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Isernhagen Anwohner diskutieren über Nachtflüge
Umland Isernhagen Anwohner diskutieren über Nachtflüge
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13:40 20.11.2018
Kommissionsvorsitzender Reinhard Grabowsky (Dritter von links) und Mitglieder der CDU Isernhagen diskutieren mit Anwohnern im Gasthaus Dehne über Fluglärm. Quelle: Gabriele Gerner
Isernhagen

Etwa 30 Gäste waren am Mittwochabend der Einladung des CDU-Ortsverbands Isernhagen gefolgt, um über ein Nachtflugverbot für den Flughafen Hannover zu diskutieren. Als Referent präsentierte der Ortsverein Reinhard Grabowsky, den Vorsitzenden der Fluglärmschutzkommission.

„Wir möchten uns ein Bild von der Meinung der Anwohner machen“, sagte der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Timm Jacobsen. „Als Partei haben wir noch keine eindeutige Position zum Thema Nachtflüge gefunden“, gestand er. „Es gibt viele offene Fragen“, meinte auch die Ortsvereinsvorsitzende Anja Moch. Beispielsweise: „Wenn die Flüge nachts entfielen, würden diese dann in den Tag verlegt?“

Welche Meinung haben die Anwohner zum Thema Lärmbelästigung durch Nachtflüge? Das wollte die CDU Altdörfer Isernhagen wissen, um ihre eigene Position zu schärfen, und lud zur Diskussion mit Reinhard Grabowsky.

Das konnte Reinhard Grabowsky auch nicht beantworten. Aber das Ziel der Fluglärmschutzkommission definierte er klar: „Wir wollen eine Beschränkung der Flüge zwischen 1 und 5 Uhr nachts erreichen und nur leisere Flugzeuge zuzulassen“, sagte Grabowsky. Um dies zu erreichen, drängt die Zeit: Bis Ende 2019 muss das Wirtschaftsministerium in Hannover den Nachtflugbetrieb für Langenhagen neu regeln.

„Die nächtlichen Flugbewegungen in Isernhagen F.B. haben massiv zugenommen“, klagte Friedrich Redeke. Dieter Poppe von der Initiative „BON-HA“ (Besser ohne NachtflugHannover Airport) stimmte ihm zu und meinte: „Um Burgdorf zu entlasten, wurden jede Menge Flüge nach Isernhagen geschoben.“ „Seit dem Jahr 1985 ist die Zahl der Nachtflüge um über 700 Prozent gestiegen“, betonte Gerd Kaufmann, ehemaliges Mitglied der Kommission. „Das ist eine gesundheitsschädliche Belastung für die Anwohner.“

Das Argument der wirtschaftlichen Notwendigkeit wollten zahlreiche Anwesende nicht gelten lassen. Bremen, Düsseldorf und Hamburg hätten im vergangenen Jahr deutliche Zuwächste bei den Flügen gehabt – „ganz ohne Nachtflüge“, wusste Poppe. „Das Zahlenwerk ist nicht belastbar“, hielt Philipp Schütz aus Isernhagen H.B. dagegen. Er bekannte sich als „ausdrücklicher Verfechter des Flughafens“ und versicherte: „Ich kann nachts gut schlafen.“ „Das glauben Sie nur“, widersprach Erika Becker vom Umweltschutzverein Isernhagen und verwies auf Studien über die gesundheitlichen Risiken nächtlicher Lärmbelastung. Dieter Poppe betonte: „Viele Menschen sehen das so. BON-HA hat bereits 22.000 Euro Spenden erhalten, um eine Klage gegen Nachtflüge anzustrengen.“

Auch am Ende der Veranstaltung hatte die CDU Isernhagen keine eigene Position zu dem Thema Nachtflüge gefunden. „Am besten wird wohl eine Umfrage unter den Mitgliedern sein“, meinte Timm Jacobsen.

Von Gabriele Gerner

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