungen wiedersetzt und die Beamten beleidigt.

Im November hatte die Frau mit einem Bekannten und ihrem fünfjährigen Sohn in einem recht schicken Restaurant in Isernhagen gegessen. Dazu trank das Pärchen auch einiges an Alkohol. Je lockerer beide wurden, desto unangenehmer fielen sie dem Personal und den anderen Gästen auf – gerade auch, weil dabei die Hände ein ums andere Mal unter die Gürtellinie rutschten.

Als die beiden in Begleitung des Kindes gegen Mitternacht das Restaurant verließen, riefen die besorgten Kellner die Polizei, um zu verhindern, dass das Pärchen angetrunken samt Kind noch Auto fährt. Die Kellner blockierten sogar die Ausfahrt, bis die Polizei eintraf.

Die Beamten forderten die Frau am Steuer des Wagens mehrmals auf,  sich auszuweisen. Die 48-Jährige weigerte sich aber und beleidigte einen der Beamten als „Arschloch“. Ihr Begleiter baute sich aggressiv vor der Polizei auf. Um die Situation zu entspannen, trennten die Polizisten die beiden. Die Frau widersetzte sich weiterhin den Anordnungen und hielt ihren fünfjährigen Sohn schützend vor sich. „Ich hatte kaum eine Möglichkeit, zu ihr durchzukommen, ohne das Kind zu verletzen“, sagte einer der als Zeugen geladenen Polizisten im Gerichtssaal aus. Im folgenden mussten die Polizisten der Frau das Kind entreißen, sie zu Boden zwingen und mit Handschellen fesseln. Daraufhin wurde sie mit zum Polizeirevier genommen und sträubte sich auch dort noch gegen Maßnahmen wie den Blutalkoholtest, der 0,48 Promille ergab.

Die 48-Jährige stellte das Geschehen ganz anders dar. Sie habe sich von den Beamten ernsthaft bedroht gefühlt und sei von ihnen „regelrecht zusammengeschlagen worden“. Sie sprach von einer „Gewaltat im Amt“, welche vertuscht werden sollte, und legte ein ärztliches Attest vor, welches leichte Verletzungen an den Beinen und Gelenken bescheinigte.

Insgesamt zeigte sich die Angeklagte den gesamten Prozess über uneinsichtig. So nannte sie die Polizisten im Zeugenstand „die beiden Süßen“ und sagte, dass sie sie gar nicht habe ernst nehmen können, „da sie ja noch so jung sind“. Auch fiel die Angeklagte allen Beteiligten mehrfach ins Wort, weshalb Richter Michael Siebrecht sie mehrmals ermahnen musste.

Die Staatanwältin schenkte den Zeugenaussagen mehr Glauben als der Angeklagten und plädierte auf 60 Tagessätze à 10 Euro für den Widerstand und die Beleidigung. Das Urteil lautete dann auf 50 Tagessätze à 10 Euro. „Vielleicht sollten sie mal versuchen, die Schuld nicht immer bei anderen zu suchen“, gab ihr Amtsrichter Siebrecht mit auf dem Weg. Immer wieder den Satz „Gewalt im Amt“ wiederholend, verließ die frisch Verurteilte den Saal. Ob sie das Urteil anfechten wird, bleibt also abzuwarten. Ihr fünfjähriges Kind wohnt mittlerweile bei seinem Vater – der Vorfall nach dem Restaurantbesuch hatte für das Jugendamt das Fass zum Überlaufen gebracht.

Von Philipp Bader

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