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Isernhagen Pestalozzi-Werkstatt nimmt Ende Juli Betrieb auf
Umland Isernhagen Pestalozzi-Werkstatt nimmt Ende Juli Betrieb auf
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00:16 18.07.2018
Werkstattleiter Oliver Paasch steht vor den noch eingepackten Nähmaschinen in der neuen Pestalozzi-Werkstatt an der Krendelstraße in Altwarmbüchen. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Altwarmbüchen

Der Umzug der Werkstatt der Pestalozzi-Stiftung aus Großburgwedel nach Altwarmbüchen hat begonnen: Drei Nähmaschinen stehen bereits am neuen Standort an der Krendelstraße, wo mittelfristig 40 Menschen mit Handicap arbeiten werden. Im Nebenraum lagern auch schon diverse bunte Stoffballen. Draußen wird dem Neubau im Außenbereich der letzte Schliff verpasst. "Am 30. Juli starten wir mit 32 Beschäftigten", sagt Werkstattleiter Oliver Paasch. Dann werden Regale aufgestellt und die Werkstätten peu á peu eingerichtet.

Pausen an der frischen Luft

Das 940 Quadratmeter große, zweigeschossigen Flachdachgebäude mitsamt einer 225 Quadratmeter großen Lagerhalle bietet Platz für Näherei, industrielle Montage und Fahrradwerkstatt. Auch Büro-, Sozial- und Schulungsräume sowie eine Mensa und ein Kiosk im Obergeschoss finden sich im Neubau. Das Herzstück ist eine großzügig angelegte Terrasse. "Auf die sind wir besonders stolz, weil die Mitarbeiter so auch draußen essen und die Pause verbringen können", sagt der Werkstattleiter. Im Gebäudekomplex ist auch ein Verkaufsladen an der Ecke Krendelstraße/Jakobistraße eingerichtet. "Mit welchen Produkten wir den Laden letztendlich bestücken, wissen wir noch nicht, wir müssen erst ankommen, aber wir sind froh, den Raum im Vorfeld geplant zu haben", so Paasch.

Auch bei der farblichen Gestaltung der Werkstätten sind die künftigen Mitarbeiter beteiligt worden. Die Räume der Näherei sind inzwischen grün gestrichen und die der industriellen Montage erstrahlen in einem schicken Blau. "Die Farbvorstellung der Beschäftigten war uns ganz wichtig, damit sie sich in ihrer Werkstatt wohlfühlen", erklärt Paasch.

Ende Juli nimmt die neue Werkstatt an der Krendelstraße in Altwarmbüchen ihren Betrieb auf. 32 Menschen mit Behinderung werden dort für die Pestalozzi-Stiftung arbeiten.

Die Pestalozzi-Stiftung, die auch noch Träger einer Werkstatt in Mellendorf ist, gibt nun die Fertigungshalle in Großburgwedel auf. Der Neubau in zentraler Lage und mit guter Verkehrsanbindung in Altwarmbüchen soll das Angebot für Menschen mit geistiger Behinderung erweitern. Zunächst rekrutiert die Pestalozzi-Stiftung ihre Mitarbeiter aus den bestehenden Werkstätten. "Wir haben aber noch acht Plätze frei und würden uns über neue Mitarbeiter freuen", sagt Paasch. Das Ziel der Stiftung sei es, für die Beschäftigten Arbeitsplätze in benachbarten Firmen zu finden. "Wir fördern Sie, bis sie eine Stelle annehmen können und auch darüber hinaus. Mögen es anfangs bei einem Praktikum nur drei Stunden pro Tag sein und später mehr werden –Hauptsache, sie finden vor Ort auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Stelle", erklärt Paasch.

Für jeden gibt es eine Aufgabe

Die zwölf Mitarbeiter in der Näherei fertigen beispielsweise Wäsche für Krankenhäuser, Bespannung für Bügelbretter, Stoffmuster für Einrichtungshäuser und Fingerpuppen für ein Kinderbuch eines Schweizer Verlages an. Sie werden dabei von einer Sozialpädagogin betreut. Bei der industriellen Montage tüten 20 Mitarbeiter Briefe ein, füllen Kartons mit Schaumstoff auf, um sensible Technikgeräte sicher zu transportieren und fertigen einzelne Komponenten für eine die Kühlauslage in Fleischereien und Supermärkten. "Wir sind gut ausgelastet, aber freuen uns über jeden weiteren Auftrag", sagt Paasch.

Insgesamt 1,7 Millionen Euro investiert die Pestalozzi-Stiftung in die Werkstatt, bestätigt Stiftungsvorstand Claus Fitschen. "Wir wollen auch Menschen, die noch nicht bei uns wohnen oder arbeiten, eine neue wohnortnahe Arbeitsstelle anbieten", betont er. Für die Bewohner der Wohnungen in Großburgwedel muss noch ein Fahrdienst nach Altwarmbüchen organisiert werden. Jetzt sind erst einmal Betriebsferien. "In den zwei Wochen bekommen wir das aber hin", sagt Paasch. Am 30. Juli soll die Arbeit schließlich losgehen.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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