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Umland Isernhagen Nachrichten Politik will 70 neue Hortplätze ab dem Sommer
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17:34 11.03.2018
Der AWO-Hort Altwarmbüchen soll vom Sommer an zwei weitere Gruppen mit zusammen 30 Plätzen anbieten. Quelle: Philipp Bader
Isernhagen

Nach zähem Ringen im Sozialausschuss steht fest: Die Politik will dem Drängen vieler Eltern nach mehr Hortplätzen für Grundschüler nachgeben – und zwar deutlich stärker, als dies die Gemeindeverwaltung mit Blick auf den defizitären Haushalt empfohlen hatte. Was das genau kosten wird, ist noch ebenso unklar wie die Antwort auf die Frage, ob die Gemeinde auf dem leergefegten Arbeitsmarkt für Erzieher überhaupt genügend Personal finden wird.

Grundschulen sollen Ganztagsbetrieb aufnehmen

Was in der Sitzung vor mehreren Dutzend Eltern und Elternvertretern im Zuschauerraum unterging, war die Ausgangslage: Der Rat hatte sich im Dezember per Grundsatzbeschluss dazu entschieden, dass alle Grundschulen in Isernhagen peu a peu den Ganztagsbetrieb aufnehmen sollen, um den Wunsch vieler Eltern nach einer Betreuung ihrer Kinder in den Nachmittagsstunden nachzukommen. Den Anfang soll im Sommer 2019 die Grundschule Auf dem Windmühlenberge in N.B. machen, auch das Datum für die Grundschule Altwarmbüchen steht fest: im Sommer 2021, wenn die Schule ins Gebäude der heutigen Hauptschule umgezogen ist. Die Horte sollen dann nur noch Randzeiten abdecken.

Neue Hortgruppen in Containern

Anders als die Betreuung in Krippen und Kindergärten - eine Pflichtaufgabe der Gemeinde - ist die Hortbetreuung eine freiwillige Leistung. Mit Blick auf die Kosten hatte sich die Politik der Forderung vieler Eltern nach mehr Plätzen deshalb lange verschlossen. Erst im vergangenen Herbst kam die Kehrtwende – und der Auftrag an die Gemeindeverwaltung zu prüfen, in welchen Räumen schnell zusätzliche Hortgruppen einziehen könnten. 

Das Ergebnis reichte den Politiker am Mittwochabend nicht: 30 neue Hortplätze in Altwarmbüchen ab diesem Sommer und 20 zusätzliche ab Sommer 2019 in Isernhagen H.B. – „das ist uns zu wenig“, monierte Ute Bobe (parteilos) angesichts von 152 überzähligen Anmeldungen für das nächste Schuljahr. Grenzenlos erweitern lassen sich die Hortplätze jedoch nicht, zu umfangreich sind die gesetzlichen Vorgaben für die Räume. Teilweise sollen deshalb Mietcontainer zum Einsatz kommen, die dicht an den vorhandenen Horten aufgestellt werden. Die Situation entspannen könnte erst eine Änderung des Schulgesetzes, dass bislang die Nutzung von Klassenzimmern für Hortgruppen verbietet.

Altwarmbüchen, H.B. und Kirchhorst sollen profitieren

Verständigt haben sich die Politiker im Sozialausschuss  – dieser empfiehlt nur, entscheiden soll der Rat am 15. März – dass die Zahl der Hortplätze an der Grundschule Altwarmbüchen durch Umbauten zum 1. August von 80 auf 110 steigen soll. In Kirchhorst soll die Zahl der Hortplätze ebenfalls zum nächsten Schuljahr um 20 auf 60 steigen, eine Mehrheit der Politiker stimmte für eine Container-Lösung. In Isernhagen H.B. sollen ab diesem Sommer 60 statt 40 Kinder im Hort betreut werden, ermöglicht ebenfalls durch einen Container. In einem weiteren Container wird zum Schuljahr 2019/2020 eine Schulklasse untergebracht, um eine einmalige Spitze bei den Schülerzahlen abzudecken. In N.B., wo der Ganztagsgrundschul-Betrieb schon Mitte nächsten Jahres starten soll, wird es nur für ein Jahr keine zusätzlichen Hortplätze geben. In Neuwarmbüchen sind die Raum- sowie die Platzressourcen für Container äußert begrenzt, zudem wurde gerade erst die VHS-Hausaufgabenbetreuung erweitert – auch dort sind keine zusätzlichen Hortplätze geplant. Apropos VHS-Betreuung: Sie soll an allen fünf Grundschulstandorten im bisherigen Umfang das Hortangebot ergänzen – wo möglich, auch mit Mittagessen.

Geschwisterermäßigung auch bei der VHS

Die Regelung zur Geschwisterermäßigung im Kitabereich in Isernhagen soll künftig analog auch für die VHS-Hausaufgabenbetreuung angewandt werden. Dafür haben sich die Mitglieder des Sozialausschusses am Mittwochabend einstimmig ausgesprochen. Beantragt hatten dies Bündnis 90/ Die Grünen, um eine Ungleichbehandlung zu beenden. Werden mehrere Kinder einer Familie in Hort, Kindergarten und Krippe betreut, so reduziert sich die Gebühr für das zweite Kind auf die Hälfte, jedes jüngere Kind kann seine Einrichtung sogar kostenlos besuchen. Die VHS-Hausaufgabenbetreuung war davon bislang ausgenommen. Den Einnahmeverlust von jährlich 2000 bis 4000 Euro wird die Gemeinde der VHS ersetzen und zudem selbst Mindereinnahmen im Kindergarten- und Krippenbereich von 15.000 bis 20.000 Euro hinnehmen müssen.

Nächste Woche geht es ums Geld

Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf 50.000 bis 70.000 Euro für jede der vier neuen Hortgruppen. Auf welchen Betrag sich die Kosten für die Container, deren Aufstellung und Möblierung summieren, wird die Verwaltung in der Finanzausschusssitzung am Dienstag, 13. März (18 Uhr, Rathaus) in einer neuen Vorlage aufzeigen – und die Politiker mit Blick auf das Millionendefizit dann wohl auch fragen, an welcher anderen Stelle im Haushalt zugunsten der neuen Hortplätze denn gespart werden soll.

Schwierige Personalsuche

Egal, ob Umbau wie in Altwarmbüchen oder Container wie in Kirchhorst und H.B.: An der Raumfrage werden die neuen Hortgruppen wohl nicht scheitern. „Das ist bis Sommer umsetzbar“, sicherte Amtsleiterin Silvia Voltmer im Sozialausschuss zu. Anders sieht es da beim Personal aus – landauf landab herrscht Erzieher-Mangel. Die Gemeinde Isernhagen hat ständig Stellenanzeigen auf ihrer Homepage, „auch aktuell sind wir in mehreren Besetzungsverfahren“, so Voltmer – und diese dauerten immer länger. Aktuell sucht die Gemeinde für die Kitaerweiterung in N.B. und die Caritas für die zweite Kita in der Wietzeaue in Altwarmbüchen schon acht bis zehn Erzieher. Hinzu kommen dann die Ausschreibungen für sieben Erzieher in den neuen Hortgruppen – „das wird schwierig“, so Voltmer. Zudem seien Stellen im Hortbereich wegen der wenig attraktiven Arbeitszeiten nicht sehr begehrt.

Von Frank Walter

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