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Isernhagen Falschparker erhalten reihenweise Knöllchen
Umland Isernhagen Falschparker erhalten reihenweise Knöllchen
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00:17 12.09.2018
An heißen Sommertagen ist der reguläre Parkplatz am Hufeisensee oft voll belegt. Quelle: Archiv (Bahl)
Isernhagen H.B

Tausende Menschen haben den langen heißen Sommer am Hufeisensee in Isernhagen H.B. genossen. Für vermutlich Hunderte hat ihr Besuch jedoch einen faden Beigeschmack gehabt – denn die Polizei und der von der Gemeinde beauftragte Sicherheitsdienst haben in diesem Jahr am Landwehrdamm gleich reihenweise Falschparker notiert.

Genaue Zahlen kann das auch für Isernhagen zuständige Polizeikommissariat Großburgwedel zwar nicht liefern, aber für eine Einschätzung reicht es allemal: Frank Bührmann als Leiter des Einsatz- und Streifendienstes spricht von einer „Vielzahl an Verkehrsverstößen“ am Landwehrdamm, die die Polizei in diesem Jahr geahndet habe. „An manchen heißen Tagen waren das auch mal 50 bis 60.“ Und offenbar wurde nicht nur viel, sondern auch regelmäßig kontrolliert. Eine Hannoveranerin beispielsweise hat innerhalb einer Woche gleich viermal Post vom Team Verkehrsordnungswidrigkeiten der Region Hannover bekommen – die Verwarngelder für die vier Verstöße summieren sich auf 120 Euro.

Tatsächlich reihte sich an manchen heißen Tagen auf dem Landwehrdamm Auto an Auto. Zwar stehen dort viele Halteverbotsschilder, und an der Einfahrt im Bereich des Seehauses verbietet ohnehin ein Schild die Durchfahrt. Doch wie schon in anderen Jahren stand die Schranke neben dem Restaurant nach Auskunft der Gemeinde Isernhagen wegen eines Defekts zeitweise offen – was zur Folge hatte, dass viele Erholungssuchende angesichts der vollen regulären Parkplätze mit ihren Autos den Landwehrdamm bis zum Hochseilklettergarten am Hufeisensee oder sogar weiter bis zum sogenannten Papenburg-See nutzten.

Originär ist die Polizei für die Überwachung des ruhenden Verkehrs nicht zuständig, das ist eigentlich Sache des Ordnungsamtes der Gemeinde Isernhagen. Doch an heißen Tagen – und davon habe es in diesem Jahr ja sehr viele gegeben – gucke die Polizei im Rahmen ihrer Streifentätigkeit an den Seen ohnehin nach dem Rechten, so Bührmann. Gerade am Papenburg-See komme es schon mal zu Sachbeschädigungen an den Gebäuden und Förderanlagen. Zudem gebe es auch Badegäste, die unberechtigterweise auf den Schwimmbagger kletterten. Und wenn die Polizei vor Ort sei, dann würden auch Verkehrsverstöße geahndet, erläutert der Polizist.

Auch der von der Gemeinde engagierte Sicherheitsdienst am Hufeisensee hat den Auftrag, Falschparker zur Anzeige zu bringen. In einigen Fällen hatte es laut Isernhagens Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen sogar Doubletten gegeben: Fahrzeuge wurden innerhalb weniger Minuten sowohl von der Polizei als auch vom Ordnungsdienst notiert. Die Folge waren zwei Bußgeldbescheide der Region. Als Fahrzeughalter dies im Rathaus monierten, habe man zwei Tickets zurückgenommen, so Niederhausen.

Dass der Landwehrdamm für den allgemeinen Fahrzeugverkehr tabu ist, macht aus Sicht der Polizei absolut Sinn. Schließlich sei dies ein wichtiger Rettungsweg bei Unfällen im Kletterpark oder bei Badeunfällen wie in diesem Sommer mehrmals im Langenhagener Silbersee. Im Ernstfall müssten auch breite Feuerwehrfahrzeuge passieren können. Wer wie die Hannoveranerin gleich viermal wegen Verstößen Post bekommen, der habe „offenbar bei der Führerscheinprüfung nicht aufgepasst“, so Bührmann.

Papenburg-See: Gerade bei Hundehaltern beliebt

Gerade viele Hundebesitzer steuern gern den etwas abgelegenen Papenburg-See am Landwehrdamm in H.B. an, um dort auf dem Privatgelände des Wedemärker Bauunternehmens ihre Vierbeiner schwimmen zu lassen. Denn anders als zum Beispiel in Langenhagen, wo für Hunde ein Bereich am Silbersee abgesteckt ist, gibt es im Gemeindegebiet keinen regulären Hundestrand. Auch im Hufeisensee ist es laut Isernhagens Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen verboten, Hunde baden zu lassen. Wer trotz einer vorherigen Ermahnung des Sicherheitsdienstes dagegen verstoße, müsse sogar mit einer Anzeige rechnen.

Am Altwarmbüchener See sind Hunde laut Regionsverwaltung an der Leine zu führen, und mit Hunden am Kirchhorster See hatte sich kürzlich sogar der Ortsrat beschäftigt. Auf Anregung eines Bürgers bat das Gremium die Gemeindeverwaltung um eine Prüfung, was zwei Hundeverbotsschilder am Badestrand und am Steg kosten würden. Der Hinweis auf das Hundeverbot in den Baderegeln, die am Eingang ausgehängt sind, gehe offenbar unter, so der Bürger. Die Kirchhorsterin Daniela Frey dagegen sucht Mitstreiter für ihre Forderung nach einem regulären Hundestrand im Gemeindegebiet.

Von Frank Walter

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