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Isernhagen Beleidigung: Gericht verurteilt Mann – und ermittelt gegen Freundin
Umland Isernhagen Beleidigung: Gericht verurteilt Mann – und ermittelt gegen Freundin
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00:16 17.03.2019
Das Amtsgericht Burgwedel hat einen Isernhagener wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt. Quelle: Archiv
Isernhagen

Eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro muss ein 53-Jähriger jetzt zahlen, weil er eine Verkäuferin in einem Markt in Altwarmbüchen auf übelste Weise beschimpft hatte. Doch auch auf seine Lebensgefährtin kommt jetzt ein Strafverfahren zu: Sie hatte im Gericht behauptet, die Beleidigungen nicht gehört zu haben – obwohl sie direkt daneben stand, wie mehrere Zeugen berichteten. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen Falschaussage eingeleitet.

Angeklagter: „Ich bin ausfallend geworden“

„Manchmal ist es besser, einen Strafbefehl anzunehmen, als so ein Fass aufzumachen“, sagte Burgwedels Amtsrichter Michael Siebrecht nach dem Urteil. Tatsächlich erwies sich das Paar im Gericht als unbelehrbar. Der Isernhagener hatte im September eine Arbeitsplatte in dem besagten Markt abholen wollen, auf Grund einer technischen Panne erhielt er diese aber vorerst nicht. Aufbrausend schilderte er vor Gericht die angeblichen Serviceprobleme des Marktes und dass er und seine Frau bereits mehrere Tage über Stunden in dem Geschäft zugebracht hatten, um an ihre Ware zu kommen. „Und ja, dann bin ich ausfallend geworden und habe mich aufgeregt. Das war nicht in Ordnung.“ Die Worte „Fotze“ und „Hure“, die in der Anklageschrift standen, habe er aber nicht benutzt.

Übelste Beleidigungen enden im Hausverbot

Das Opfer, eine 21-jährige Verkäuferin, konnte sich wiederum genau daran erinnern. „Das hat sich bei mir eingebrannt“, sagte sie. Sie verstehe bis heute nicht, wie man so ausrasten könne. Der Angeklagte habe ihr sogar den Lieferschein ins Gesicht geworfen. Am Ende wurde der Mann mit Hausverbot des Ladens verwiesen. Diese Aussagen bestätigten auch zwei Kollegen der 21-Jährigen.

Richter warnt Zeugin vor, aber Frau will nichts gehört haben

Die einzige, die die Worte nicht gehört haben wollte, war die Lebensgefährtin des Angeklagten, die – da nicht verheiratet – sich auch nicht auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen konnte. Ausdrücklich wies der Amtsrichter sie daraufhin, dass eine Falschaussage strafbar sei. „Es geht hier um einen kleinen Geldbetrag, und im Zweifelsfall verlieren Sie ihren Job und landen im Gefängnis. Machen Sie sich das bitte klar, bevor sie etwas aussagen“, mahnte Siebrecht. „Das sage ich aus Fürsorge, nicht, weil ich sie für unglaubwürdig halte.“ Doch die 54-Jährige hielt an ihrer Aussage fest: „Ich habe keine Beleidigung gehört. Er hat diese Worte nicht benutzt.“

1500 Euro Strafe und ein Verfahren für die Lebensgefährtin

Weder die Staatsanwaltschaft noch der Richter hatten am Ende Zweifel daran, dass es die Beleidigungen so gegeben hatte. Statt der 600 Euro im Strafbefehl, gegen den der Isernhagener Einspruch eingelegt hatte, standen im Urteil schließlich 60 Tagessätze à 25 Euro. „Das ist doch völlig überzogen. Das läuft nicht. Es ist doch nichts passiert“, polterte der 53-Jährige, der sich selbst verteidigte. Dass man sich mal ärgere, könne jeder nachvollziehen, betonte Siebrecht. „Aber irgendwann ist eine Grenze überschritten, und dann ist das eine Straftat.“ Viel schlimmer könnten die Folgen jetzt für seine Lebensgefährtin ausfallen: Zwölf Monate bis 15 Jahre Freiheitsstrafe sind der Strafrahmen für eine Falschaussage, erläuterte Siebrecht. „Nehmen Sie sich einen Anwalt, unbedingt!“

Von Carina Bahl

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