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Isernhagen Bauland-Gegner wollen Freiraum erhalten
Umland Isernhagen Bauland-Gegner wollen Freiraum erhalten
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12:26 05.12.2018
Um diesen kleinen grünen Bogen geht es: Er markiert im Regionalen Raumordnungsprogramm die Grenzen des Vorranggebiets Freiraumfunktionen. Quelle: Frank Walter
Kirchhorst

Mit dem Rückenwind von mehr als 500 Unterzeichnern ihrer Petition haben die Gegner einer großflächigen Wohnbauland-Entwicklung in Kirchhorst nun den Kontakt zur Region Hannover gesucht. Wenige Tage, ehe der Isernhagener Rat über den Dorfentwicklungsplan „Kirchhorst 2040“ entscheiden wird, warben sie bei Regionsrätin Christine Karasch dafür, dass die Region diesem Ansinnen der Gemeinde Isernhagen einen Riegel vorschiebt.

Eike Brand (links) und Christoph Pemp sprechen mit Regionsrätin Christine Karasch. Quelle: Frank Walter

„Neue Dorfmitte ja, aber keine Freigabe von 100.000 Quadratmetern (oder mehr) Natur zur Bebauung“ – so fassen die Initiatoren der gerade mit 534 Unterstützern beendeten Petition ihr Ansinnen zusammen. Die „Interessengemeinschaft Freiraumerhaltung Kirchhorst“ wehrt sich gegen die großflächige Bebauung der Lücke südlich der Steller Straße in Kirchhorst gegenüber dem Edeka-Markt. Diese ist beispielsweise für Eike Brand „die letzte Fläche mit Weitblick in Kirchhorst“.

Gegen das Projekt „Neue Dorfmitte“, bei dem ein Unternehmer auf knapp 2 Hektar Fläche ein Dorfgemeinschaftshaus samt Gastronomie errichten und dieses durch ein kleines Wohnbaugebiet gegenfinanzieren möchte, positioniert sich die Bürgerinitiative (BI) ausdrücklich nicht. Die neue Mitte könne jedoch auch nördlich des Edeka-Marktes entstehen, so die Meinung.

Wo zwischen Kirchhorst und Stelle aktuell noch eine Lücke klafft, könne eine neue Dorfmitte samt angrenzender Bebauung entstehen. Quelle: Archiv (Katerina Jarolim-Vormeier)

Besonders sauer aufgestoßen ist der BI aber das Ansinnen der Gemeinde Isernhagen, nicht nur die knapp 2 Hektar für die „Neue Dorfmitte“, sondern gleich rund 10 Hektar Ackerfläche einer Bebauung zuführen zu wollen. Da das Regionale Raumordnungsprogramm das Areal als „Vorranggebiet Freiraumsicherung und -entwicklung“ dargestellt, ist eine Siedlungsentwicklung nicht ohne weiteres möglich. Die Region Hannover müsste diese Freiraumsicherung aufgeben – und das ist die Stelle, an dem die Gegner mit ihrer Petition den Hebel ansetzen.

Im Gespräch bei der Regionsverwaltung stießen die Kirchhorster BI-Vertreter Eike Brand und Christoph Pemp bei Regionsrätin Christine Karasch und der Leiterin des Fachbereichs Planung und Raumordnung, Sonja Beuning, durchaus auf Verständnis für ihr Anliegen. „Der Antrag der Gemeinde wird nicht unkritisch durchgewunken“, sagte Karasch zu. Für die Herausnahme der Fläche aus der Freiraumsicherung brauche es „gewichtige Argumente“. Sie sicherte den beiden Kirchhorstern zu: „Wir kommunizieren Ihre Meinung in unseren Gremien und nehmen sie in unsere Stellungnahme auf.“

Die Region hatte den Antrag der Gemeinde auf die Rücknahme der Freiraumsicherung zurückgestellt, weil sie den Dorfentwicklungsplan „Kirchhorst 2040“ abwarten will. Diesen soll der Isernhagener Rat nun am Donnerstag, 13. Dezember, beschließen. „Wenn dort eine Siedlungsentwicklung geplant ist, werden wir uns damit befassen“, sagte Fachbereichsleiterin Sonja Beuning. Und die Region werde die Gemeinde Isernhagen auch auffordern zu zeigen, dass diese Alternativflächen geprüft habe. Bei dem Areal nördlich des Edeka-Marktes könnten allerdings die geplante Windräder zwischen Kirchhorst und Neuwarmbüchen eine Rolle spielen. Zu diesen müsste eine neue Bebauung 800 Meter Abstand halten.

Frühestmöglich könnte das Thema im Februar 2019 im Ausschuss für Regionalplanung der Region behandelt werden. Die Entscheidung über die Einleitung des Verfahrens zur Rücknahme der Freiraumsicherung obliegt dem Regionsausschuss. Stimmt dieser dafür, würde sich das förmliche Verfahren samt Beteiligung der Verbände und der Öffentlichkeit anschließen. Ende 2019 könnte dann die Regionsversammlung entscheiden.

„Die Leute haben Angst, dass diese große Fläche in ein paar Jahren komplett zugebaut ist“, sagte Eike Brand. Für Fachbereichsleiterin Sonja Beuning keine abwegige Vorstellung, sollte die Freiraumsicherung am Ende tatsächlich zurückgenommen werden: Angesichts der Tatsache, dass der Flugbetrieb von und ab Langenhagen die Wohnbaulandentwicklung in Isernhagen sehr einschränke, sei davon ausgehen, „dass das dann schnell ginge“. Dabei, fügte Regionsrätin Christine Karasch hinzu, dürfe man die Rolle der Region auch nicht überschätzen: „Die Bauleitplanung ist nun einmal der Hoheitsbereich der Gemeinden.“

Von Frank Walter

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