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Umland Isernhagen Nachrichten Anlieger kritisieren Wachstumspläne für Kirchhorst
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21:13 25.02.2018
Neben der Kirchhorster Feuerwehr soll die neue Dorfmitte entstehen. Weitere Bebauung stößt bei Anwohnern auf Kritik. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Kirchhorst

 Die städtebauliche Entwicklung in Kirchhorst soll sich nicht nur auf die neue Dorfmitte mit 1,9 Hektar beschränken. Die Gemeinde plant mit insgesamt 19 Hektar neuer Siedlungsfläche – und das für die kommenden zehn Jahre.

Dass die von Unternehmer Daniel Berkelmeier geplante„neue Dorfmitte“ mit Gastronomie, Mehrzweckraum sowie einem Dorfplatz südlich der Steller Straße entstehen soll, ist unstrittig. Sowohl die Politik als auch die Anwohner wünschen sich das Ortszentrum gegenüber des Edeka-Marktes. Aber eine weitere Bebauung auf dem gesamten Areal neben der Kirchhorster Feuerwehr ist bei den Anwohnern bei der Ortsratssitzung am Mittwochabend auf heftige Kritik gestoßen.

Stein des Anstoßes war eine exemplarische Darstellung einer möglichen Dorfentwicklung, die nicht nur die Planung für die „neue Dorfmitte“, sondern insgesamt das Zehnfache an Bebauungsfläche vorsieht. Diese war vorab schon beim Treffen des Arbeitskreises „Ortsbild und Siedlungsentwicklung“ präsentiert worden.

Statt 1,9 Hektar könnten nach nach der Genehmigung der Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms in Kirchhorst bebaut werden, das kritisieren nun Anwohner. Quelle: Gemeinde Isernhagen

Bevor dort allerdings überhaupt gebaut werden kann, muss die Region Hannover die Fläche aus ihrem Regionalen Raumordnungsprogramm freigeben. „Eine entsprechende Änderung des RROP  hat die Gemeinde Isernhagen nach dem Beschluss des Rates und der Empfehlung des Ortsrates im vergangenen Jahr bei der Region Hannover beantragt“, erinnerte Ortsbürgermeister Herbert Löffler (SPD) und zeigte eine Skizze der etwa 19 Hektar großen Fläche. 

Blick auf Häuser statt auf Felder?

Das kritisierten jetzt die Anwohner in der Einwohnerfragestunde, die der Ortsrat speziell zu dem Thema noch einmal öffnete: „Als ich das Ergebnis gesehen habe, ist mir ganz schlecht geworden“, sagte eine Kirchhorsterin, die seit 26 Jahren in der Nachbarschaft wohnt. Sie wolle ihren Blick auf die Felder nicht gegen den auf Häuserwände eintauschen und plädierte dafür, die aktuell noch im RROP zu findende Freiraumsicherung bestehen zu lassen. „Dreistöckige Häuser im Neubaugebiet wollen wir nicht“, kamen erregte Zwischenrufe von Seiten anderer Einwohner.

Einwohner: Dorfcharakter erhalten

In die gleiche Bresche schlug auch Anwohner Eike Brand. Der Kirchhorster übte ebenfalls Kritik an der Bebauung südlich der Steller Straße und stellte in Frage, ob die Siedlungsbebauung überhaupt das Dorf stärke. Er hob die Ruhe im Dorf hervor und sprach sich für die Erhaltung des Charakter mit Flora und Fauna aus. Viele Kirchhorster hätten nicht gewusst, dass die Planungsfläche überhaupt so groß sei. Deshalb schlug er vor der weiteren Planung eine Bürgerversammlung vor. 

Dem Vorschlag schloss sich auch Anne Ingrid Kollenrott (Grüne) an. Sie sprach sich gegen die maximale Bebauung aus, nannte die Entwicklung besorgniserregend und lehnte den Antrag für die weitere Dorfentwicklungsplanung kategorisch ab. 

Dem entgegnete Ulrich von Rautenkranz (FDP), dass es derzeit nur um die Planung der „neuen Dorfmitte“ gehe  – und nicht mehr. Alles, was später an Planungen kommen möge, solle schrittweise beraten werden. Gleichwohl könne aber die Freigabe der Freiraumsicherung nicht häppchenweise bei der Region Hannover beantragt werden. Auch die CDU votierte für die „neue Dorfmitte“ - „aber auch nicht mehr“, so Ratsmitglied Renate Vogelgesang. Am Ende der fast zweistündigen Debatte mahnte der parteilose Thomas Mazur, sich nicht zu verrennen: Auch wenn die Region Hannover die 19 Hektar freigebe, heiße dies nicht, „dass wir sie auch wollen“.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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