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Nachrichten Oldtimer Fritz öffnet die Herzen der Kalifornier
Umland Isernhagen Nachrichten Oldtimer Fritz öffnet die Herzen der Kalifornier
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00:25 21.05.2018
Abendstimmung in Kalifornien. Quelle: privat
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Isernhagen/Kalifornien

Breakfast in America. Dass die weißen Kerzen auf dem Pancake dahinschmelzen wie Butter, daran ist nicht die berüchtigte Sonne im Death Valley schuld. Das duftende Küchlein, mit dem Fabian Menzel seine Lebens- und Reisegefährtin an ihrem 33. Geburtstag weckt, kommt heiß aus der Pfanne. Jana Schilling und Fabian Menzel geht es richtig gut in ihrem restaurierten Mercedes-Oldtimer „Alter Fritz“, der ihnen in fünf kalifornischen Wochen zum echten Zuhause geworden ist. In wenigen Tagen geht es weiter in Richtung Mexiko. Endlich!

Gen Süden auf Umwegen

Dies ist Update Nummer 1: Anfang März hatte die HAZ über die letzten Vorbereitungen vor Fritz’ Einschiffung berichtet. Vier Wochen später rollte der 72 PS starke, 35 Jahre alte Mercedes 407 D jenseits des großen Teichs in Long Beach von Bord. „On the road“ sind Jana, die in Isernhagen aufgewachsen ist, und Fabian mit Fritz seit dem 12. April. Zeit genug, um sich abzunabeln vom IT-Leben der vergangenen Jahre in Berlin, von dem sie zumindest pausieren. Kein Smartphone oder Laptop, das was gar kein so großes Kunststück: Dort, wo die beiden gerade sind, gibt es ohnehin kein Internet. 

Jana Schilling und Fabian Menzel gönnen sich eine Auszeit von ihrem Beruf als IT-Experten. Mit einem 35 Jahre alten Mercedes-Oldtimer bereisen sie Amerika. Zurzeit sind sie noch in Kalifornien unterwegs, doch bald soll es weiter nach Mexiko gehen.

Liegt das Meer rechts, stimmt die Richtung: Eigentlich wollten sie ja gleich auf Lateinamerika zuhalten. Aber der Verlockung, mit Fritz ein paar Tage auf dem Strand von Big Sur den Blick aufs Meer zu genießen, Las Vegas zu bestaunen und sich in der Mondlandschaft des Death Valley unter einem wilden Himmel einsam zu fühlen – dem hätten sie nicht widerstehen können, selbst wenn sich diese Drehbuchänderung zuerst falsch angefühlt habe, wie Menzel bekennt.

Aber das hat sich gelegt. Nichts und niemand drängt. Zeit bleibt für noch ein außerplanmäßiges Abenteuer: Südlich des Death Valley packen die beiden bei 40 Grad Hitze mit an, die 1500 Palmen einer Dattelplantage zu beschneiden. Nachts dort herumzulaufen (Jana Schilling: „Uiuiui!“) sei angesichts von Kojoten, Klapperschlagen und Schwarzen Witwen nicht ohne. Warum die Globetrotter aus Deutschland davon erzählen, dass ein Ex-Lehrer und eine Ex-Postlerin die grüne Palmenoase mitten in der Wüste aufgebaut haben? Weil sie sich bei dem Gedanken ertappt haben, ob auch sie auf ihrer Reise wohl „ihren Ort“ finden werden? 

Schock: Fritz huckepack

Einstweilen steckt Menzel abends am Lagerfeuer die Nase ins Spanisch-Wörterbuch, denn in Kürze soll es nun wirklich nahe San Diego über die mexikanische Grenze gehen. „Die Freude ist langsam groß“, bekennt er – Vorfreude „auf ein unaufgeregteres Leben“. 

Bis zum Aufbruch Richtung Süden werden sie noch die erstklassig ausgestattete Farm-Werkstatt für letzte Verbesserungen an Fritz nutzen, der während seiner bisher 3500 amerikanischen Kilometer nicht ganz frei von Alterskrankheiten war. Wer Schilling und Menzel im Internet auf Facebook oder Instagram folgt, hat ein Schockfoto verdauen müssen: Fritz huckepack auf einem Abschleppwagen. „Wir haben uns gezwungen, ruhig zu bleiben“, sagt Jana Schilling. „An dem Auto lässt sich ja alles reparieren.“ In der Tat handelte es sich nur um ein Kraftstoff-Problem. „Mt 50 oder 60 auf dem Highway zu fahren, daran muss man sich gewöhnen“, berichtet Fabian Menzel. „Aber Probleme damit haben nur die Autos hinter uns. Ich finde es wahnsinnig entspannend, nie jemanden zu überholen.“

Überhaupt: Manchmal scheint Fritz die Hauptperson zu sein, allemal der Türöffner zu den Herzen vieler Amerikaner. „Täglich werden wir auf der Straße angesprochen. Alle sind von Fritz begeistert.“ Kaufangebote haben Schilling und Menzel auch schon bekommen. Die meisten Fans aber heften sich Fritz virtuell an die Stoßstange: Auf Instagram folgen ihm schon mehr als 2000 Abonnenten, auch auf Facebook protokollieren sie ihre Reise auf Englisch – beides zu finden unter „rideonthewildside“. (Fortsetzung folgt)

Der Artikel über die Vorbereitungen auf die große Fahrt findet sich hier: http://www.haz.de/Umland/Isernhagen/Nachrichten/Isernhagen-Im-Reisemobil-Oldtimer-auf-grosse-Fahrt

Von Martin Lauber

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