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Isernhagen Hänsel und Gretel im Isernhagenhof
Umland Isernhagen Hänsel und Gretel im Isernhagenhof
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16:57 16.12.2018
Im Dunkeln wird der Wald unheimlich: Hänsel und Gretel fürchten sich. Quelle: Patricia Chadde
Isernhagen F.B

Bianca Gerlach ist mit Mann und ihren Kindern Emma (10) und Lennox (13) in den Isernhagenhof gekommen, um sich die Oper „Hänsel und Gretel“ anzuschauen. Die Karten dazu hatte der Nachwuchs aus den Adventskalendern bekommen. Und so wie die Familie, war auch das restliche Publikum vom Alter bunt gemischt.

Bei älteren Besuchern im beinahe ausverkauften Haus kamen sofort Erinnerungen hoch, wenn Hänsel und Gretel das Kinderlied: „Brüderchen, komm tanz mit mir“ anstimmten. Es soll um 1800 in Thüringen entstanden sein, doch berühmt wurde es durch Engelbert Humperdinck, der es in seine Oper integrierte. Schon die Brüder Grimm schilderten in ihrem Märchen die existentielle Not einer armen Waldbauernfamilie, was die Darsteller eindrucksvoll spiegeln. Der von Kinderarbeit zermürbten Nachwuchs, die verzweifelte, hochfahrende Mutter und der fröhlich hüpfende Vater. Er hatte die selbst gebundenen Besen zum stattlichen Preis verkaufen können und neben Eiern und Speck sogar ein Viertelpfund Kaffee ergattert.

Pianistin Vasilena Atanasova liefert die virtuose Klavierbegleitung Quelle: Patricia Chadde

Mal anrührend und mal dramatisch ist die Oper von Hänsel & Gretel, die unter der Leitung von Anne Drechsel zum Leben erwacht. In Vasilena Atanasova und Markus Matschkowski hatte sie virtuose Pianisten gefunden, deren Finger zu Humperdincks Noten über die Tasten flogen. Der „singende“ Wald erwachte durch die excellent geschulten Stimmen der „Femmes Vocales“ zum Leben und vermittelte mal eine heiter-vitale, mal düster-bedrohliche Stimmung. Kaum zu glauben, dass neben Anne Drechsel nur Hexendarsteller John Pickering hauptberuflich vom Fach kommt.

Hänsel und Gretel ringen um den milchgefüllten Topf. Quelle: Patricia Chadde

Angefangen bei kleinen Kindern, über Engel und Kuchenkinder im Grundschulalter, Sand- und Taumännchen, bis zu den beiden jugendlichen Hauptdarstellern lieferte das Ensemble eine ebenso beeindruckende, wie mitreißende Inszenierung, die mit herzlichem, anhaltendem Applaus bedacht wurde. „Einfach bezaubernd“, lautete das Fazit von Bianca Gerlach und Ehemann Jörg Hönisch staunte über die Begabung von „Carsten und Tina, die wir privat kennen“. Etwas anders hingegen die Einschätzung bei ihrem eigenen Nachwuchs: Emma und Lennox jedenfalls waren von ihrem ersten Opernbesuch noch nicht so in den Bann geschlagen, wie die Eltern- und Großelterngeneration.

Von Patricia Chadde

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