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Isernhagen Altwarmbüchen: Azubis managen den Obi-Markt
Umland Isernhagen Altwarmbüchen: Azubis managen den Obi-Markt
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00:19 30.07.2018
Kühle Getränke im Küchenstudio: Mirssel Bosnjakovic (von links), Filiz Bala und Leoni Preller reicht Emil, Simone sowie Lina ein Saft. Quelle: Jarolim-Vormeier
Altwarmbüchen

Die Stammbelegschaft wurde in Urlaub geschickt. Dafür haben jetzt 110 Auszubildende das Sagen im Altwarmbüchener Obi-Markt. „Ab jetzt liegt alles in Eurer Verantwortung – und viel Glück dabei“: Mit diesen Worten verabschiedete sich die „echte“ Marktleiterin Caroline Kücke bei der Schlüsselübergabe. Vom 23. Juli bis 4. August haben Lorena Flesch und Benjamin Fetahi vorübergehend das Zepter im 10.000 Quadratmeter großen Baumarkt an der Opelstraße in der Hand.

Die Stammbelegschaft weilt im Urlaub, dafür bestimmen jetzt Auszubildende und Studenten das Geschäft im Altwarmbüchener Obi-Markt. Insgesamt zwei Wochen lang – und sie lernen viel dabei.

Aus Fehlern lernen

Insgesamt 30 Studenten der Berufsakademie und 80 Auszubildende aus ganz Nord- und Westdeutschland übernehmen zwei Wochen lang die Geschäfte in dem Baumarkt an der Opelstraße, der erst vor zwei Jahren geöffnet hatte. Beim sogenannten Azubi-Markt 2018 – den es seit 2005 bundesweit gibt – tragen die Nachwuchs-Führungskräfte weiße Hemden, die Azubis Shirts in Orange. Überall im Geschäft sind die markanten Hemden präsent. Die jungen Leute schlüpfen in verschiedene Positionen. So auch Lukas Noll. Der 22-Jährige absolviert derzeit eine duale Ausbildung in Altwarmbüchen. Nun darf er 14 Tage lang die Logistik-Abteilung leiten, verteilt die ankommende Ware im Markt. „Fünf Azubis helfen mit dabei“, sagt Noll. Nun sei ihm deutlich mehr Verantwortung übertragen worden als bei der Ausbildung. „Und das motiviert“, erklärt der Student. „Fehler machen wir auch, aber daraus lernt man“, stellt Noll fest.

Lorena Flesch wie auch Benjamin Fetahi absolvieren einen dualen Studiengang im sechsten und letzten Semester. Für die angehenden Betriebswirte und potenziellen Führungskräfte sind die zwei Wochen eine ereignisreiche Phase, in der sie sich viel vorgenommen haben. „Während der zwei Wochen können wir ganz viel Erfahrung und Praxis sammeln“, sagt die 25-jährige Markt-Chefin auf Zeit, deren Stammhaus seinen Sitz in Hildesheim hat.

Laden läuft ohne Hilfe

Vom Verkauf über die Bestellung der Waren bis hin zur Personalplanung ist das Azubi-Markt-Team dabei ganz auf sich allein gestellt. Die jungen Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungen wie Einzelhandelskaufleute, Handelsfachwirte und Studenten der Berufsakademie ziehen an einem Strang: „Der Laden muss rund laufen, und das ohne die Hilfe der Großen“, sagt Lesche.

Nicht alles sei von Anfang an richtig gelaufen, sagt die Chefin auf Probe. Am ersten Tag gleich wurden etwa die Ladestationen für die Schnurlos-Telefone im Markt gesucht, weil sich fast alle Azubis in dem Haus nicht auskannten. Auch manche Kunden seien ein wenig irritiert gewesen, dass nur Auszubildende für Beratungen zur Verfügung stünden, berichtet die junge Marktleiterin nach einer Woche. „Wir kannten uns vorher alle nicht. Mittlerweile hat sich das Team gefunden, und wir sind immer besser eingespielt“, sagt Flesch erleichtert. „Was sich auch am Umsatz widerspiegelt“.

Falls es Probleme gibt, ist Filiz Bala zur Stelle. Die 30-Jährige gehört zum Stammpersonal und ist als einzige nicht in Urlaub gegangen. Ihr Bereich ist die Küchen-Abteilung im Obergeschoss des Marktes. „Die Azubis haben sich gewünscht, dass ich bleibe, weil sie keinen ’Experten’ für das Küchen-Studio gefunden haben“, schildert Bala. Sie bescheinigt den jungen Leuten großes Engagement - sie seien offen und wollten was erreichen. Hier und da gebe es eine Frage. „Ansonsten schmeißen sie den Laden allein“, lobt sie.

Kinder und Azubis bauen Feuerstelle

Gemeinsam anpacken: Ein vierköpfiges Azubi-Team des Obi-Baumarktes in Altwarmbüchen hat gemeinsam mit Kindern des Jugendtreffs Neuwarmbüchen eine Feuerstelle gebaut. Erst mussten Daron, Prescilla, Cassady, Nora und Lara auf dem Gelände an der Straße am Immenzaun die quadratischen Pflastersteine im Kreis anlegen. Anschließend mischten sie gemeinsam Zement an, der per Schaufel zwischen die Pflastersteine gegossen wurde. „Die neue Feuerstelle ersetzt eine Schale, die oft zum Einsatz kam“, berichtet Gemeindejugendpfleger Thomas Jüngst. Die Idee dafür habe das Azubi-Team gehabt.

Neben dem Planspiel im Baumarkt halfen die Azubis bei dem Projekt in Neuwarmbüchen. Gemeinsam mit den Mädchen und Jungen bauten sie dort auch noch Sitzmöbel aus Paletten. „Damit die Sonne nicht so knallt, haben wir über der Stelle einen Pavillon aufgestellt“, berichtete Projektleiterin Anni Carolin Schmidt, die den Kindern Pinsel in die Hand drückte, damit sie im Schatten die Loungemöbel lasieren konnten. „Die Möbel werden richtig schön“, meinte Daron.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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