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Nachrichten Kirche in Altwarmbüchen soll für Supermarkt abgerissen werden
Umland Isernhagen Nachrichten Kirche in Altwarmbüchen soll für Supermarkt abgerissen werden
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18:38 20.02.2013
Auf dem begehrten Grundstück an der Bothfelder Straße steht noch die Heilig-Kreuz-Kirche. Bald könnte dort schon ein Einkaufsmarkt entstehen. Quelle: Carina Bahl
Isernhagen

Ganz oben auf der Wunschliste für das Ortszentrum steht seit Ewigkeiten ein Supermarkt mit Vollsortiment. Auf dem einzigen, von der Größe her passenden Grundstück an der Botfhelder Straße steht jedoch seit 1971 die katholische Kirche Heilig Kreuz. Und eine Kirche für einen Markt abreißen? Das kam nie infrage. In den vergangenen Wochen häuften sich dennoch die Gerüchte, genau dies sei geplant. Jetzt bestätigten Kirche und Gemeindeverwaltung, gemeinsam mit der Diözese Hildesheim in ernsthaften Verhandlungen über das Grundstück zu stehen.

„Es gibt eine offizielle Entscheidung von Seiten der Altwarmbüchener Kirche, das Grundstück für den Einzelhandel zur Verfügung zu stellen“, sagte Bürgermeister Arpad Bogya am Mittwoch. „Unsere Kirche ist baufällig und nicht mehr als ein Provisorium“, sagte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Ulrich Hafke auf Anfrage. „In der jetzigen Form hätte Heilig Kreuz kaum eine Zukunft.“ Fast 1000 Katholiken gehören zum Kirchort Altwarmbüchen, der der Heilig-Geist-Gemeinde in Bothfeld zugeordnet ist. Dass gerade kleinere Kirchorte Existenzängste haben müssen, zeigt, dass der Kirchort St. Bruder Konrad in Hannover - ebenfalls Teil von Heilig Geist - gerade aufgelöst wird.

Genau diesem Schicksal hoffen die Altwarmbüchener durch den Verkauf ihres Grundstücks entgehen zu können. „Es geht nicht darum, uns abzureißen“, sagt Hafke. Interessanter sei vielmehr, was Heilig Kreuz für die Fläche bekommt. „Die Gemeinde hat uns kommunale Grundstücke an der Königsberger Straße in Aussicht gestellt.“ Dort wolle Heilig Kreuz eine neue Kirche bauen. „Das würde uns Sicherheit und ein neues pastorales Konzept ermöglichen.“

Laut Bogya sind Verhandlungen um die Ersatzflächen in vollem Gange. „Es soll jetzt möglichst schnell gehen.“ Das Wichtigste sei, dass die Kirche im Dorfzentrum bleibt. Ein baufälliges Provisorium mit „viel zu großem Garten“ durch einen Supermarkt ersetzen und gleichzeitig der Kirche die Zukunft mit einem Neubau um die Ecke sichern: „Das nennt man dann wohl eine klare Win-win-Situation“, ist Hafke überzeugt.

Welcher Investor sich das Grundstück der Heilig-Kreuz-Kirche an der Bothfelder Straße in Altwarmbüchen im Fall der Fälle sichern wird, das steht laut Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya noch nicht fest: „Ob Rewe, Edeka oder wer anderes, das kann ich nicht sagen. Aber die Kirche steht definitiv in Verhandlungen mit einem Investor.“ Wichtig sei nun erst einmal, die Verhandlungen gemeinsam und positiv zu Ende zu bringen. „Die Altwarmbüchener Kirche wird an allen unseren Gesprächen mit der Diözese beteiligt“, sagte Bogya. Das dürfte auch den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Ulrich Hafke freuen, der erst kürzlich von der Diözese in Hildesheim überrascht wurde: „Auf einmal wurde uns ein Entwurf gezeigt, wie unsere neue Kirche aussehen könnte.“ Die Kommunikation sei da manchmal etwas schwierig.

Carina Bahl

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