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Isernhagen CDU fordert bessere Kinderbetreuung
Umland Isernhagen CDU fordert bessere Kinderbetreuung
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17:28 12.09.2018
Das Positionspapier des CDU-Gemeindeverbands listet viele Forderungen nach Verbesserungen bei der Kinderbetreuung und der Schulpolitik auf. Quelle: Symbolbild (dpa)
Isernhagen

Isernhagen soll die kinderfreundlichste Kommune der Region werden – das fordert der CDU-Gemeindeverband in einem Positionspapier, über das sich Mitglieder ein Jahr lang den Kopf zerbrochen haben. In dem Papier mischen sich bereits Erreichtes und Dinge, die nur auf Regions-, Landes- oder Bundesebene entschieden werden können, mit konkreten Vorschlägen für die Kommune.

Die Partei als „Thinktank“ für die Arbeit der Ratsfraktion: Diesem Anspruch waren sieben jüngere Mitglieder, allesamt selbst Mütter und Väter, für den Bereich Kinderbetreuung und Schule intensiv nachgekommen. Ein halbes Dutzend Mal haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises getroffen, hinzu kamen zahlreiche Kurznachrichten und E-Mails zur Abstimmung und letztlich die Zustimmung des Gemeindeverbandvorstands. „Die Aufgabe war es, mutig zu denken“, sagt der Gemeindeverbandsvorsitzende Timm Jacobsen– und begründet so auch den einleitenden Satz des Positionspapiers: „Wir werden die kinderfreundlichste Gemeinde in der Region Hannover!“ Beim mutigen Denken blieb allerdings die Frage der Finanzierung unbeachtet, dazu enthält das Papier keine Aussagen.

Für die Unter-Dreijährigen fordert die CDU beispielsweise eine verlässliche Eingewöhnung und die Aufnahme von Kindern bereits im Alter von elf Monaten. Der Rechtsanspruch besteht erst ab zwölf Monate, was manchen Müttern und Vätern, wenn sie einen Teil der Elternzeit gemeinsam nehmen wollen, Betreuungsprobleme bringt. Die Betreuungsangebote sollten in Wohnortnähe liegen und sich flexibel an die Arbeitszeiten anlehnen.

Der Wechsel von der Krippe in den Kindergarten müsse laut CDU automatisch ohne erneute Anmeldung möglich sein. Im Kindergarten soll die frühkindliche Bildung ausgebaut werden, auch durch die logopädische Begleitung der Sprachentwicklung. Zudem müssten sich Eltern Früh- und Spätbetreuung teilen können.

Übergreifend für alle Betreuungsplätze im Kitabereich fordert die CDU ein vereinfachtes und transparentes Anmeldeverfahren, beispielsweise per App, mehr Erzieher sowie eine verlässliche Vertreterregelung.

Im Grundschulalter braucht es laut CDU ein gutes und zahlenmäßig ausreichendes Hortangebot – als Ergänzung zu der vom Rat bereits beschlossenen Umstellung auf den Ganztagsschulbetrieb. Eine weitere Forderung: „Sämtliche Ganztags-Konzepte werden in der Gemeinde angeboten und sind für alle Kinder offen nutzbar“. Das Positionspapier spricht sich also für eine Aufhebung der Grundschulbezirke aus. „Wir wollen den Eltern ihre Kinder nicht wegnehmen“, sagt Parteichef Jacobsen – doch im Umkehrschluss müsse auch jeder die Art von Ganztagskonzept für sein Kind auswählen können, das er für das richtige halte. Auch die Ferienbetreuung der Grundschüler will die CDU gewahrt sehen, sie müsse über eine digitale Plattform ortsübergreifend buchbar sein.

Für den Bereich der weiterführenden Schulen will sich die CDU Isernhagen ebenfalls für die Aufhebung der Schulbezirke einsetzen. Isernhagener Jugendliche sollen auch Schulen beispielsweise in Langenhagen besuchen können und umgekehrt. „Wir stehen zu unserem Gymnasium und zur IGS. Beide sind attraktive Schulen, die im Wettbewerb bestehen können und sollen“, heißt es im Positionspapier.

Erwartungen hat die CDU auch an Arbeitgeber, die beispielsweise durch Home-Office- und Mutter-Kind-Büro-Modelle Eltern ein kinderfreundliches Arbeitsumfeld schaffen müssten. Doch bei allen Forderungen nach Verbesserung stellt die CDU auch klar, dass die Vermittlung kultureller und ideeller Werte in erster Linie die Aufgabe der Eltern sei.

Kurzfristig will die CDU-Ratsfraktion nun Anträge zur früheren Eingewöhnung in den Krippen und zur Vereinfachung der Kita-Anmeldung stellen. Über die Schulpolitik auf Landesebene will die CDU Ende Oktober mit der Landtagsabgeordneten Mareike Wulf öffentliche diskutieren, über ihr Positionspapier dann zu einem späteren Zeitpunkt.

Von Frank Walter

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