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Umland Isernhagen Nachrichten Eltern fordern Schritttempo auf dem Schulweg
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05:31 02.03.2018
Der komplette Pastorenweg soll nach Vorstellung der Eltern und des Ortsrats Tempo 10 eingerichtet werden. Quelle: Jarolim-Vormeier
Kirchhorst

 Täglich herrscht Chaos vor Schulen. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto praktisch bis ins Klassenzimmer fahren wollen, parken enge Straßen und Wege zu. Dazwischen die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule wollen. Diese und ähnliche Szenen spielen sich morgens und mittags vor vielen Grundschule ab - in Kirchhorst, aber auch in Altwarmbüchen und in H.B..

Weil es immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen vor und nach dem Schulunterricht vor der Grundschule komme, fordern Kirchhorster Eltern jetzt mit einer Unterschriftenliste, für den kompletten Pastorenweg und einen Teil des Schulwegs zum Schutz der jungen Fußgänger eine Tempo-10-Zone einzurichten – bislang ist dort Tempo 30 zulässig. Die Polizei und die Gemeinde Isernhagen halten dagegen. Dennoch wünscht der Ortsrat sich eine erneute Prüfung.

Polizei:Temporeduzierung nicht notwendig

Nach Einschätzung der Polizei ist eine Temporeduzierung in dem Bereich nicht notwendig. Diese Bewertung basiert auf auf einer so genannten Verkehrsunfalltypenkarte, die für die Jahre 2011 bis 2017 erstellt wurde: In diesem Zeitraum habe es dort keinen einzigen Unfall gegeben. Zudem ergab eine Geschwindigkeitsmessung der Gemeinde, dass 85 Prozent der Autofahrer Tempo 30 auf dem Schulweg in beiden Richtungen nicht überschritten. Gemessen wurde mithilfe eines Radars vom 22. bis 29. November des vergangenen Jahres. Lediglich in Einzelfällen kam es nach Angaben der Verwaltung zu geringfügigen Überschreitungen – und es gab keine Verkehrsunfälle. Deshalb kommt die Verwaltung wie auch die Polizei zu dem Ergebnis, dass eine weitere Temporeduzierung nicht gerechtfertigt ist.

Der Ortsrat hingegen zweifelte in seiner jüngsten die Aussagekraft der Messungen an, weil diese übers Wochenende  (des Totensonntags) stattgefunden hätte. Wegen des geringen Verkehrsaufkommens am Sonnabend und Sonntag sowie der fehlenden Schul- und Hortkinder werde das Messergenis verfälscht, merkte Ortsbürgermeister Herbert Löffler (SPD) kritisch an. Seinen Angaben zufolge können Eltern bestätigen, dass es in der Vergangenheit sehr wohl auf dem Schulweg mindestens einen Unfall gegeben habe, zu dem aber die Polizei nicht gerufen wurde. Er selbst sei ebenfalls Zeuge eines Unfalls dort gewesen – und Polizei sowie Krankenwagen seien gerufen worden.

Eltern sammeln 173 Unterschriften

Die Einschätzung der Polizei und der Verwaltung wird auch von den Eltern nicht geteilt. Um der Forderung nach Tempo 10 im Schul- und Pastorenweg Nachdruck zu verleihen, haben sie insgesamt 151 Unterschriften bei den Eltern der Kindergartenkinder und 22 an der Grundschule gesammelt und diese Ortsbürgermeister Herbert Löffler überreicht. Bei der Übergabe äußerte Sandra Kath ihren Unmut: „Es muss doch nicht erst ein Kind überfahren werden, damit etwas passiert.“ Um die Geschwindigkeit zu reduzieren, könnte sich die Mutter aus Kirchhorst auch Aufpflasterungen vorstellen.

Ratsfrau Renate Vogelgesang (CDU) negierte die Tempo-10-Regelung, weil kaum ein Autofahrer diese Geschwindigkeit halten könne. Die Christdemokratin schlug stattdessen vor, den Fußweg am Schulweg zu verbessern.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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