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Isernhagen Bauarbeiten der Bahn bringen viel Lärm
Umland Isernhagen Bauarbeiten der Bahn bringen viel Lärm
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17:20 22.07.2018
Rottenwarnanlagen sind überlebenswichtig für die Bauarbeiter im Gleisbett, aber nervig für viele Anwohner. Quelle: Martin Lauber
Isernhagen/Langenhagen

Anwohner der Bahnlinie zwischen Isernhagen und Langenhagen müssen sich auf laute Tage und Nächte einstellen. Im Auftrag der Deutschen Bahn saniert ein Bauunternehmen ab Sonntag, 29. Juli, 20 Uhr, dort die Gleisanlagen.

Was den Menschen in Isernhagen H.B. und N.B. sowie in Krähenwinkel, der nördlichen Kernstadt Langenhagens und den „Seedörfern“ nun bevorsteht, haben viele Groß- und Kleinburgwedeler im Mai 2016 bereits erleben (und erleiden) müssen. Stein des Anstoßes waren weniger die Geräusche von den Arbeiten am Gleisbett selbst als vielmehr die akustischen „Rottenwarnanlagen“, die zum Schutz der Bauarbeiter installiert worden waren. Die schrillen, markanten Warntöne erklangen manches Mal im Minutentakt. Sie hallten kilometerweit durch die Ortschaften und brachten manchen Anwohner um den Schlaf.

Zwischen Schützenhaus (links) und Bahnsteigkante steht schon das Fundament für den neuen Oberleitungsmasten. Quelle: Frank Walter

Damals hatte die Bahn elf Gleiskilometer in Fahrtrichtung Hamburg von Burgwedel aus bis an die Stahlstraße im Gewerbegebiet Isernhagen H.B. sanieren lassen. Bei den nun anstehenden Arbeiten von Sonntag, 29. Juli, bis Dienstag, 7. August, wird die Firma Schweerbau GmbH die nächsten rund 6,5 Kilometer auf Vordermann bringen – und sich dabei von H.B. aus in südliche Richtung bis Langenhagen/Pferdemarkt vorarbeiten.

Eingesetzt wird dabei ein mehr als 300 Meter langer Umbauzug. Mit dessen Hilfe nehmen Arbeiter die alten Betonschwellen auf und ersetzen sie durch neue. Eine sogenannte Stopfmaschine durchbohrt den Gleisschotter etwa 20 Zentimeter tief mit Metallstangen und verdichtet die Steine mit Hilfe von Vibrationen. Auch Gleisbauschweißer sind mit an Bord des Arbeitszuges. Zudem wird an den Oberleitungen und am Leitungssicherungssystem gearbeitet. In einem zweiten Arbeitsgang am Wochenende, 22./23. September, wird das Schotterbett dann noch nachverdichtet.

Die Gleisanlage zwischen Isernhagen und Langenhagen/Pferdemarkt wird saniert. Quelle: Frank Walter

Während der Bautrupp das Gleis in Fahrtrichtung Norden blockiert, werden Züge das Nachbargleis in langsamer Fahrt passieren. Für die Arbeiter im Gleisbett stellen diese eine ständige Gefahr dar. Deshalb sind die Rottenwarnanlagen für sie lebensnotwendig – und werden zudem von den Unfallkassen auch ausdrücklich gefordert. Ertönen die schrillen Signaltöne, bleibt den Arbeiter noch genug Zeit, sich aus den Gefahrenbereich zu bewegen. Da mehrere solcher Signalanlagen hintereinander montiert werden, lässt sich abschätzen, wie weit der Zug noch entfernt ist. Zusätzlich soll bei der Gleisbaustelle noch Sicherungspersonal eingesetzt werden.

Der Privatbahnbetreiber Metronom kündigt für den Zeitraum von Mittwoch, 1. August, bis Donnerstag, 9. August, wegen der Gleisbauarbeiten etwas veränderte Abfahrtszeiten auf der Strecke Uelzen-Celle-Hannover an. Der Ersatzfahrplan ist im Internet auf www.metronom.de zu finden.

Eigentlich hätte die Gleissanierung, die alle 20 bis 30 Jahre erfolgen muss, mit den Hauptarbeiten für die Bahnsteigverlängerung am Bahnhof Isernhagen zusammenfallen sollen. Künftig sollen wegen des Bedarfs im Hamburger Umland Züge mit sieben Waggons zwischen Hannover und der Hansestadt verkehren. Mit Kosten von 420.000 Euro hatte die Deutsche Bahn AG kalkuliert und drei Wochenenden für die Arbeiten ausgesucht, bei denen Rücksicht auf den Zugverkehr genommen werden muss. Doch ein technisches Problem hatte bereits die Pläne für die erste Bauphase über den Haufen geworfen – und dies scheint eine Kettenreaktion zur Folge zu haben. Ein neuer Oberleitungsmast, der bereits Ende Mai gesetzt werden sollte, da der alte dem längeren Bahnsteig im Wege steht, wird nun erst am ersten August-Wochenende montiert. „Da diese Arbeiten mit wenig Lärm verbunden sind, wird für diese Arbeiten keine Anwohnerinformation verteilt“, so ein Bahnsprecher. Die Bahnsteigverlängerung in Isernhagen selbst, für die eigentlich das erste August-Wochenende reserviert war, sei derzeit für Ende des Jahres geplant. Dann soll voraussichtlich 48 Stunden durchgearbeitet werden –und diese Arbeiten werden erneut mit erheblichem Lärm verbunden sein.

Von Frank Walter

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