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Nachrichten Isernhagen: Nur jeder Dritte soll auf IGS
Umland Isernhagen Nachrichten Isernhagen: Nur jeder Dritte soll auf IGS
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00:31 16.06.2018
Wo Realschule draufsteht, ist längst IGS drin - doch für die meisten neun Fünftklässer geht es ohnehin zum Gymnasium. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen

Rund Zweidrittel der Isernhagener Eltern schicken ihr Kind aufs Gymnasium, der IGS-Jahrgang fällt deutlich kleiner aus als erwartet: Das ist die überraschende Bilanz der Anmeldetage an den weiterführenden Schulen.

Im Genehmigungsverfahren vor dem Start der IGS hatte die Gemeinde anhand der Geburtenzahlen für die ersten zehn Jahre der neuen Schule eine Vierzügigkeit nachweisen müssen. Doch im August wird sich die Gesamtschule davon verabschieden müssen: 149 Kinder sollen am Gymnasium in Altwarmbüchen eingeschult werden, nur rund 80 an der Gesamtschule nebenan. Das Gymnasium wird im fünften Jahrgang damit sechszügig, die IGS hingegen wird erstmals nur drei fünfte Klassen einrichten können.

Nie sechzügig in drei Jahrzehnten

Zwar liegt die Teilungsgrenze bei 31 Schülern, theoretisch könnte das Gymnasium also auch nur fünf Klassen bilden. Allerdings werden Inklusionskinder doppelt gezählt, und der ein oder andere Wiederholer muss auch noch berücksichtigt werden. 149 Anmeldungen für das Gymnasium seien ein „außergewöhnlicher Wert“, sagt Schulamtsleiterin Silvia Voltmer. Wie außergewöhnlich, bestätigt Manfred Möller: Er war seit 1988 Lehrer am Gymnasium und kann sich an keinen sechszügigen Jahrgang erinnern.

Schulleiter rätseln über die Gründe

Über die Gründe für das Anmeldeverhalten wird im Rathaus und an den beiden Schulen gerätselt. „Im Moment sagen uns die Zahlen noch nicht viel“, räumt die Leiterin des Gymnasiums, Christina Bielefeld, ein. Schließlich habe man bei der Anmeldung nicht erfahren, warum die Eltern ihre Kinder nicht an der IGS angemeldet haben. Auffällig sei allerdings, dass die Beratungsgespräche diesmal kaum wahrgenommen worden seien. Vor Probleme stelle der Andrang das Gymnasium nicht. Genügend Räume seien vorhanden, und im Grunde stehe auch bereits die Klassenzusammensetzung: Neben einer Chor- und einer reinen Spanisch-Klasse plant das Gymnasium mit vier fremdsprachlich gemischten Klassen.

Ebenso wie seine Kollegin und die Schulamtsleiterin geht auch der IGS-Leiter Jens Könecke davon aus, dass die rund 80 Gesamtschüler nicht die endgültige Zahl am ersten Schultag darstellen werden: „Irgend etwas bewegt sich immer noch.“ Dennoch werde man wohl dreizügig starten müssen. Zu den Gründen kann er auch nur Vermutungen anstellen. Einerseits hätten in diesem Jahr ringsherum die Gymnasien zulegen können. Das habe sich aus Gesprächen mit Kollegen ergeben. Zweitens seien schwankende Anmeldezahlen bei Schulen im Aufbau nicht ungewöhnlich, „da kann man bei uns nicht von einem Trend sprechen“.

IGS: Laut Lehrplan überall auf der Höhe

In den vergangenen Wochen war von Eltern mit Kindern auf der IGS allerdings auch die Sorge zu hören gewesen, dass diese stofflich hinter dem Gymnasium hinterhinkten. „Laut Lehrplan sind wir überall auf der Höhe“, hält Könecke dem entgegen. So etwas sei zudem schon immer Thema gewesen, es habe ihn auch als Realschulleiter begleitet. Die Schulamtsleiterin bestätigt das. „Was den späteren Übergang mancher unserer Schüler aufs Gymnasium angeht, bin ich ganz unbesorgt“, sagt Könecke. Dennoch habe man eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart, was den Lehrplan angehe. „Damit wollen wir den Sorgen mancher Eltern begegnen, was das Niveau angeht“, ergänzt Bielefeld.

Könecke: Wir sammeln Erfahrungen

Dass die aktuelle Zurückhaltung der Eltern mit dem besonderen Konzept der IGS beispielsweise mit „Lernbüros“ zusammenhänge, glaubt Könecke nicht. Zwar gebe es immer mal wieder Fragen dazu, allerdings meist von Kollegen aus anderen Schulformen. Das Konzept sei seit dem Start der IGS weitgehend erhalten geblieben und laufe gut. „Das schließt aber nicht aus, dass man auch mal etwas ändert. Wir sammeln Erfahrungen und gucken auch auf andere Schulen.“ Als Pluspunkt der Gesamtschule sieht er, dass man die Kinder individuell dort abholen könne, wo sie sich in der Entwicklung gerade befänden.

Und dass manche Eltern für ihr eigenes Kind vielleicht das Gymnasium gewählt hätten, um sozial auffälligen Schülern, die sie eher an der IGS vermuteten, aus dem Wege zu gehen? Soziale Auffälligkeiten fänden sich in allen Gesellschaftsschichten, „und beide Schulen haben Interesse an einem förderlichen Schulklima“, so der IGS-Leiter. Das Schulklima seiner IGS bezeichnet Könecke als „Spiegel der Gesellschaft – „wir arbeiten intensiv an einem gedeihlichen Miteinander, und das haben wir.“

IGS: Jahrgang 7 wird fünfzügig

Dass die Zahlen vom Einschulungstag nicht unbedingt lange Bestand haben, das zeigt das Beispiel des künftigen siebten Jahrgangs der IGS: Im Sommer 2016 mit 94 Schülern gestartet, durchschlägt dieser Jahrgang nunmehr die 120er-Grenze. Gemeinsam mit den Schülern habe man eine Gruppe gefunden, die nach den Ferien eine neue Klasse bilden wolle, so Könecke – dieser Jahrgang ist künftig also fünfzügig.

Zudem haben IGS und Gymnasium vereinbart, vor den Anmeldetagen im nächsten Jahr eine gemeinsame Infoveranstaltung anzubieten, um zu erläutern, wie die jeweilige Schulform arbeitet. „Wir haben auch diesmal gut informiert. Aber vielleicht ist manchen Eltern die Trennlinie noch nicht so klar“, vermutetet Gymnasiumsleiterin Christina Bielefeld.

Von Frank Walter

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