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Isernhagen Nachtfluglärm-Gegner verteilen ihre Flyer
Umland Isernhagen Nachtfluglärm-Gegner verteilen ihre Flyer
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00:22 26.07.2018
Mit den frisch gedruckten Flyern werben Doris und Karl-Heinz Figiel um Mitstreiter im Kampf gegen den nächtlichen Fluglärm. Quelle: Frank Walter
Isernhagen

 Bislang hatten die Gegner des nächtlichen Fluglärms eher im Verborgenen agiert, doch das ändert sich nun: Mehrere Hundert von insgesamt 10.000 Flyern sind in Isernhagen bereits verteilt. Und für Mittwoch, 25. Juli, laden mehrere Bürgerinitiativen zu einem gemeinsamen Informationsabend nach Isernhagen H.B. ein.

Fluglärm-Gegner wollen klagen

Die Altwarmbüchenerin Doris Figiel fasst es ganz knapp zusammen: „Das hält man nicht mehr aus“, kommentiert sie das Treiben, das sich Nacht für Nacht am Himmel über Isernhagen abspielt. Deswegen wolle man „ganz viel Geld sammeln, um zu klagen“.

In Isernhagen haben sich die Nachtfluglärm-Gegner im Umweltschutzverein zusammengefunden, Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften gibt es aber auch in Burgdorf, Langenhagen und Garbsen. Gemeinsam kämpft man als Arbeitsgemeinschaft „Besser ohne Nachtflug –Hannover Airport“ (BON-HA) für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.

Flyer stecken in den Briefkästen

„Gesunder Nachtschlaf ohne Fluglärm“, lautet denn auch einer der Kernsätze des neuen Flyers, der jetzt in einer ersten Verteilaktion in Altwarmbüchen den Weg in 450 Briefkästen in der Wietzeaue und im Dichterviertel gefunden hat – den Bereichen des Ortsteils, die am dichtesten an einer der beiden Einflugschneisen des Flughafens liegen. Weitere Verteilaktionen soll es auch in Isernhagen N.B. und H.B. geben, die die Flugzeuge in noch geringerer Höhe passieren. „Wir haben den ganzen Keller voller Flyer“, kündigt Doris Figiel für Isernhagen eine konzentrierte Informationskampagne an. Gleiches geschehe nun in weiteren Orten zwischen Burgdorf und Berenbostel.

Informationsabend beim TSV

Speziell an H.B.er und N.B.er, aber auch an weiteren Interessierte richtet sich der Infoabend, zu dem die Arbeitsgemeinschaft nun einlädt. Im Clubhaus des TSV Isernhagen, Auf der Heide 32, wollen die Organisatoren ihre Ziele am Mittwoch, 25. Juli, ab 19 Uhr ausführlich vorstellen und mit den Anwesenden diskutieren. Auch soll die weitere Verteilung der Flyer organisiert werden. Doris und ihr Mann Karl-Heinz Figiel hoffen auf ähnlich viele Zuhörer wie bei einer Fluglärm-Veranstaltung im Herbst in Altwarmbüchen – damals waren mehr als 100 erschienen.

Vor allem braucht es nun aber Geld, denn die Fluglärm-Gegner sind fest entschlossen zu klagen. Dass innerhalb weniger Tage mehr als 1000 Euro auf dem Unterkonto beim Umweltschutzvereins gelandet sind, ist zwar ein schöner Erfolg, kann aber nur ein Anfang sein: Mindestens 50.000 Euro, vielleicht sogar noch mehr, braucht es für eine kompetente Rechtsberatung samt vermutlich erforderlicher Gutachten.

Auch der Rat kämpft für mehr Nachtruhe am Himmel

Doris Figiel geht davon aus, dass die Spendensammlung ziemlich schnell eine fünfstellige Summe ergeben wird. Ob sich dann möglicherweise auch manche Anliegerkommune an den Kosten einer Klage gegen die Nachtflüge beteiligen wird, ist offen. Immerhin hatte sich zuletzt auch der Isernhagener Rat mit großer Mehrheit per Resolution für mehr Nachtruhe am Himmel starkgemacht. Und bei einem Gespräch bei Bürgermeister Arpad Bogya am Montag haben Doris und Karl-Heinz Figiel den Eindruck gewonnen, dass dieser dem Anliegen der Bürgerinitiative offen gegenübersteht.

Nach vielen Beschwerden aus der Bevölkerung über zunehmenden Fluglärm in Isernhagen hatte Bogya zuletzt selbst einen kritischen Brief an das zuständige Wirtschaftsministerium geschrieben und sich dort auch zu einem Gespräch getroffen. In der Sache angenähert hatte man sich dabei aber offenbar nicht.

Hauptthema des Bürgermeister-Schreiben war das testweise eingeführte Anflugverfahren, mit dem seit dem Frühjahr 2017 die Bewohner der Stadt Burgdorf entlastet werden sollen und das seitdem möglicherweise zu einer Mehrbelastung der Isernhagener führt. Die Stoßrichtung der Arbeitsgemeinschaft der Bürgerinitiativen macht laut Doris Figiel hingegen nicht an den Kommunengrenzen halt: „Wir wollen keine Änderung der Flugrouten. „Wir wollen alle nachts schlafen – egal, wo.“

Von Frank Walter

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