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Umland Isernhagen Nachrichten Lastwagen lassen Gläser im Wohnzimmer klirren
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00:47 03.03.2018
Zu viele Laster und Straßenlöcher: Anwohner Bernd Bode (von links), Jörk Heichert, Heike Raaben, Peter Pitwell und Sigrid Bayer fordern ein LKW-Verbot an der StraßeGroßhorst. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Kirchhorst,


Loch an Loch: Das alte wellige Pflaster der Straße „Großhorst“ in Kirchhorst ist in einem erbarmungswürdigen Zustand. Dabei wird sie von zahlreichen Lastwagen, die doch auch auf der Stellmacherstraße“ rollen könnten, als Verbindung in die Gewerbegebiete nördlich der K 112 genutzt. Deshalb machen Anwohner jetzt mobil.

Jörk Heichert ist einer von ihnen, und er ärgert sich. Permanant donnerten die Lastwagen an seinem Haus vorbei, behauptet der 42-Jährige. An der Kreuzung Großhorst/Kollberg drehten immer wieder sogar 40-Tonner ihre Runden, weil die Fahrer offenbar nicht wüssten, welche Richtung sie einschlagen müssen. Deshalb fordert er gemeinsam mit einigen seiner Nachbarn ein Durchfahrtverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Auch der Ortsrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung dafür einstimmig ausgesprochen.

Heichert und seine Partnerin Heike Raaben ärgern sich aber nicht nur über den Lärm, sondern auch über die Umweltbelastung. Die Brummikapitäne ließen ihre Fahrzeuge an der Straße warmlaufen und produzierten „viel Mief“. Außerdem: „Die Laster machen immer mehr den Straßenbelag kaputt und wir müssen künftig zahlen“, befürchtet Raaben. „Die Lastwagen können bequem durchfahren und wir greifen anschließend tief in die Tasche.“ 

11 Zentimeter tief ist dieses Schlagloch auf der Straße Großhorst. Quelle: Jarolim-Vormeier

Zum Beleg des schlechten Zustands der Straße hält Heichert einen Zollstock in Schlagloch: Elf Zentimeter tief ist die Mulde. Das sei für Rad- und Motorradfahrer sehr gefährlich, sagt er. Die Straße leide mehr und mehr, kritisieren die Anwohner  Sigrid Bayer und Peter Pitwell. Bayer berichtet,  dass in ihrem Wohnzimmerschrank die Gläser und Tassen klirrten, wenn Lastwagen die kaputte Straße passierten. „Durch das Poltern sind schon einige Fliesen im Bedezimmer gerissen.“

Anlieger Bernd Bode hat nach eigener Aussage „das Problem mit den Lkws“ schon mehrfach bei der Verwaltung vorgetragen. Immer wieder sei er vertröstet worden, klagt der 75-Jährige. „Wir prüfen“, das sei ihm stets mitgeteilt worden. Bürgermeister Arpad Bogya habe ihm sogar erklärt, dass er das Thema nicht mehr hören könne. Da mache sich doch Frust breit, so Bode: „Die Verwaltung sollte auch mal für die Bürger da sein.“

Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen weist darauf hin, dass Großhorst eine Durchfahrtstraße und Zubringer zum dortigen Gewerbegebiet sei. Seinen Angaben zufolge führt sie durch ein Mischgebiet, wo Anwohner auch mit Emmisionen rechnen müssten. „Das ist eben kein ruhiges Stückchen Erde“. Die Verwaltung habe zugesagt, sich um das Lkw-Durchfahrtverbot  zu kümmern – und prüfe derzeit.

Dass Großhorst ein Zubringer zum Gewerbegebiet ist, dem wiederspricht indes Ortsbürgermeister Herbert Löffler (SPD). Das sei die Stellmacherstraße. Der Ortsbürgermeister erinnert daran, dass der Ortsrat im Mai des vergangenen Jahres die Verwaltung darum gebeten habe, eine Anliegerversammlung wegen der Verkehrsbelastung, des schlechten Straßenzustands und möglichen Ausbaukosten anzuberaumen. „Das ist bis heute nicht geschen.“

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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