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Umland Isernhagen Nachrichten Der letzte Einkauf dient der Küchenplatte
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00:15 04.01.2018
Von Ursula Kallenbach
Familie Palnik muss unbedingt noch ihre bestellte Küchenarbeitsplatte abholen. Quelle: Kallenbach
Altwarmbüchen

Schon auf dem Parkplatz des Obi-Baumarkts erklärt sich nur vom Hinsehen der späte abendliche Andrang: Ein Handwerksbetrieb hat seinen Transporter vorgefahren, ein Hausmeister-Service braucht auf den letzten Drücker wohl irgendeine Klemme oder ein Rohr, um sein Facility Management noch 2017 ordentlich zu erledigen. Zwei junge Männer freuen sich über die erstandenen Böller, eine Frau besorgt schnell noch die Klebebandrolle, die ihr Mann beim Einkauf vergessen hat, sagt sie. Ein Dauercamper oder Zeltparty-Gastgeber schiebt vorbei – er darf ohne die frisch befüllte oder eingetauschte Gasflasche mit Sicherheit nicht nach Hause kommen.

Streusalz will gerade niemand haben, auch die sortierten Besen sind ohne Schnee nicht gefragt -die kleinen Primeltöpfe in Frühlingsfarben hingegen schon. In der Kaffeestube langweilen sich vor dem Kuchentresen Kinder, weil Papa im Baumarkt mal wieder länger braucht. Gerade trägt ein Pärchen eine dünne Spanplatte hinaus, daneben verlassen drei weiße Styropor-Zuschnitte und ein aufgerolltes Kabel den Markt in Richtung Heimwerkelei.

Kaj und Sabrina Palnik müssen genau am 30. Dezember 2017 durch Schaden lernen, aber sie nehmen es mit bester Laune. „Wir haben ein Haus gekauft in Hannover-Misburg, und wir haben uns bei der Küchenplatte vermessen “, erzählen sie. Nun muss eine neue her, die bereits bestellt ist im Baumarkt, 1,93 Meter lang, dunkle Eiche Dekor. „Einbauen müssen wir sie auch noch“, heißt es, denn zur Silvesterparty kommen Freunde, ebenfalls mit Kindern und Hund. Die sechsjährige Sophia darf sich nun auf dem Lastenwagen in die Küchenplatten-Abteilung kutschieren lassen und kommt später genauso wieder heraus - samt der heiß ersehnten Platte. Aber Mama schiebt, Papa fehlt. Nach einigem Warten wird Papa freundlich angefragt, wo er denn stecke. Als er wieder zur Familie stößt, hat er doch tatsächlich das wichtige Verbindungsstück für die Dunstabzugshaube dabei, an das nur er gedacht hatte.

Gar nichts haben Isabel und Marlon Golec aus Wunstorf gekauft – jedenfalls nicht das, was sie suchten. Beim Möbelriesen Höffner wollten sie eigentlich nach einem bestimmten Couchtisch gucken. „Es war aber keiner am Lager, da hätte man 15 Wochen warten müssen“, berichten sie. „Da sind wir ein bisschen geschlendert und haben nur einen kleinen Bagger für Paul gekauft.“ Der ist, auf Mamas Arm, sichtlich stolz auf die Neuerwerbung. Der Bagger-Karton ist immerhin so groß, dass der Jüngste ihn nicht selbst umfassen kann.

Nicht mit Kinderwagen, sondern mit einem Stapel Kartons verlässt Birgit Hinz den Babyausstatter Baby One an der Opelstraße in Altwarmbüchen. Ihr Ehemann geht schon vor und öffnet das Auto. Das Paar kommt aus Burgdorf und ist als vorausschauender Großelternservice unterwegs. Enkel Linus ist jetzt 13 Monate und wird ab Januar seine Eingewöhnungszeit in der Krippe erleben. „Ab Februar muss ihn dann die Omi einmal die Woche dort abholen“, erzählt Birgit Hinz. Einen Kinderautositz enthalten die Kartons, und zwar einen besonders komfortablen. Birgit Hinz richtet sich gern darauf ein, was sie als Oma im neuen Jahr erwartet. Stress hat auch dieses Paar am letzten Einkaufstag des Jahres nicht. „Wir hatten Zeit, wollten eigentlich nach Möbeln gucken. Aber dann haben wir uns so entschieden.“

Fotostrecke Isernhagen: Der letzte Einkauf dient der Küchenplatte

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