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Isernhagen Blaues Kreuz besteht seit 25 Jahren
Umland Isernhagen Blaues Kreuz besteht seit 25 Jahren
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13:38 24.07.2018
Peter Ducoffre (links) und Lothar Kühnel laden zur Geburtstagsfeier der Altwarmbüchener Selbsthilfegruppe Blaues Kreuz in die evangelische Christophorus-Kirchengemeinde ein. Quelle: Jarolim-Vormeier
Altwarmbüchen

Seit 25 Jahren treffen sich Menschen in den Räumen der Altwarmbüchener Christophorus-Kirchengemeinde und sprechen dort über ihre Probleme mit der Alkoholsucht. Ihr Jubiläum feiert die Selbsthilfegruppe Blaues Kreuz Altwarmbüchen am Dienstag, 14. August, ab 18 Uhr in den Räumen des Gotteshauses an der Bernhard-Rehkopf-Straße 13.

Gegründet hatten die Gruppe Peter Ducoffre mit seiner Frau Ute sowie das Ehepaar Jürgen und Brigitte Engels in Hannover. Als kurz darauf der Altwarmbüchener Lothar Kühnel zu der Selbsthilfegruppe stieß, zog das Blaue Kreuz in die Räume der Christophorus-Kirchengemeinde um.

Ohne Führerschein war Schluss als Kraftfahrer

„Vor fast 30 Jahren habe ich mein Führerschein und beinahe auch meine Arbeitsstelle verloren“, berichtet Kühnel über seine eigene Alkoholabhängigkeit. Es habe damals ganz harmlos angefangen. Nach jedem Sieg seiner Fußballmannschaft sei Bier getrunken worden – und für ihn persönlich sei es immer schlimmer geworden. Kühnel konnte ohne Führerschein bei der Post nicht mehr als Kraftfahrer arbeiteten und wurde in die Briefzustellung versetzt – als Fußgänger. Hilfe habe er bei der Sozialstelle seines Arbeitgebers erhalten, erinnert sich Kühnel. Dann folgten die Entgiftung und eine Suchtberatung „Und meine Frau hat mich tatkräftig unterstützt“, sagt Kühnel. Er hat bis heute erfolgreich gegen seine Alkoholsucht angekämpft.

Seit nunmehr 25 Jahren leitet der heute 61-Jährige die Blaue-Kreuz-Gruppe in Altwarmbüchen und steht anderen Menschen bei deren Kampf gegen die Sucht zur Seite. Dabei gehe die Alkoholsucht quer durch alle Schichten. „Der einzige Unterschied zwischen uns und den Reichen ist die Marke“, sagt Peter Ducoffre und meint damit die Art des Alkohols.

Kühnel erinnert sich an Treffen mit bis zu 35 Personen. Damals wurde gemeinsam Weihnachten und Silvester gefeiert, an Feiertagen Kaffeenachmittage auf die Beine gestellt – natürlich alles ohne Alkohol. Der 61-Jährige zeigt immer Präsenz. „Manchmal kommen Menschen das erste Mal unangemeldet vorbei, fassen Mut, dann muss doch einer hier sein“, erläutert der Gruppenleiter.

Stabil erst nach einem Jahr ohne Alkohol

Zuletzt ist die Selbsthilfegruppe jedoch geschrumpft. „Heute sind wir nur noch sieben Personen, die regelmäßig zusammenkommen“, sagt Kühnel. Er und Peter Ducoffre vermuten die Gründe in der schnelllebigen Zeit und dem zunehmenden Stress bei der Arbeit. „Heute informieren sich die Betroffenen über ihre Sucht im Internet, besuchen einmal eine Beratungsstelle – und das war es“, fasst es Ducoffre zusammen. Er rät jedoch, sich zumindest eine Zeit lang einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Ein Mensch mit einem Suchtproblem müsse zumindest ein Jahr lang alle Feste wie etwa Weihnachten, Silvester und Geburtstage ohne Alkohol überstehen, um wirklich stabil zu werden.

Treffen jeden Dienstag bei Christophorus

In Altwarmbüchen trifft sich das Blaue Kreuz jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr (außer an Feiertagen). Die suchtkranke Frauen und Männer sowie deren Angehörige tauschen sich in der Christophorus-Kirchengemeinde aus.

Interessierte, die an der 25-Jahr-Feier teilnehmen möchten, können sich unter Telefon (0511) 619597 und per E-Mail an lothar-kuehnel@t-online.de anmelden.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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